Wachenheim an der Weinstraße – Neue Impulse in die Welt der Bläserkammermusik zu bringen und die Sichtbarkeit der innovativen Ensemble-Gattung zu erhöhen – das ist der Anspruch, mit dem die vier junge Musikerinnen des Liv Quartets am Samstag, 21. Februar 2026, um 19 Uhr im Palais Schloss Wachenheim auf die Bühne gehen.
Die vier Klarinettistinnen haben „Klassiker“ der Kammermusik für Streicher im Gepäck. Und verleihen diesen bekannten Stücken in der Besetzung mit vier unterschiedlichen Klarinetten einen ganz neuen Sound. Das Konzept „Die Klassiker mal anders“ haben die vier Musikerinnen ins Leben gerufen, um die bekannten Werke der Kammermusik neu zu interpretieren. Die Streicherstimmen werden dabei jeweils von einer Klarinette übernommen: Die Bassklarinette spielt den Cello-Part, das Bassethorn die Bratsche. Die Geigen werden von Klarinette und Es-Klarinette übernommen. Das Ergebnis ist eine Klangreise durch die Zeit, von der Eleganz des Barock bis zu den satten Klängen der Neuzeit.
Die „Lieder ohne Worte“ zählen zu den äußerst beliebten Werken von Felix Mendelssohn-Bartoldy (1809 – 1847). Obwohl sie vordergründig einfach in Sprache und Notation erscheinen, sind sie doch reich an Stimmungen: Durch die Besetzung mit vier Klarinetten gewinnen die düsteren Untertöne oder die stürmische Energie der Mendelssohnschen Lieder eine ganz neue Färbung.
Bernhard Henrik Crusel (1775 – 1838) galt Anfang des 19. Jahrhunderts als einer der herausragendsten Klarinettenvirtuosen Europas. Sein Klarinettenquartett E-Dur ist einem frühromatischen Klangideal verplichtet, voller origineller thematischer Einfälle und rückt ihn in die Nähe Webers.
Nach der Pause dominieren Komponistinnen das Programm: Yvonne Desportes (1907 – 1993) war eine der produktivsten französischen Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre French Suite aus sechs barock inspirierten Sätzen gehört zu ihren bekannten Kammermusikwerken – besonders für Klarinettenquartett.
Mit Felix Mendelssohn-Bartholdy startet der Abend, mit seiner Schwester Fanny Hensel verabschiedet sich das Liv Quartet. Ihr Streichquartett Es- Dur ist das einzige dieser Art unter der Vielzahl von kammermusikalischen Werken, das die Komponistin und Pianistin geschrieben hat. Zwar atmet ihr Streichquartett etwas von der Aura des späten Beethoven, aber formal ging sie andere Wege: statt eines Hauptsatzes in Sonatenform erscheint es eher als eine Zusammenstellung von „Fantasiestücken“ im romantischen Sinne. Das Streichquartett wurde – wie die meisten Werke von Fanny Hensel – erst nach ihrem Tod veröffentlicht.
Das international besetzte Liv Quartet wurde 2021 gegründet. Neben Konzerttätigkeit bei verschiedenen Festivals und anspruchsvollen Konzertreihen in ganz Europa gewannen sie 2022 den 1. Preis beim Kammermusikwettbewerb der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main. Für ihr Projekt „Klassiker mal anders“ wurden sie vom Deutschen Musikrat mit einem Stipendium ausgezeichnet.
Karten zum Preis von 23,00 Euro (Schüler und Studierende 14,00 Euro, Kinder unter 12 Jahren frei) sind erhältlich unter www.wachenheimer-serenade.de, bei der Tourist-Info Wachenheim, bei Musik-Haas in Bad Dürkheim und bei Dürninger in Neustadt an der Weinstraße.
Quelle: Freundeskreis Wachenheimer Serenade e.V.




