Neustadt an der Weinstraße – Mit einem Bigband-Konzert begann das neue Jahr am 1. Januar 2026: „Jazz an Neujahr“ stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des Gesangs, denn die Stimme war im Jahr 2025 das Instrument des Jahres.
Markus Lichti begrüßte das Publikum im Saalbau, der „guten Stube“ der Stadt Neustadt an der Weinstraße. Dieses Konzert war gleichzeitig ein Jubiläumskonzert der „Jazz an Neujahr“-Reihe, denn es fand dieses Jahr zum 30. Mal statt.


Jazz an Neujahr 2026 stand unter Leitung von Erik van Lier. Das Programm wurde in einem Workshop in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz in Neuwied-Engers einstudiert. Mit Sarah Heinz und Simon Siener standen zwei herausragende Solostimmen im Fokus, die sich stilistisch ergänzten und dem Abend große Ausdrucksvielfalt verliehen.
Bereits im ersten Teil wurde deutlich, wie breit der Bogen gespannt war: von kraftvollen Bigband-Nummern wie „The Healer“ und „Et Altera Pars“ aus dem Herbolzheimer-Kosmos über jazzhistorische Klassiker wie John Coltranes „Lazy Bird“ bis hin zu elegant interpretierten Songs wie „Beyond the Sea“ oder „It Could Happen to You“. Besonders eindrucksvoll gelang hier das Zusammenspiel von Stimme und Arrangement – Gesang als erzählendes, formendes Element innerhalb komplexer Klangbilder.
Markus Lichti gedachte an Michaela Pommer, der „Stimme der Blue note BIG BAND“, die im vergangenen Jahr verstarb.
Der zweite Konzertteil vertiefte dieses Konzept weiter. Stücke wie „The Rare Butterfly“ und „A Tisket, a Tasket“ zeigten spielerische Leichtigkeit, während „A Natural Woman“ und „Ich atme ein“ mit großer Emotionalität überzeugten. Spätestens bei „It Don’t Mean a Thing“ wurde der Saal von swingender Energie erfasst, bevor „The Lady Is A Tramp“ das reguläre Programm beschloss.
Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus, der die Musiker zu einer Zugabe zurück auf die Bühne rief: „For the Time Being“ von Bert Joris – ein würdiger, atmosphärisch dichter Ausklang eines Abends.






















Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht




