Mainz – In den Schulen sollen Kinder und Jugendliche sicher lernen und sich entwickeln können, die Schulgemeinschaft soll sich sicher und geschützt fühlen können. Um dieses Umfeld bestmöglich zu unterstützen, haben die rheinland-pfälzischen Ministerien für Bildung und Inneres ein Maßnahmenpaket abgestimmt, das Prävention stärkt, Sicherheit erhöht und Schulen verlässliche Unterstützung bietet.
Bildungs- und Innenministerium handeln dabei eng verzahnt. Im Mittelpunkt stehen klare Zuständigkeiten, wirksame Präventionsstrukturen und ein verlässlicher Schutzrahmen für Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche sowie alle an Schule Beteiligten.
„Gewalt hat in unserer Gesellschaft keinen Platz – und erst recht nicht an unseren Schulen. Einzelne Vorfälle, die wir auch aus polizeilicher Sicht sehr ernst nehmen, dürfen nicht dazu führen, dass sich Kinder, Jugendliche oder Lehrkräfte unsicher fühlen. Unser Anspruch ist klar: Rheinland-Pfalz soll ein sicheres Bundesland bleiben, und Schulen müssen geschützte Orte des Lernens und des Miteinanders sein. Aufgabe der Polizei ist es, frühzeitig präsent zu sein, Vertrauen aufzubauen, Gefahren zu erkennen und konsequent zu handeln, wenn Grenzen überschritten werden.“
Innenminister Michael Ebling
„Jedes Kind hat das Recht, gut und sicher lernen zu können. Dieses Recht ist nicht verhandelbar. Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche, Vertrauen entwickeln und sich ohne Angst entfalten können. Wo dieses Recht gefährdet ist, braucht es professionelle Unterstützung für Schulen – durch einen Staat, der Verantwortung übernimmt, klare Strukturen schafft und Grenzen aufzeigt.“
Bildungsminister Sven Teuber
Prävention stärken und frühzeitig handeln
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Stärkung präventiver Ansätze. Das Innenministerium bringt dabei seine Expertise umfassend in die schulische Präventionsarbeit ein. Bewährte Programme wie „Prävention im Team“ (PIT) werden weiterentwickelt und ausgeweitet. Polizeibedienstete arbeiten dabei gemeinsam mit Lehrkräften im Unterricht an Fragen der Gewaltprävention, der Konfliktlösung und der sozialen Verantwortung.
Ergänzend werden Fortbildungsangebote zu Prävention, Intervention und Deeskalation unter Einbindung polizeilicher Fachkenntnisse ausgebaut. Ziel ist es, Handlungssicherheit für Schulen zu schaffen und frühzeitig auf problematische Entwicklungen reagieren zu können. Das enge Zusammenwirken von Schule, Schulaufsicht, Jugendhilfe und Polizei sorgt für klare Abläufe und verlässliche Unterstützung.
Mehr Personal für Prävention und Begleitung
Zur Stärkung der präventiven Arbeit baut das Land die Schulsozialarbeit weiter aus. Mit Mitteln in Höhe von insgesamt 12 Millionen Euro in 2026 sollen weitere Stellen geschaffen und bestehende Strukturen langfristig abgesichert werden. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig zu begleiten, Konflikte professionell zu bearbeiten und Gewaltentwicklungen vorzubeugen. Bei schweren Vorfällen oder akuten Bedrohungslagen stehen mobile, multiprofessionelle Beratungsteams zur Verfügung. Diese unterstützen Schulen kurzfristig vor Ort, begleiten über mehrere Tage hinweg und stabilisieren die Situation gemeinsam mit Schulleitung, Kollegium und externen Partnern.
Mehr Präsenz, klare Ansprechpartner, konsequentes Handeln
Das Innenministerium verstärkt zusätzlich gezielt präventive und unterstützende Maßnahmen an Schulen mit besonderen Herausforderungen. Dazu gehören regelmäßige, befristete Polizeibesuche auf dem Schulgelände mit festen Zeiten und klar benannten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern. Die Präsenz erfolgt anlasslos und dient dem Vertrauensaufbau, der Deeskalation sowie der Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern. Auch sogenannte Gefährderansprachen, die mitunter auch auf der zuständigen Polizeiinspektion stattfinden, können Eskalationen vorbeugen.
Unter anderem soll das System künftig an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen zum Einsatz kommen. Die eingesetzten Polizeikräften verfügen über einen regionalen Bezug zur Schule und besondere Expertise in der Gewaltprävention. Alle Einsätze sind pädagogisch vorbereitet, werden nachbereitet und eng in bestehende schulische Strukturen eingebunden. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt jeweils abgestimmt zwischen Schule, Polizei und Schulträger.
Zentrale Vertrauensstelle – vertraulich und professionell
Ergänzend richtet das Ministerium für Bildung beim Pädagogischen Landesinstitut (PL) eine landesweite Vertrauensstelle bei Gewalterfahrungen und subjektiven Bedrohungslagen an Schulen ein. Sie arbeitet unabhängig und steht Lehrkräften sowie pädagogischem Personal als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung.
Psychologinnen und Psychologen beraten dort vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht. Die Vertrauensstelle ermöglicht eine schnelle fachliche Ersteinschätzung, zeigt Handlungsoptionen auf und vermittelt bedarfsorientiert weitere Unterstützung etwa durch die Schulaufsicht, Schulpsychologie, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe oder Sicherheitsbehörden.
Gemeinsame Verantwortung – klare Haltung
„Schule kann gesellschaftliche Herausforderungen nicht allein bewältigen und wird damit auch nicht allein gelassen. Wo Unterstützung gebraucht wird, steht ein handlungsfähiger Staat an der Seite der Schulen. Prävention, Schutz und klare Zuständigkeiten stärken die pädagogische Arbeit und sichern das Recht jedes Kindes auf Bildung.“
Bildungsminister Teuber und Innenminister Ebling
Die Landesregierung setzt damit auf einen umfassenden, präventiven Ansatz, der Sicherheit schafft, Verantwortung klar benennt und Schulen nachhaltig stärkt. Zu begrüßen ist, dass das Thema auch auf Bundesebene aufgegriffen wird und sich die Bildungsministerkonferenz ausdrücklich damit befasst. Denn klar ist auch: Gewalt gibt es in allen gesellschaftlichen Bereichen, in allen Bundesländern.
Quelle: Ministerium für Bildung, Ministerium des Innern und für Sport




