Neustadt an der Weinstraße – Weinbauministerin Daniela Schmitt hat heute die 79. Pfälzischen Weinbautage in Neustadt eröffnet. In ihrem Grußwort machte sie deutlich: Der Weinbau steht unter hohem wirtschaftlichem, klimatischem und strukturellem Druck – und braucht jetzt klare politische Leitplanken, funktionierende Absatzmärkte und Vertrauen in mündige Verbraucherinnen und Verbraucher.

Schmitt betonte die kulturelle Bedeutung des Weins für Rheinland-Pfalz:

„Wein ist mehr als ein Produkt. Er ist Teil unserer Identität, unserer Landschaft und unseres gesellschaftlichen Lebens. Eine verantwortungsvolle Alkoholpolitik muss Prävention ernst nehmen, darf aber nicht bevormunden. Der Staat sollte erwachsenen Menschen nicht vorschreiben, wann sie ein Glas Wein trinken. Differenzierung ist stärker als Verbote.“

Weinbauministerin Daniela Schmitt

Initiativen wie VitaeVino und Wine in Moderation stünden für einen aufgeklärten Umgang statt pauschaler Verurteilung.

Absatz stärken – Verantwortung der Verbraucher

Zentral für die Zukunft der Betriebe sei der Absatz. „Ohne Absatz gibt es keine Wertschöpfung – und ohne Wertschöpfung keine Zukunft“, so Schmitt. Der deutsche Wein müsse im Inland wieder sichtbarer werden: mit klaren Botschaften, glaubwürdiger Herkunftskommunikation und einer Ansprache, die auch neue Zielgruppen erreicht. Zugleich richtete die Ministerin einen Appell an die Verbraucherinnen und Verbraucher:

„Mit jeder Kaufentscheidung wird Verantwortung übernommen – für Betriebe, Arbeitsplätze und unsere Kulturlandschaften hier in der Pfalz.“

Weinbauministerin Daniela Schmitt

Europa liefert – jetzt muss Berlin handeln

Ein wichtiges Signal komme aus Europa: Die Trilog-Verhandlungen zum EU-Weinpaket seien Ende 2025 erfolgreich abgeschlossen worden. Das Paket bringe Erleichterungen bei der Kennzeichnung – etwa für Exportweine –, mehr Flexibilität bei Kriseninstrumenten sowie eine Stärkung von Marktstabilisierung und Absatzförderung.

„In Brüssel ist die besondere Lage des Weinbaus angekommen. Nun muss der Bund die gesetzlichen Grundlagen, insbesondere die Förderverordnungen, zügig anpassen. Instrumente, die nur auf dem Papier existieren, helfen keinem Betrieb.“

Weinbauministerin Daniela Schmitt

GAP-Reform: Weinbau darf nicht untergehen

Abschließend verwies die Ministerin auf die anstehende Neuordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028.

„Das ist mehr als eine technische Reform – es ist ein möglicher Systemwechsel.“

Weinbauministerin Daniela Schmitt

Dabei dürfe der Weinbau als Sonderkultur mit hoher Wertschöpfung, touristischer Bedeutung und prägender Kraft für die Kulturlandschaft nicht unter die Räder kommen. Rheinland-Pfalz werde sich frühzeitig und mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Weinbau sichtbar und angemessen berücksichtigt wird – gemeinsam mit der Branche.


Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau