Steinbach am Donnersberg – Der Donnersberg-Touristik-Verband e.V. teilt mit, dass der für den 09. Mai 2026 geplante Wandermarathon am Donnersberg nicht stattfinden kann.

Seit nunmehr 15 Jahren ist der Wandermarathon rund um den höchsten Berg der Pfalz ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Region. Mit drei unterschiedlichen Streckenlängen hat sich die Veranstaltung in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit erfreut und zieht jährlich mehrere hundert Wanderbegeisterte an. Die große Nachfrage zeigte sich auch in diesem Jahr deutlich: Die limitierten Tickets waren bereits innerhalb eines Tages nach Anmeldestart vollständig vergriffen.

Die Organisation und Durchführung des Wandermarathons erfolgt durch den Donnersberg-Touristik-Verband e.V., unterstützt von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, unter anderem aus den Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins. 

Die Veranstaltung gilt als identitätsstiftend für die Region und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Trotz dieser großen Bedeutung muss der Wandermarathon 2026 abgesagt werden. Hintergrund sind vertragliche Anforderungen seitens Landesforsten Rheinland-Pfalz als Waldbesitzer, die vom Veranstalter nicht erfüllt werden können. Demnach sind Veranstalter organisierter Wanderveranstaltungen verpflichtet, die gesamte Wegstrecke fachkundig auf potenzielle Gefahren – insbesondere durch Totholz und absterbende Äste – überprüfen zu lassen und entsprechende Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Die hierbei entstehenden Kosten sind vollständig vom Veranstalter zu tragen.

Eine Kontrolle hat ergeben, dass aufgrund der strengen Auflagen entlang der geplanten Strecken eine erhebliche Anzahl an Bäumen gefällt sowie umfangreiche Astungsmaßnahmen durchgeführt werden müssten. Die hierfür veranschlagten Kosten liegen deutlich im fünfstelligen Bereich und übersteigen die zu erwartenden Einnahmen der Veranstaltung um ein Vielfaches. Der notwendige finanzielle und organisatorische Aufwand ist damit für den Veranstalter nicht leistbar.

Die strengen Auflagen ergeben sich aus der Annahme einer erhöhten Verkehrssicherungspflicht bei organisierten Veranstaltungen im Wald – nicht nur an Sammelplätzen, sondern auch entlang der Wege. Grundsätzlich gilt jedoch, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr erfolgt und Waldbesitzer in Bezug auf waldtypische Gefahren keine weiteren Verkehrssicherungspflichten haben.

„Diese strengen Auflagen bedeuten das Aus für den beliebten Wandermarathon am Donnersberg. Die Kosten sind für uns nicht stemmbar, zudem erscheint uns der geforderte Aufwand unverhältnismäßig.“

Simon Lauchner, Geschäftsführer des Donnersberg-Touristik-Verband e.V.

Auch Landrat Rainer Guth, Vorsitzender des Donnersberg-Touristik-Verband e.V., sieht weitreichende Folgen:

„Es geht hier nicht nur um den Wandermarathon am Donnersberg. Zahlreiche ähnliche Veranstaltungen im Donnersbergkreis, in der Pfalz und im gesamten Bundesland sind betroffen. Viele dieser Angebote für Gäste und Einheimische stehen auf der Kippe oder werden künftig nicht mehr stattfinden können.“

Landrat Rainer Guth, Vorsitzender des Donnersberg-Touristik-Verband e.V.

Mit Blick auf die Zukunft fordert Guth rechtliche Klarheit:

„Auch bei Veranstaltungen im Wald muss gelten, dass das Betreten der Wege auf eigene Gefahr erfolgt. Die Verhütung waldtypischer Gefahren ist von Veranstaltern, Vereinen und Kommunen nicht leistbar.“

Landrat Rainer Guth, Vorsitzender des Donnersberg-Touristik-Verband e.V.

Der Donnersberg-Touristik-Verband e.V. bedauert die Absage sehr und hofft auf eine Lösung, die solche Veranstaltungen künftig wieder ermöglicht.


Quelle: Donnersberg-Touristik-Verband e.V.


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