Ludwigshafen – Geschichte hautnah entdecken: Dafür steht der Tag des offenen Denkmals. In diesem Jahr findet er am Sonntag, 13. September, statt und folgt dem Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“. An diesem bundesweiten Aktionstag präsentieren sich vier protestantische Gotteshäuser in Ludwigshafen.

Die Melanchthonkirche in der Innenstadt (Maxstraße 38) wurde als so genannte Notkirche nach Plänen von Otto Bartning errichtet. Sie ersetzt die Lutherkirche, die im Zweiten Weltkrieg bis auf ihren Turm zerstört wurde. Unter dem Titel „Mehr als Stein und Mörtel – Ein Netz das trägt“ feiert Pfarrerin Susanne Schramm den Gottesdienst am Denkmaltag (Beginn 9.30 Uhr). Anschließend erläutert Kirchenpädagogin Birgit Kaiser die Baugeschichte in zwei Führungen, die um 11.15 und 12.30 Uhr starten. 

Die Protestantische Melanchthonkirche in Ludwigshafen-Mitte (Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner)
Die Protestantische Melanchthonkirche in Ludwigshafen-Mitte (Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner)

Die Apostelkirche im Stadtteil Hemshof (Rohrlachstraße 70) wurde Ende des 19. Jahrhunderts im frühgotischen Stil nach Plänen von Johannes Otzen errichtet. Sie überstand zwei Weltkriege und zwei Explosionskatastrophen. Auch hier beginnt der Denkmaltag mit einem Gottesdienst (Beginn 11 Uhr). Daran schließen sich um 12.30 und 14 Uhr Touren mit Kirchenführerin Ingrid Mechnich an. 

Apostelkirche (Foto: Prot. Jonagemeinde/Kerstin Bartels)
Apostelkirche (Foto: Prot. Jonagemeinde/Kerstin Bartels)

Die Erlöserkirche in der Gartenstadt (Herxheimer Straße 53) und ihre Orgel werden in diesem Jahr 95 Jahre alt. Das feiert die Kirchengemeinde unter anderem am Denkmaltag. Den Auftakt bildet um 11 Uhr ein Festgottesdienst, in dem der frühere Kirchenpräsident Eberhard Cherdron predigt. Um 13 Uhr folgt ein Vortrag mit Führung: Thore Ehmann von der Universität Mannheim spricht über Bau und Bedeutung der Erlöserkirche. In einer weiteren Führung um 15 Uhr informiert Dietmar Geiger über die Baugeschichte und die wertvolle Einrichtung der Kirche. Den Tag beschließt um 17 Uhr ein Konzert mit Professor Stefan Göttelmann (Heidelberg), der auf der Walcker-Orgel zu verschiedenen Themen improvisiert. Zudem können Besucherinnen und Besucher bei gutem Wetter den Kirchturm bis zur ersten Glocke besteigen, das Uhrwerk besichtigen und die Aussicht bewundern. Die Erlöserkirche wurde 1930/31 nach Plänen der Architekten Karl Latteyer und Otto Schittenhelm errichtet. Besonderheiten im Inneren sind die Fresken von Adolf Kessler, die Holzdecke mit christlichen Zeichen sowie die Walcker-Orgel, die zu großen Teilen original erhalten ist. 

Erlöserkirche (Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner)
Erlöserkirche (Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner)

Am Denkmaltag beteiligt sich auch die Friedenskirche (Leuschnerstraße 56), deren Neubau 70 Jahre alt ist. Er trat anstelle des ersten Baus, den Bomben im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten. Unter Leitung des Architekten Ernst Zinsser (Hannover) entstand die Friedenskirche neu – wieder als markanter Rundbau. Der Neubau weist im Vergleich zum ersten Gebäude jedoch deutliche Veränderungen auf. Dr. Helmuth Morgenthaler führt um 14 und um 16 Uhr durch die Friedenskirche. 

Die Protestantische Friedenskirche trägt den Beinamen Kulturkirche. (Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner)
Die Protestantische Friedenskirche trägt den Beinamen Kulturkirche. (Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner)

Übersicht

Melanchthonkirche (Innenstadt, Maxstraße 38)
Gottesdienst: 9.30 Uhr 
Führungen: 11.15 und 12.30 Uhr

Apostelkirche (Hemshof, Rohrlachstraße 70)
Gottesdienst: 11 Uhr
Führungen: 12.30 und 14 Uhr

Erlöserkirche (Gartenstadt, Herxheimer Straße 53)
Gottesdienst: 11 Uhr 
Führungen: 13 und 15 Uhr
Orgelkonzert: 17 Uhr

Friedenskirche (Nord, Leuschnerstraße 56)
Führungen: 14 und 16 Uhr 

Infos auch unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

Quelle: Prot. Dekanat Ludwigshafen


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