Rockenhausen – Im Nordpfälzer Heimatmuseum in Rockenhausen eröffnet der Museumskreis am Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr die Sonderausstellung „GASTHÄUSER IM ROCKENHAUSEN VERGANGENER TAGE – Bilder, Geschichte und Geschichten“.

Bürgermeister Michael Cullmann, Vorsitzender des Nordpfälzer Geschichtsvereins wird die Gäste begrüßen. Die Einführung in die Ausstellung übernimmt Thomas Rusch, Vorstandsmitglied des Nordpfälzer Geschichtsvereins.

Die Idee zur Ausstellung entstand in einer Arbeitssitzung des Museumskreises und wegweisende Suchergebnisse fanden die motivierten Macher Timo Scherne, Luise Busch und Thomas Rusch natürlich in der Stadtchronik von Armin Engel. Dort steht schwarz auf weiß: „Wenn man auch in Bezug auf Vergnügungen und Festlichkeiten öffentlicher Art nicht so anspruchsvoll war wie die Menschen heutzutage, so war doch immerhin die Gemeinde (Stadt) mit Wirtschaftslokalitäten in genügender Anzahl versorgt. Im Jahr 1899 waren es 10 konzessionierte Betriebe.“ 1856 gestattete der Gemeinderat die Eröffnung einer Weinwirtschaft in der Schloßstraße. (Valentin Rothley) später Weinstube Roch, heute Eis Café Garden. Die Wirtschaft „Zur Au“ wurde um 1868 erbaut, gehörte 1888 noch der Witwe Valentin Rothley und wird dann von Ludwig Gass käuflich erworben, der wie seine Vorbesitzer eine „Tafernewirtschaft“ betreibt.

Thomas Rusch fand im Fundus des Heimatmuseums und bei Privatleuten in Rockenhausen alte Postkarten, die früher als Urlaubsgrüße von Rockenhausen in die Welt verschickt wurden. Auf diesen Ansichtskarten waren auch die Abbildungen historischer Gebäude zu finden, die final für die Ausstellung aufgearbeitet wurden. Traditionsreiche Hotels und Gasthäuser im früheren Rockenhausen könne Interessierte nunmehr auf großen Bildtafeln bestaunen und dabei werden sicher auch Erinnerungen wach. Erinnerungen beispielsweise an das Bahnhofshotel Knobloch wo Tanzschülerbälle stattfanden, oder an Filmabende im Saal Enders im „Pfälzer Hof“.

Oder wer erinnert sich noch an das „Hotel und Gaststätte Schwan“ mit Postkutschenhaltestation in der Kreuznacher Straße? Das „Gasthaus Eberle“ am Marktplatz war unter dem vorherigen Besitzer Dietz lange ein Brauhaus auch mit noch heute vorhandenem Bierkeller unter dem Gebäude. Das Gasthaus Eberle ist das einzige Gasthaus in Rockenhausen, das es sogar in die Weltliteratur gebracht hat. Denn der Schriftsteller und Arzt Adam Karillon, lebte von 1880 bis 1883 im damaligen Gasthaus Dietz und schrieb in seinen Memoiren „Erlebnisse eines Weltenbummlers“ im Kapitel: „Drei Jahre hinterm Donnersberg“ von seinen Erlebnissen in der Nordpfalz. Als besondere Entdeckung gilt ein Bild vom „Hotel Deutsches Haus“ in der Luitpoldstraße.

Unvergessen auch die kürzlich geschlossene Pizzeria „Portofino“ der Familie Mineo – ein historisches Gebäude mit Tradition in Rockenhausen, das vor 1900 von Jakob Denzer als Wirtschaft betrieben wurde, die dann ab 1900 als Gasthaus von Friedrich Gaß übernommen wurde. Später wurde das Gebäude dann als „Gasthaus Gaß-Wolf„ eher wie ein Restaurant geführt, wie kostbare Zeitdokumente belegen. Die Sonderausstellung überrascht noch mit Materialen zu „Die Palette“, „Es Wasem Gretche“, „Forellenhof“, „Waldschenke“ Hintersteiner Hof u.a.m.

Einige Exponaten aus dem Gastronomiebereich sowie eindrucksvoll von Udo Michel erlebte und erzählte Geschichten verleihen der Ausstellung zusätzlich emotionale Authentizität.

Das Nordpfälzer Heimatmuseum in der Bezirksamtsstraße 8 in Rockenhausen ist für Besucher jeweils donnerstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Quelle: Verbandsgemeindeverwaltung Nordpfälzer Land


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