Frankenthal – Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Glockenguss in Frankenthal“ im Erkenbert-Museum findet am Dienstag, 20. Januar, um 13 Uhr im ein Vortrag der Reihe „Mittagspause im Museum“ statt.
Unter dem Titel „Die Glockenzier – Einblick in die Werkstatt eines Kirchenkünstlers“ spricht der bildende Künstler Christoph Feuerstein aus Neckarsteinach über seine Gestaltung der Glockenzier der sieben neuen Glocken der Dresdner Frauenkirche. Feuerstein hatte den deutschlandweit ausgeschriebenen Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung des Geläuts im Jahr 2001 gewonnen.
Das nach Kriegsverlust neu zu schaffende Geläut der Frauenkirche sollte in konzeptueller Hinsicht ältere Traditionen aufnehmen. So erhielt jede Glocke einen biblischen Namen, eine Funktion und einen erläuternden Bibelvers. Diese bildeten die Grundlage der künstlerischen Gestaltung der Glockenzier.
Christoph Feuerstein berichtet sowohl über die technischen Aspekte der Herstellung als auch über die thematische Ausrichtung seiner differenzierten und inhaltlich vielschichtigen Gestaltung des Dresdner Geläuts. Ein kurzer historischer Überblick zur Entwicklung der Glockenzier leitet den Vortrag ein.
Beim Bau der historischen Dresdner Frauenkirche ab 1726 wurden zunächst ältere, ursprünglich für andere Kirchen gegossene Glocken übernommen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das Geläut durch neu gegossene Glocken ergänzt.
Die „Metallmobilmachung“ im Ersten Weltkrieg überstanden lediglich drei der historischen Glocken. Das dritte Geläut entstand im Jahr 1925 durch Ergänzung der verbliebenen historischen Glocken durch drei weitere, die in der Gießerei Franz Schilling Söhne in Apolda gegossen wurden. Im Jahr 1941 wurden alle Glocken bis auf die größte, aus der Barockzeit stammende, im Glockenturm zerschlagen, um sie zu Rüstungszwecken zu nutzen. Die einzige verbliebene Glocke zerschellte bei der Zerstörung der Kirche im Februar 1945 im Feuersturm.
Nach dem Wiederaufbau der Frauenkirche in den Jahren 1994 bis 2005 wurde wiederum eine historische Glocke im Turm installiert. Sie bildet den Kern des neuen, nun achtstimmigen Geläuts. Dieses fügt sich mit neuer Disposition in die Glockenlandschaft der Stadt ein.
Der Vortrag dauert etwa 60 Minuten. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Die Ausstellung
Die Ausstellung „Glockenguss in Frankenthal“ ist bis zum 12. April 2026 im Foyer des Erkenbert-Museums zu sehen. Im Mittelpunkt stehen alle Betriebe, die in Frankenthal Glocken gegossen haben. Eingebettet wird dieser Aspekt in einen Teil zur Kulturgeschichte von Glocken im Allgemeinen und die Beleuchtung der Techniken der Herstellung und des Klangs. Die einzelnen Themenbereich werden durch Exponate wie für die Herstellung erforderliche Werkzeuge, fertige Produkte, Dokumente, Graphiken oder persönliche Gegenstände der Frankenthaler Glockengießer veranschaulicht.
Das Museum selbst ist nur für diese Sonderausstellung und das Rahmenprogramm geöffnet und ansonsten weiterhin wegen der anstehenden Sanierungsarbeiten geschlossen.
Informationen und Programm: www.frankenthal.de/glockenguss.
Veranstaltungszeit:
Dienstag, 20. Januar 2026
13 Uhr
Eintritt frei, Voranmeldung nicht erforderlich
Veranstaltungsort:
Erkenbert-Museum
Rathausplatz
67227 Frankenthal
Öffnungszeiten der Ausstellung:
Di 10-18 Uhr
Mi-So 14.18 Uhr
bis 12.04.2026
Quelle: Stadtverwaltung Frankenthal




