Lambrecht – Am Freitag, 27.03.2026, fand im Schulungsraum des Feuerwehrhauses Lambrecht die Jahresversammlung der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Lambrecht statt. Auf dem Programm standen Verpflichtungen, Beförderungen, Ehrungen und Verabschiedungen neuer und langjähriger Feuerwehrmänner und -frauen.

Bürgermeister Gernot Kuhn (VG Lambrecht) begrüßte die Feuerwehrangehörigen und die Vertreter der Blaulichtfamilie (Regionalfeuerwehrverband, DRK Ortsverein Lambrecht, Fördervereine und First Responder) und der Politik sowie der Verwaltung.

Um einen ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2026 zu gewährleisten, mussten zahlreiche Ausgaben bewusst ins Jahr 2025 geschoben werden. Ein bedeutendes Projekt im Jahr 2025 war die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Feuerwehrgerätehaus in Lambrecht.

Im Bereich der Feuerwehr waren Einschnitte unvermeidbar: In allen Teilbereichen mussten Kürzungen vorgenommen werden. Dennoch konnten zentrale Maßnahmen umgesetzt werden, um die Einsatzfähigkeit sicherzustellen. So wurde die Drehleiter umfassend überholt, um weiterhin den technischen Anforderungen zu entsprechen. Zudem wurden neue Funkmeldeempfänger beschafft sowie notwendige Schutzbekleidung für die Einsatzkräfte bereitgestellt.

Eine strukturelle Veränderung ergibt sich durch die Umstellung der Landesförderung für Feuerwehrfahrzeuge. Diese erfolgt künftig in Form einer Pauschalförderung. Hochrechnungen bis zum Jahr 2040 zeigen, dass Neubeschaffungen im Schnitt nur noch mit etwa 34 Prozent gefördert werden. Dies stellt die Kommunen vor zusätzliche finanzielle Herausforderungen bei der langfristigen Fahrzeugplanung.

Angesichts der zunehmenden globalen Bedrohungslage ist zudem absehbar, dass auf die Verbandsgemeinde und insbesondere auf die Feuerwehr weitere Aufgaben zukommen werden. Die Verbandsgemeinden sollen künftig stärker in den Katastrophenschutz eingebunden werden, was zusätzliche Anforderungen an Personal, Ausstattung und Organisation mit sich bringt.

Bürgermeister Kuhn würdigte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Arbeit der Feuerwehrangehörigen. Er dankte ihnen für ihre hohe Professionalität sowie ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement.

Bürgermeister Gernot Kuhn (Foto: Holger Knecht)
Bürgermeister Gernot Kuhn (Foto: Holger Knecht)

Bericht des Wehrleiters

Wehrleiter Frank Flockerzi stellte im Rahmen seines Jahresberichts aktuelle Zahlen und Entwicklungen der Feuerwehr vor und gab einen umfassenden Einblick in das Einsatzgeschehen sowie zukünftige Planungen.

Die personelle Situation zeigt sich erfreulich stabil: Bei einer Sollstärke von 185 Einsatzkräften liegt der aktuelle Ist-Bestand bei 190. Diese positive Entwicklung sei insbesondere der engagierten Jugendarbeit sowie einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit, etwa im Rahmen von Aktionstagen, zu verdanken.

Deutlich gestiegen sind hingegen die Einsatzzahlen. Erstmals wurde in diesem Jahr die Marke von 500 Einsätzen überschritten – insgesamt wurden 511 Einsätze verzeichnet. Darunter befanden sich allein 106 sogenannte First-Responder-Einsätze. Die übrigen Einsätze verteilen sich auf Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen, Sicherheitswachen sowie Maßnahmen der Brandschutzerziehung, etwa für Schulklassen. „Die Hemmschwelle, die Feuerwehr zu rufen, wird immer kleiner“, erläuterte Wehrleiter Flockerzi diese Entwicklung.

Neben dem regulären Einsatzgeschehen gab es auch eine Reihe kurioser Einsätze. Dazu zählten unter anderem das Einfangen einer Blindschleiche, eine Fledermaus in einer Wohnung, ein Fundhund, ein Rauchmelder in einer Mülltonne, ein Notruf aufgrund einer Übung mit Nebelmaschine, eine Tresorbergung sowie die Sicherung einer Tür nach einer Hausdurchsuchung.

Zu den bemerkenswerten Einsätzen gehörten insbesondere der überörtliche Einsatz des Waldbrandzuges im Bereich Bad Dürkheim, zahlreiche Notfalltüröffnungen, eine Serie von Mülleimerbränden am Lambrechter Bahnhof sowie mehrere Personensuchen.

Auch besonders belastende Einsätze mussten bewältigt werden. So wurde die Feuerwehr zu drei Einsätzen mit Todesfällen gerufen, darunter ein tödlicher Sturz in einen Bach sowie eine erfolglose Reanimation eines Wanderers im Wald.

Im Bereich der Ausstattung konnten wichtige Beschaffungen umgesetzt werden. Dazu zählen sechs Tauchpumpen, zwei Rollcontainer für das Mehrzweckfahrzeug (MZF3), Ersatzbeschaffungen von Schläuchen, 180 digitale Funkmeldeempfänger, neue Überbekleidung für Atemschutzgeräteträger, eine Drohne sowie ein Fahrzeug zur Waldbranderkundung.

