Frankenthal – Die letzten Töne sind verklungen, die Kostüme werden sorgfältig verstaut. Doch was bleibt, ist mehr als Erinnerung. Es bleibt das Gefühl von Gemeinschaft.

Mit dem traditionellen Heringsessen im Rathaus ist die diesjährige Fastnachtskampagne offiziell zu Ende gegangen. Vertreter des Stadtschlüsselvereins des Frankenthaler Carneval Verein von 1820 e.V. übergaben Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer und dem Stadtvorstand die Insignien der Macht – Stadtschlüssel, Steuerschraube und Stadtsäckel. 

„Fastnacht ist in Frankenthal kein Programmpunkt im Kalender. Sie ist gelebtes Brauchtum. Sie ist Identität. Sie ist das Miteinander von Generationen.“

Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer

In der Kampagne haben unzählige Ehrenamtliche diese Tradition mit Leben gefüllt: Menschen, die in der Bütt stehen und mit Wortwitz den Spiegel vorhalten. Garden, die mit Disziplin und Leidenschaft trainieren. Musikerinnen und Musiker, die den richtigen Takt setzen. Helferinnen und Helfer, die hinter der Bühne wirken – beim Schminken, beim Kostüme richten, bei Technik und Organisation.

Ein besonderer Dank gilt der Stadtschlüsselprinzessin Marlene I., die Frankenthal während der gesamten Kampagne mit Charme, Würde und echter Begeisterung repräsentiert hat.

„Sie war eine wunderbare Botschafterin unserer Fastnacht – nahbar, authentisch und mit viel Herz. Dafür danke ich ihr ausdrücklich.

Gelebtes Brauchtum entsteht nicht von selbst. Es entsteht durch Menschen, die bereit sind, Zeit, Energie und Herz zu schenken. Dafür danke ich allen Aktiven – auf und hinter der Bühne.“

Oberbürgermeister Meyer

Ein besonderes Anliegen ist dem Oberbürgermeister die Jugendarbeit der Vereine.

Wer die Mini- und Jugendgarden auf der Bühne erlebt, sieht nicht nur Choreografien. Man sieht Mut, Disziplin, Teamgeist und diesen Stolz, wenn ein Auftritt gelingt. Hinter diesen Minuten auf der Bühne stehen unzählige Stunden: Training, Fahrten, Nerven, Organisation. Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer, Eltern – Menschen, die nach Feierabend nicht aufs Sofa fallen, sondern in die Halle gehen, schminken, Kostüme richten, Musik schneiden, Schritte zählen, trösten, anfeuern.

Als persönliches Zeichen der Wertschätzung lädt Oberbürgermeister Meyer deshalb auch in diesem Jahr traditionell die Minigarden mit ihren Betreuerinnen zu einem gemeinsamen Eisessen ein.

„Das ist für mich mehr als ein Dankeschön. Es ist ein Ausdruck meiner Anerkennung für das, was hier geleistet wird. Diese Kinder sind die Zukunft unserer Fastnacht – und sie zeigen schon heute, wie lebendig unser Brauchtum ist.“

Oberbürgermeister Meyer

Fastnacht hat in schwierigen Zeiten eine besondere Kraft. Sie darf zuspitzen, sie darf kritisieren, sie darf uns den Spiegel vorhalten. Aber sie schenkt uns gleichzeitig Leichtigkeit, Nähe, Zuversicht. Sie erinnert uns daran, dass wir mehr sind als Sorgen und Schlagzeilen: Wir sind eine Gemeinschaft, die zusammen lachen kann.

Mit dem Aschermittwoch kehren Schlüssel und Verantwortung symbolisch ins Rathaus zurück, die Steuerschraube wird wieder festgezogen, das Stadtsäckel traditionell mit 111 Euro bestückt.

Was bleibt, ist Dankbarkeit. Dankbarkeit für gelebtes Brauchtum, für eine starke Gemeinschaft, die zusammenhält. Und die Gewissheit: Nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht.


Quelle: Stadtverwaltung Frankenthal