Bad Dürkheim – Ein abwechslungsreicher Abend zwischen anspruchsvollem Big-Band-Jazz, Swing und bekannten Gesangstiteln erwartete die Besucher am Samstag, 31. Oktober 2026, im Dürkheimer Haus. Bei der Konzertreihe „Bluenote BIG BAND meets friends“ traf die Blue note BIG BAND aus Neustadt an der Weinstraße auf die Rosevalley Sisters. Sarah Heinz, Saskia Wrobel und Elli Tzinara sorgten mit ihren unterschiedlichen Stimmen und ihrem gemeinsamen Gesang für einen besonderen musikalischen Akzent.
Die Zusammenarbeit zwischen der Big Band und den drei Sängerinnen hat bereits Tradition. Erstmals standen sie 2018 gemeinsam auf der Bühne. Aus dieser musikalischen Verbindung entwickelte sich unter anderem das Programm „In the mood for the 40s“, mit dem sie auch beim Limburg Sommer 2025 auftraten. Diesmal stand allerdings ein anderes Konzept im Mittelpunkt: Neben gemeinsamen Titeln präsentierten die Sängerinnen auch Stücke aus ihrem jeweiligen eigenen Repertoire.

Big-Band-Sound zum Auftakt
Den ersten Konzertteil gestaltete die Blue note BIG BAND unter der Leitung von Bernd Gaudera. Mit „Blues in Hoss’ Flat“ von Frank Foster eröffnete die Formation das Programm. Es folgten „Pitter Patter“ von Peter Herbolzheimer, „A Brazilian Affair“ und „A Long Time Ago“ von Bob Mintzer sowie „New Plans“ von Rainer Tempel. Mit „Samba del Gringo“ von Gordon Goodwin und „Flight to Nassau“ von Sammy Nestico setzte die Band weitere Akzente.
Das Repertoire zeigte die stilistische Bandbreite der Neustadter Formation: von swingenden Big-Band-Arrangements über lateinamerikanisch geprägte Rhythmen bis hin zu modernen Jazzkompositionen.
Auch die einzelnen Musiker erhielten Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Zu den Solisten gehörten Fred Setzkorn an Saxophon und Flöte, Klaus Neubauer am Saxophon, Pascal Koppenhöfer und Jonas Jung an den Posaunen sowie Tobias Weber an Trompete und Flügelhorn. Jochen Scamell am E-Piano, Thomas Jehle an der Gitarre und Mischa Becker am Schlagzeug ergänzten den musikalischen Klangkörper.

Drei Sängerinnen, drei musikalische Persönlichkeiten
Im zweiten Konzertteil rückten die Rosevalley Sisters stärker in den Mittelpunkt. Dabei wechselte die Begleitung zwischen der großen Big-Band-Besetzung und der kleineren Combo. Sarah Heinz, Saskia Wrobel und Elli Tzinara präsentierten sich sowohl einzeln als auch gemeinsam und zeigten dabei ihre musikalische Vielseitigkeit. Die Blue note BIG BAND blieb mit „The Healer“ von Wilton Gaynair und Peter Herbolzheimer zunächst instrumental im Programm.
Sarah Heinz eröffnete ihren Soloauftritt mit „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Der Titel geht auf Cole Porters Jazzstandard „I Love Paris“ zurück. Für den Auftritt hatte sie eine eigene Reggae-Version arrangiert, die dem bekannten Stück einen ganz anderen Charakter verlieh. Mit „I Want You to Want Me“ von Cheap Trick, ebenfalls in einer eigenen musikalischen Version, setzte sie einen weiteren Akzent.
Elli Tzinara brachte mit zwei traditionellen griechischen Liedern eine besondere Note in das Programm. Die Ballade „Tzivéri“ von Giorgos Triantafyllidis und „To Marnoùdi“ von Gis Madiam sorgten für einen musikalischen Ausflug in die griechische Liedtradition.
Saskia Wrobel präsentierte mit „I Caught a Touch of Your Love“ von Diane Schuur einen weiteren Titel aus dem Jazzbereich. Mit „I Have Nothing“ von Whitney Houston stellte sie anschließend ihre Stimme bei einer anspruchsvollen Pop-Ballade unter Beweis.
Bei den gemeinsamen Auftritten der drei Sängerinnen kam schließlich wieder jener mehrstimmige Harmoniegesang zur Geltung, für den die Rosevalley Sisters bekannt sind. Mit „Apple Blossom Time“ von Albert von Tilzer, „Bei mir bist du schoen“ von Sholom Secunda und „Hold Tight“ von Brandow, De Sylva, Spottswood und Ware erinnerten sie an die Swing-Ära der 1930er- und 1940er-Jahre.
Gerade bei diesen Titeln wurde deutlich, wie gut die drei Stimmen miteinander harmonieren und wie wirkungsvoll sich der Close-Harmony-Gesang mit dem Big-Band-Sound verbindet. Die Mischung aus solistischen Darbietungen und gemeinsamem Gesang gab dem zweiten Konzertteil eine eigene musikalische Farbe.

40 Jahre Blue note BIG BAND
Neben der Musik gab es auch einen Ausblick auf ein besonderes Jubiläum. Bandleader Bernd Gaudera machte das Publikum auf die bevorstehende Geburtstagsfeier der Formation aufmerksam:
„Sie hören heute die Band zum letzten Mal vor einem runden Geburtstag. In gut zwei Wochen werden wir 40.“
Die 1986 gegründete Blue note BIG BAND kann auf eine lange musikalische Geschichte zurückblicken. Zu ihren Erfolgen zählen unter anderem erste Preise beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2000 und 2008 sowie der Gewinn des internationalen Bigbandwettbewerbs in Hoofddorp/Amsterdam im Jahr 2014.
Das Jubiläum wird auch beim traditionellen Konzert „Jazz an Neujahr“ („Neujahr, Neustadt, 19 Uhr“) am 1. Januar 2027 im Saalbau Neustadt gefeiert. Als Gäste wirken dabei Rainer Tempel (Klavier) und Fabian Schneider (Trompete, Flügelhorn) mit. Für Rainer Tempel ist es eine Rückkehr: Bereits beim vierten Neujahrskonzert im Jahr 1999 war er mit dabei.
Nach den gemeinsamen Auftritten mit den Rosevalley Sisters verabschiedete sich die Blue note BIG BAND mit der Zugabe „Switch in Time“ von Sammy Nestico vom Publikum.
Gemeinsam sind sie am 19.06.2026 mit "In the mood for the 40s" in der Villa Böhm, Neustadt an der Weinstraße zu hören.




















Quelle: Treffpunkt-Pfalz