Für das Jahr 2026 sind weitere Investitionen geplant. Hierzu gehören die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze, die Ausstattung aller Gerätehäuser mit Starlink-Anlagen zur Sicherstellung der Kommunikation, die Auslieferung des MZF3 sowie zweier Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF-W).

Auch auf Landesebene haben sich wesentliche Veränderungen ergeben. Als Konsequenz aus der Ahrtal-Katastrophe wurde ein Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz gegründet. Zudem wurden das Landesgesetz über den Brand- und Katastrophenschutz (LBKG) sowie die Feuerwehrverordnung angepasst. Neu eingeführt wurden unter anderem die Begriffe „Katastrophenvoralarm“ und „Katastrophenalarm“.

Für die Verbandsgemeinde Lambrecht bedeutet dies unter anderem eine jährliche Förderung in Höhe von 92.500 Euro, die über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren angespart werden kann. Gleichzeitig gelten künftig ausschließlich bundesweite DIN-Normen für Feuerwehrfahrzeuge, während landesspezifische Sonderregelungen entfallen. Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln ist zudem die verpflichtende Vorlage eines Bedarfs- und Entwicklungsplans bis zum Jahr 2028.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Umstellung der Alarmierung auf ein landeseinheitliches digitales Alarmierungsnetz. In diesem Zuge müssen 180 neue digitale Meldeempfänger beschafft werden.

Insgesamt verdeutlicht der Bericht von Wehrleiter Frank Flockerzi die wachsenden Anforderungen an die Feuerwehr sowie die kontinuierlichen Bemühungen, diesen professionell und zukunftsorientiert zu begegnen.

Wehrleiter Frank Flockerzi (Foto: Holger Knecht)
Wehrleiter Frank Flockerzi (Foto: Holger Knecht)

Neues von den Jugend- und Bambinifeuerwehren

VG-Jugendfeuerwehrwart Yannik Munzinger gab einen Überblick über Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. In vier Jugend- (Elmstein, Iggelbach, Lambrecht, Weidenthal) und zwei Kinderfeuerwehren (Iggelbach, Lambrecht) waren 25 Betreuer und 83 Mitglieder aktiv. Unter anderem wurden von den Jugendfeuerwehren Fackelwanderungen sowie Papier- und Tannenbaumsammelaktionen durchgeführt und sich bei Kerweumzügen, Feuerwehr- und Schlachtfesten engagiert. Am 1. VG-Kinder- und Jugendfeuerwehrtag im Juni 2025 waren 44 Kinder und Jugendliche mit 16 Betreuern dabei. Dabei wurde bei fünf Stationen Erste-Hilfe-Kenntnisse und Feuerwehrwissen abgerufen und gemeistert. Im November wurde ein Film im Roxy-Kino besucht.

VG-Jugendfeuerwehrwart Yannik Munzinger (Foto: Holger Knecht)
VG-Jugendfeuerwehrwart Yannik Munzinger (Foto: Holger Knecht)

Viele Urkunden und Medaillen

Bei den nachfolgenden Verpflichtungen, Beförderungen und Ernennungen wurden Feuerwehrangehörige für 15-, 25-, 35- und 45-jährige aktive Tätigkeit in der Feuerwehr geehrt. 

Zum Feuerwehrdienst wurden 17 Feuerwehranwärter verpflichtetet: Florian Hauck, Jayden Karpinski, Emely Danner, Lukas Kuhn, Daniel Schäffler, Joshua Bradshaw, Tanja Bradshaw, Björn Fuchs, Lukas Walter, Sara Back, Jonas Münch, Marc Block, Kilian Schlutt, Pascal Wagner, Maximilian Wiegand, Christian Greninger, Fabian Kobel

Befördert wurden 22 Feuerwehrangehörige: Jonas Repp, Sascha Faßbender, Peter Müller, Ann-Kathrin Jacob, Martin Kottwitz, Kai Stoller, Marcel Telch, André Faßbender, Selina Moser, Luis Hoffmann, Jannik Kröhl, Andreas Kobel, Bianca Laubscher, Rebecca Liedy, Barbara Nowotny, Leonie Scholti, Diana Latrell, Jan Liebschner, Noah Hummel, Nico Melzer, Christian Greninger, Marc Hamann

Ehrungen (Verleihung FW-Ehrenzeichen): Felix Heller, Daniel Müller, Sven. Schatz, Tobias Pfeifer, Marcel Telch, Daniel Zimmermann, André Faßbender, Daniel Zeisset, Klaus Armstroff (15 Jahre), 
Björn Bürger, Ramona Kesberger-Frey, Alexander Schöning (25 Jahre),
Michael Roth (45 Jahre),
Joachim Brucker

Verabschiedungen: Joachim Brucker, Walter Nohl

Herausragend war die Ehrung von Michael Roth (Esthal). Ihm wurde das Goldene FW-Ehrenzeichen für 45-jährige aktive Tätigkeit in Feuerwehr sowie das Goldene Ehrenzeichen vom Regional-Feuerwehrverband durch Hans-Georg Balthasar verliehen.


Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht