Mainz – Ministerpräsident Gordon Schnieder wird zum 1. Januar 2027 neuer Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französischen Bildungs- und Kulturbeziehungen. Das haben die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder bei ihrer jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen. Er folgt damit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger im Amt. Die Amtszeit beträgt vier Jahre und endet zum 31. Dezember 2030.

Der Ministerpräsident blickt mit großer Freude auf seine neue Aufgabe, in die er die umfangreichen rheinland-pfälzischen Erfahrungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einbringen will, die bestehende Netzwerkarbeit fortsetzen und die Kooperation mit den deutsch-französischen Institutionen ausbauen möchte.

„Angesichts der aktuellen politischen Herausforderungen ist eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit wichtiger denn je. Gemeinsam wollen wir den Zusammenhalt in Europa weiter stärken. Dabei sind mir besonders die jungen Menschen wichtig. Denn die deutsch-französische Freundschaft lebt von den Menschen, die sie mit Leben füllen – durch persönliche Begegnungen, gemeinsame Erfahrungen und den Austausch über Grenzen hinweg. Mein zentrales Anliegen wird es deshalb sein, insbesondere junge Menschen dafür zu begeistern, die Sprache, Kultur und Lebensweise unseres jeweiligen Nachbarlandes kennenzulernen und die deutsch-französische Freundschaft selbst zu erleben.“

Ministerpräsident Gordon Schnieder

Mit dem Elysée-Vertrag von 1963 wurde in Deutschland die Funktion des „Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit“ geschaffen. Der Kulturbevollmächtigte im Rang eines Bundesministers vereint dabei die Länderinteressen in den Bereichen Kultur und Bildung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz und dem Auswärtigen Amt und vertritt sie gegenüber Frankreich. Er erfüllt damit eine wichtige Brücken- und Scharnierfunktion zwischen dem französischen Zentralstaat und dem deutschen Föderalismus und fungiert als einheitlicher deutscher Ansprechpartner für die französischen Ministerien für Kultur und Bildung.

Die deutsch-französische Zusammenarbeit umfasst historisch gewachsen unterschiedliche Themenbereiche wie die Förderung der Nachbarsprache, die gegenseitige Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen, die Förderung von Austausch- und Mobilitätsprogrammen, der Ausbau von Begegnungsprojekten, die Identifikation von gemeinsamen Zukunftsthemen und das Voranbringen der unmittelbaren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Grenzregionen. Einen großen Stellenwert in der Kooperation haben der kontinuierliche Austausch und die Netzwerkarbeit mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren sowie Institutionen der deutsch-französischen Zusammenarbeit wie z.B. im Rahmen des Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, mit deutsch-französischen Kultureinrichtungen und Sprachinstituten, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, der deutsch-französischen Hochschule, dem Deutsch-Französischen Bürgerfonds und die Zusammenarbeit im Bereich der Medien.


Quelle: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz