Kandel – Unter dem Motto „Nachhaltigkeit lohnt sich – für Betriebe, für die Region, für die Gäste“ trafen sich vergangene Woche rund 100 Tourismusschaffende, politische Vertreter und Vertreterinnen sowie touristische Betriebe zum 4. Tourismustag des Pfalz Tourismus e.V. in Kandel. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie lassen sich nachhaltige Konzepte in der Praxis umsetzen – und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein?

Die Antwort der Fachleute war eindeutig: Wer verantwortungsvolles Handeln in den Mittelpunkt stellt, schafft höhere Qualität, stärkt die regionale Wirtschaft und begeistert Gäste, die bewusst reisen möchten. Landrat von Bad Dürkheim Hans-Ulrich Ihlenfeld, 1. Vorsitzender des Pfalz Touristik e.V., unterstrich die strategische Rolle des Verbands:

„Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die lokal umgesetzt werden. Teamwork ist entscheidend, denn Tourismus ist heute nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Beitrag zu Wohlbefinden und positiven Erlebnissen. Verantwortungsbewusstes Handeln schafft ein gutes Gefühl – bei Einheimischen, Gästen und bei Betrieben gleichermaßen.“

Hans-Ulrich Ihlenfeld

Zukunftsfähigkeit konsequent mitdenken

Prof. Dr. Bernd Eisenstein vom Deutschen Institut für Tourismusforschung stellte die Frage: „Tourismus nachhaltig denken – muss das noch sein?“ Sein klares Fazit: ein eindeutiges Ja. Auch wenn Überdruss, Nachhaltigkeitsmüdigkeit oder Überforderung allgegenwärtig sind, bleibt das Thema entscheidend. Wer sich als Region von anderen abheben möchte, muss Nachhaltigkeit konsequent mitdenken. Gäste legen zunehmend Wert darauf, während Naturerlebnis das zentrale Urlaubsmotiv bleibt. Tourismus ist damit unmittelbar abhängig von einer intakten Natur – und von der Verantwortung gegenüber Einheimischen, die die Region prägen und wesentlich zum positiven Gästeerlebnis beitragen.

Erfolgreiche Destinationen teilen ihr Know-how

Unter den Gästen waren mit der Karlsruhe Tourismus GmbH und der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald zwei erfolgreiche Destinationen vertreten. Beide brachten ihr strategisches Know-how und ihre Best Practices in den Austausch mit den Pfälzer Tourismusschaffenden ein. Jana Kolodzie berichtete, wie Nachhaltigkeit in Karlsruhe fest in der strategischen Agenda verankert ist und dort nicht nur den Arbeitsalltag prägt, sondern zunehmend auch ins private Handeln hineinwirkt. René Skiba stellte die Erfahrungen aus dem Nördlichen Schwarzwald vor, wo langfristig ausgerichtete Strategien und innovative Mobilitätslösungen das touristische Angebot stärken, zukunftsfähig machen und aus der täglichen Kommunikation der Destination nicht mehr wegzudenken sind.

Praxisbeispiele aus der Region und politische Einordnung

Auch Christina Abele vom Verein Südliche Weinstraße Annweiler am Trifels e.V. machte deutlich, wie Region und lokale Akteure gemeinsam tragfähige Angebote entwickeln – und dabei bewusst neue Maßstäbe in der Beratung setzen. Geht es um die Empfehlung eines Wanderwegs, steht nicht mehr automatisch der nächstgelegene Wanderparkplatz im Fokus, sondern die gute Anbindung mit Bus und Bahn.

„Zu 85 Prozent können wir konkrete Tipps zur Anreise mit dem ÖPNV geben. In der Beratung muss ein Umdenken stattfinden – Standardantworten sollten der Vergangenheit angehören.“

Christina Abele

Thomas Langhauser vom Hotel und Restaurant Gutshof Ziegelhütte gab praxisnahe Einblicke in einen Betrieb, in dem verantwortungsvolles Wirtschaften konsequent gelebt und für Gäste unmittelbar erfahrbar wird.

„Unsere Gäste nehmen diese Erfahrung oftmals mit nach Hause. Ein wichtiger Hebel ist dabei die konsequente Regionalität – nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag.“

Thomas Langhauser

Ute Meinhard vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz unterstrich abschließend, dass verantwortungsvoll gestalteter Tourismus längst ein zentrales Qualitätsmerkmal ist und in Rheinland-Pfalz zu den Kernausrichtungen zählt – von denen Gäste, Betriebe und die gesamte Wirtschaft gleichermaßen profitieren.

Ein klarer Wettbewerbsvorteil

„Nachhaltigkeit zahlt sich aus – für alle Beteiligten. Wer frühzeitig auf umweltfreundliche, soziale und innovative Konzepte setzt, stärkt dauerhaft die Wettbewerbsfähigkeit der Region, gewinnt qualitätsbewusste Gäste und steigert die Lebensqualität vor Ort.“

Tobias Kauf, Geschäftsführer des Pfalz Touristik

Quelle: Pfalz Touristik e.V.