Speyer – Am Samstag, 20. Juni 2026, ist die renommierte Organistin Hanne Kuhlmann im Dom zu Speyer zu erleben. In ihrem Konzert im Rahmen des „Internationalen Orgelzyklus“ führt sie die Zuhörer ab 19:30 Uhr durch mehr als 500 Jahre europäischer Orgelmusik und lässt die beiden bedeutenden Instrumente des Doms – Chororgel und Hauptorgel – in ihren unterschiedlichen Klangfarben erklingen.

Den Auftakt bildet Arnold Schlicks „Maria zart von edler Art“ an der Chororgel. Das Werk des um 1460 geborenen Komponisten zählt zu den bedeutenden Zeugnissen deutscher Orgelkunst an der Schwelle von Mittelalter und Renaissance. Es folgt Johann Sebastian Bachs Aria BWV 587, die mit ihrer sanglichen Melodik und kunstvollen Satztechnik die Klangwelt des Barock repräsentiert.

An der Hauptorgel spannt sich der musikalische Bogen weiter von der norddeutschen Orgeltradition Dietrich Buxtehudes bis in das 20. Jahrhundert. Mit dem „Magnificat primi toni“ BuxWV 203 erklingt ein Meisterwerk der vorbachschen Orgelkunst. Der französische Komponist Léon Boëllmann steuert mit seinem „Verset de procession sur l’Adoro te“ eine lyrische und meditative Klangminiatur bei.

Einen besonderen spirituellen Höhepunkt bildet Olivier Messiaens „Alléluias sereins d’une âmequi désire le ciel“. Das Werk des französischen Komponisten verbindet mystische Tiefe mit einer einzigartigen Klangsprache und eröffnet neue Perspektiven auf die Ausdrucksmöglichkeiten der Orgel.

Den Abschluss des Konzerts bildet Charles-Marie Widors monumentale „Symphonie Romane“ op. 73. Inspiriert von der romanischen Architektur und dem gregorianischen Choral entfaltet sich das viersätzige Werk – Moderato, Choral, Cantilène und Final – zu einem eindrucksvollen Klangpanorama, das die große Tradition der französischen Orgelsymphonik eindrucksvoll zur Geltung bringt.

Mit diesem sorgfältig zusammengestellten Programm lädt Hanne Kuhlmann zu einer musikalischen Entdeckungsreise ein, die historische Tiefe, spirituelle Dimension und klangliche Vielfalt miteinander verbindet. Die besondere Akustik des Speyerer Doms und die außergewöhnlichen Orgeln des Gotteshauses bieten dafür einen eindrucksvollen Rahmen.

Das „Praeludium“ – ein moderiertes Gespräch mit der Organistin – beginnt um 18:45 Uhr auf dem Chorpodest gegenüber der Chororgel. Karten sind zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 5 Euro) bei allen reservix-Vorverkaufsstellen sowie online und in der Dom-Info erhältlich.

Hanne Kuhlmann

Hanne Kuhlmann, geboren am 9. Januar 1967, gehört zu den bedeutenden skandinavischen Organistinnen ihrer Generation. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie zunächst am Königlichen Musikkonservatorium in Aarhus bei Domorganist Anders Riber. Anschließend setzte sie ihre Studien in Paris bei Daniel Roth fort und absolvierte von 1990 bis 1992 die Solistenklasse am Königlichen Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen bei Hans Fagius. Ihr Debütkonzert gab sie 1992 in der Erlöserkirche in Kopenhagen. Weitere Studien führten sie von 1992 bis 1994 nach London zu David Sanger; während dieser Zeit wirkte sie zudem als Organistin der Dänischen Kirche in London.

Internationale Anerkennung erlangte Hanne Kuhlmann durch ihre Erfolge bei renommierten Orgelwettbewerben. Sie gewann den Internationalen Orgelwettbewerb in Lahti (Finnland) im Jahr 1993 sowie den Internationalen Orgelwettbewerb in Odense (Dänemark) 1996. Darüber hinaus erhielt sie den dritten Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in St. Albans (England) 1995 und den vierten Preis beim Internationalen UNISA-Orgelwettbewerb in Pretoria (Südafrika) 1998.

Von 1996 bis 2008 war Hanne Kuhlmann Organistin an der Johanneskirche in Greve. Anschließend wirkte sie von 2008 bis 2011 als Assistenzorganistin an der Kopenhagener Domkirche, bevor sie 2012 zur Domorganistin der Kopenhagener Kathedrale berufen wurde. In dieser Funktion prägt sie seither das kirchenmusikalische Leben der dänischen Hauptstadt maßgeblich mit.

Seit ihrem Debüt konzertiert Hanne Kuhlmann regelmäßig in Dänemark sowie in zahlreichen europäischen Ländern, darunter Schweden, Norwegen, Finnland, England, Frankreich, die Niederlande, Litauen, Serbien und Russland. Dabei gastierte sie an bedeutenden Kirchen und Konzertorten wie der Sint-Bavokerk in Haarlem, der Kathedrale Notre-Dame in Paris, der Westminster Abbey in London und dem Berliner Dom.

Neben ihrer umfangreichen Konzerttätigkeit ist sie regelmäßig in Rundfunk und Fernsehen präsent und gestaltet Live-Übertragungen von Gottesdiensten im dänischen Fernsehen. In den Jahren 2022 und 2023 war sie Künstlerische Leiterin des Internationalen Orgelfestivals in Bodø (Norwegen). Im Jahr 2026 wurde ihr der Große Frobenius-Preis verliehen, eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Organistinnen und Organisten in Dänemark.


Quelle: Bistum Speyer


Alle Termine: