Ludwigshafen – Der Name Gárdonyi gehört zu den prägendsten der europäischen Kirchenmusik. Großvater Zoltán, Vater Zsolt und Sohn Daniel: Drei Generationen dieser Familie vereint Bezirkskantor Tobias Martin in einem Konzert am Sonntag, 27. September, 18 Uhr, in der Ludwigshafener Lukaskirche (Kurfürstenstraße 46). 

Zoltán Gárdonyi (1906 – 1986) gilt bis heute als eine der herausragenden Gestalten in der Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts. Er komponierte Orchesterwerke, Chor- und Kammermusik sowie Stücke der verschiedensten kirchenmusikalischen Gattungen. Er prägte die internationale Bach- und Liszt-Forschung mit richtungsweisenden neuen Erkenntnissen. Darüber hinaus unterrichtete er an der Evangelischen Lehrerbildungsanstalt in Sopron (Ödenburg) sowie als Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Budapest. 

Sein Sohn Zsolt Gárdonyi, Jahrgang 1946, hat das Werk seines Vaters systematisch aufgearbeitet und herausgegeben – und ist selbst ein äußerst renommierter Musiker. Bereits mit 34 Jahren wurde er als Professor für Musiktheorie an die Hochschule für Musik in Würzburg berufen. Er war international als Organist sowie als Dozent gefragt. Darüber hinaus ist Zsolt Gárdonyi mit seinen Lehrbüchern vielen Musikstudierenden ein Begriff. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er für sein Lebenswerk die Verdienstmedaille der Republik Ungarn. 

Daniel Gárdonyi, Jahrgang 1982, führt als Organist und Gastdozent die Tradition in dritter Generation fort. Er studierte an den Musikhochschulen in Bayreuth und Stuttgart. Daniel Gárdonyi wirkte als Bezirkskantor an der Liebfrauenkirche Frankenberg (Eder), seit zehn Jahren ist er als freischaffender Musiker tätig. 

Zsolt Gárdonyi (Foto: PR/Zsolt Gárdonyi)
Zsolt Gárdonyi (Foto: PR/Zsolt Gárdonyi)

Eine Konzertreise zum Jubiläum 

In einer Reihe von 46 Konzerten erklingt die Musik von Zoltán und Zsolt Gárdonyi in diesem Jahr in vielen europäischen Ländern. Grund ist ein mehrfaches Jubiläum: Zsolt Gárdonyi feierte im März seinen 80. Geburtstag, sein Vater Zoltán Gárdonyi wäre in diesem Jahr 120 Jahre alt geworden und starb vor 40 Jahren. Das Konzert in der Lukaskirche sticht dabei heraus: Bezirkskantor Martin hat es zusammen mit Zsolt Gárdonyi abgestimmt. Daniel Gárdonyi spielt die Musik seines Großvaters und Vaters. Begleitet wird er vom Chor des „vocal.total.26-plus“-Projekts unter Leitung von Tobias Martin. Zsolt Gárdonyi übernimmt die Moderation. 

Eröffnet wird das Konzert mit drei Orgelstücken von Zsolt Gárdonyi über Lutherchoräle, darunter die Toccata über „Ein feste Burg“. Der Chor tritt erstmals mit dem ersten der „Drei biblischen Kanons“ von Zoltán Gárdonyi hinzu, bevor die Motette „Gott unser Schöpfer“ folgt. Zsolt Gárdonyi komponierte sie zur Taufe seines Sohnes. Den Höhepunkt bildet Zoltán Gárdonyis Partita „Veni Creator Spiritus“ von 1958. Zudem erklingt „Psalm 8“ nach dem Genfer Psalter, das Zsolt Gárdonyi für den Evangelischen Kirchentag 1993 geschrieben hat. Zoltán Gárdonyis „Lobgesang“ nach Psalm 45 beschließt den Abend. 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Das Konzert findet im Rahmen der Reihe „Orgelmusik in LUkas“ statt, in der renommierte Organistinnen und Organisten auf der Ott-Orgel musizieren.

Info
Sonntag, 27. September, 18 Uhr
„Orgelmusik in LUkas“
Protestantische Lukaskirche, Kurfürstenstraße 46, Ludwigshafen-Süd


Quelle: Protestantisches Dekanat Ludwigshafen


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