Wissembourg / Landau – Die Kulturtage der Südlichen Weinstraße 2025 reichen bis ins Jahr 2026 und über Grenzen hinweg: Sie rücken das „savoir vivre“, die französische Lebenskunst, in den Mittelpunkt.
Aber nicht voller gängiger Klischees über Frankreich, sondern durch die Linse zeitgenössischer Kunst von deutschen und französischen Künstlerinnen und Künstlern und im Dialog miteinander. Als nächstes steht ab 16. Januar 2026 eine Kunstausstellung in der Zehntscheune am Place du Saumon im französischen Wissembourg auf dem SÜW-Kulturtage-Programm.
Es handelt sich dabei um die deutsch-französische Gruppenausstellung, die im Oktober 2025 bereits im Gewölbekeller des Hohenstaufensaals in Annweiler zu sehen war. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler sind Ulli Bomans (Malerei, Klingenmünster), Corine Kleck (Plastik und Installation, Schweighouse-sur-Moder), Ulrich Steinmetz (Bildhauerei, Lingenfeld) und Colette Wendel’EHR (Bildhauerei, Altenstadt).
Am Freitag, 16. Januar, um 17 Uhr wird die Schau eröffnet. Alle Interessierten von „hiwwe wie driwwe“ sind herzlich eingeladen. Sandra Fischer-Junck, Bürgermeisterin von Wissembourg, und Dietmar Seefeldt, Landrat des Landkreises Südliche Weinstraße, werden Grußworte sprechen. Sabine Adler wird kunsthistorisch in die Ausstellung einführen. Um 19 Uhr folgt mit „Electro FrancoAllemand“ eine LiveHybrid DJ Performance von MODISCH (Berlin – Pfälzerwald – Marseille).
Am Sonntag, 1. Februar, 16 Uhr, findet ein deutsch-französischer Artist Talk zur Finissage mit den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern statt.
Weitere Öffnungszeiten: Samstag, 17. Januar, Sonntag, 18. Januar, Samstag, 24. Januar, und Sonntag, 25. Januar, jeweils von 15 bis 18 Uhr.
Kunst als Sprache der Freundschaft
Sabine Adler, die die 2025er-Kulturtage zusammen mit Daniel Bonaudo-Ewinger kuratiert, führte auch schon in Annweiler in die Ausstellung ein. „Savoir vivre“, das stehe für bewusstes, gemeinsames Gestalten des Lebens, so Adler damals. Es sei die Kraft der Kunst, die Grenze überwinde. „Kunst kann zur Sprache der Freundschaft werden“, sagte sie. So gebe es auch zwischen den in der Ausstellung zu sehenden Werken zwar Unterschiede, offenkundig bereits im Material. Doch sie hätten auch Gemeinsamkeiten: „Sie bilden alle Dialog ab, zwischen Mensch und Natur, zwischen Vergänglichkeit und Hoffnung, zwischen Geschichte und Gegenwart.“
Corine Klecks (Schweighouse-sur-Moder) Plastiken und Installationen spielten mit dem Unheimlichen. „Ihre Kunst ist eine Einladung zum Nachdenken, eine poetische Sprache des Widerstands“, zeigte die Kuratorin auf. Die Skulpturen der Bildhauerin Colette Wendel’Ehr (Altenstadt) seien kraftvolle und zugleich zarte Werke. „Sichtbare Zeichen der menschlichen Gestaltung in Form von bearbeiteten Flächen liegen direkt neben unbearbeiteten – ein Plädoyer für Balance“, so Adler. Die Kunst des Bildhauers Ulrich Steinmetz (Lingenfeld) entstehe aus dem, was andere wegwerfen, berichtete die Kuratorin Adler, die darin eine Ästhetik des zweiten Lebens erkannte. Sie sagte: „Die Gebilde stehen unter Spannung, sind aber im Gleichgewicht. Es ist, als ob sich die Dinge selbst gefunden hätten.“ Ulli Bomans‘ (Klingenmünster) großformatige Porträts verdichteten Farbe, Licht und Persönlichkeit gleichermaßen, erklärte Adler. „Die Werke stehen für Vielfalt und Selbstbestimmung, sind auch ein Sichtbarmachen von Queerness.“ Die vom Künstler abgebildeten Personen, stets Öl auf Leinwand, kämen aus seinem Umfeld oder aus Social Media.
Förderung
Möglich gemacht wird das Projekt durch die EU-Förderung aus dem PAMINA-Kleinprojektefonds im Rahmen des INTERREG-Programms. Der Eurodistrikt PAMINA möchte mit dem Kleinprojektefonds das Zusammenwachsen seines grenzüberschreitenden Gebietes fördern, bürgerschaftliches Engagement und gegenseitiges Vertrauen stärken und erfolgreiche Aktionen langfristig verstetigen.
Die Kulturtage der Südlichen Weinstraße richtet der Landkreis SÜW seit 1990 jährlich an verschiedenen Orten im Kreis aus. Nach 2023 finden auch 2025 einige Angebote der SÜW-Kulturtage sogar grenzübergreifend im benachbarten Elsass statt. Die Kreiskulturtage widmen sich dabei jedes Jahr einem neuen Schwerpunkt: Von Malerei und Skulpturen über Architektur, Comics, Musik, Film und Natur bis zu Textilien, Graffiti sowie Kinder- und Jugendtheater war schon vieles dabei.
Quelle: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße




