Bad Dürkheim – Nach rund zwölf Monaten Bauzeit ist es geschafft: Die neue Rettungswache Bad Bergzabern ist fertiggestellt. Mit einer Gesamtinvestition von rund 3,6 Millionen Euro ist ein moderner, nachhaltiger und zukunftsfähiger Rettungswachenstandort entstanden, der optimale Voraussetzungen für die Mitarbeiter und eine leistungsfähige rettungsdienstliche Versorgung der Region bietet.

„Mit der neuen Rettungswache investieren wir nicht nur in ein modernes Gebäude, sondern vor allem in die Zukunft des Rettungsdienstes und in die Menschen, die hier täglich für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz sind. Die neue Wache schafft zeitgemäße Arbeitsbedingungen und stellt gleichzeitig sicher, dass der Standort auch den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen ist.“

Jürgen See, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH

Am Rettungswachen- und Notarzt-Standort Bad Bergzabern sind derzeit 22 hauptamtliche Mitarbeiter, drei Auszubildende, zwei FSJler sowie zehn ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Zum Fuhrpark gehören ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), ein Rettungstransportwagen (RTW) sowie zwei Krankentransportwagen (KTW).

„Die Bedeutung der neuen Rettungswache reicht weit über die Grenzen von Bad Bergzabern hinaus. Sie ist ein wichtiger Baustein für einen leistungsfähigen Rettungsdienst in der gesamten Süd- und Südwestpfalz.“

Landrat Dietmar Seefeldt, Vorsitzender des Aufsichtsrates der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH

Die bisherige Rettungswache im ehemaligen Schwesternwohnheim des Klinikums Bad Bergzabern stammte aus dem Jahr 1970 und war ursprünglich gar nicht als Rettungswache gedacht. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an den Rettungsdienst jedoch erheblich verändert. Moderne größere Einsatzfahrzeuge, technische Ausstattung, hygienische Anforderungen und veränderte Arbeitsbedingungen machten eine grundlegende Neuordnung des Standorts erforderlich.

Mit dem Neubau in der Landauer Straße steht nun ein moderner Rettungswachenstandort zur Verfügung, der Funktionalität, Nachhaltigkeit, zeitgemäße Arbeitsbedingungen und moderne Räumlichkeiten miteinander verbindet, die den vielfältigen Anforderungen des heutigen Rettungsdienstes gerecht werden. Die neue Rettungswache steht damit beispielhaft für die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes in der Südpfalz.

Der Weg zur neuen Rettungswache begann bereits vor mehr als einem Jahrzehnt mit der Suche nach einem geeigneten Standort. Diese Suche erwies sich als nicht ganz so einfach und so dauerte es bis ins Jahr 2023, bis ein Grundstück gekauft werden konnte. Von Oktober 2024 bis Dezember 2024 wurde ein bestehendes Altgebäude auf dem Grundstück vollständig abgerissen. Im Juli 2025 erfolgte der offizielle Spatenstich und bereits im Januar 2026 wurde mit dem Innenausbau begonnen. Im August 2026 wurde die neue Rettungswache fertiggestellt. Damit konnte die geplante Bauzeit von zwölf Monaten eingehalten werden.

„Ein Bauprojekt dieser Größenordnung innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens fertigzustellen, war eine große Herausforderung. Umso schöner ist es, heute vor dem fertigen Gebäude zu stehen. Von den ersten Planungen bis zur Fertigstellung war es ein umfangreiches Projekt, bei dem viele Beteiligte eng zusammengearbeitet haben. Es ist uns auch gelungen, den Kostenrahmen einzuhalten.“

Architektin Marion Klag der Firma Speeter

Die neue Rettungswache verfügt über eine Nutzfläche von rund 775 Quadratmetern. Das Grundstück umfasst 3.660 Quadratmeter, der umbaute Raum beträgt rund 4.280 Kubikmeter.

Für den Neubau wurden unter anderem rund

  • 46,5 Tonnen Stahl
  • 345 Kubikmeter Beton
  • 440 Quadratmeter Mauerwerk

verbaut.

Das Gebäude verfügt über vier Stellplätze für Einsatzfahrzeuge sowie eine separate Waschhalle. Ergänzt wird das Raumangebot durch moderne Sozial- und Aufenthaltsbereiche sowie einen Schulungsraum.

Auch technisch ist die neue Rettungswache auf die Zukunft ausgerichtet. Eine Photovoltaikanlage mit PV-Speicher und Notstromfunktion, eine Wärmepumpe, die Klimatisierung der Sozialräume und moderne LED-Beleuchtung sorgen für einen zeitgemäßen und energieeffizienten Gebäudebetrieb. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Das Konzept der „Grünen Rettungswache“ des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz wurde bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt.

„Wir wollten Nachhaltigkeit nicht als nachträgliche Ergänzung verstehen, sondern von Anfang an in die Planung integrieren. Von der Gebäudehülle über die Beleuchtung bis hin zur Energieversorgung und Regenwassernutzung wurden zahlreiche Aspekte berücksichtigt, die langfristig Ressourcen und Energie einsparen können.“

Marco Wilhelm, Gebäude- und Umweltmanagementbeauftragter der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH

Beim Bau kamen unter anderem Recyclingschotter, Ziegelmauerwerk und Öko-Pflaster zum Einsatz. Die Räume wurden möglichst so ausgerichtet, dass das vorhandene Tageslicht optimal genutzt werden kann. Eine effiziente Gebäudehülle und LED-Leuchtmittel tragen ebenfalls zu einem reduzierten Energieverbrauch bei. Darüber hinaus verfügt die Rettungswache über eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Notstromfunktion, eine Wärmepumpe sowie eine Zisterne zur Speicherung von Regenwasser, welches für die Bewässerung der Außenanlage verwendet wird. Für Mitarbeiter stehen außerdem E-Ladesäulen zur Verfügung.

Ein neues Zuhause für den Rettungsdienst – modern, nachhaltig und bereit für die Zukunft

„Die alte Wache hat uns über viele Jahre gute Dienste geleistet, aber man hat einfach gemerkt, dass sie nicht für die Anforderungen des heutigen Rettungsdienstes gebaut wurde. Die neue Wache bietet uns jetzt deutlich mehr Platz, bessere Abläufe und moderne Aufenthaltsmöglichkeiten. Wir freuen uns sehr darauf, hier gemeinsam in die Zukunft zu starten.“

Max Buckel, Leiter der Rettungswache Bad Bergzabern

In den Kosten für den Neubau sind auch der Grundstückskauf sowie der Abriss des Altgebäudes enthalten. Von den Kosten werden gemäß dem rheinland-pfälzischen Rettungsdienstgesetz (RettDG) 75 Prozent der Kosten, anteilig durch die zuständigen Gebietskörperschaften (Landkreise Germersheim, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz sowie die kreisfreien Städte Landau, Pirmasens und Zweibrücken) übernommen. 25 Prozent werden von der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH übernommen. Dass sich die Investition hier definitiv lohnt, zeigen die Einsatzzahlen der Rettungswache Bad Bergzabern deutlich: Im Jahr 2025 rückte die Rettungswache Bad Bergzabern zu 2632 Notfalleinsätzen aus und führte 2005 Krankentransporte durch.

Als Rettungswachenstandort im unmittelbaren deutsch-französischen Grenzraum ist Bad Bergzabern zudem Teil einer Region, in der grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rettungsdienst eine wichtige Rolle spielt. Bei medizinischen Notfällen können die bestehenden Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Rheinland-Pfalz und dem Elsass dazu beitragen, dass die jeweils geeigneten rettungsdienstlichen Ressourcen auch über die Staatsgrenze hinweg eingesetzt werden können.


Auf dem Foto: Bei der Einweihung der neuen Rettungswache in Bad Bergzabern (von links): Dr. Fritz Brechtel, Beauftragter der Landesregierung für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Jürgen See, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH, Hermann Augspurger, Stadtbürgermeister von Bad Bergzabern, Dr. Susanne Ganster, Landrätin des Landkreises Südwestpfalz und Vertreterin der zuständigen Rettungsdienstbehörde, Kathrin Flory, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, Landrat Dietmar Seefeldt, Vorsitzender des Aufsichtsrates der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH, Dr. Thomas Gebhart, Bundestagsabgeordneter für die Südpfalz, Karl Schäfer, Mitglied des Aufsichtsrates der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH, und Manuel Gonzalez, Vorstand des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz e.V.


Quelle: Rettungsdienst Südpfalz GmbH