Dannenfels – Am Samstag, 28. Februar 2026, führte uns ein klarer, fast schon vorfrühlingshafter Tag zum Adlerbogen am Moltkefelsen im Donnersbergmassiv – ein Ziel, das Naturerlebnis, Kunst und Weitblick auf eindrucksvolle Weise verbindet.
Der Weg vom Parkplatz Donnersberg
Ausgangspunkt unserer Wanderung war der Parkplatz Donnersberg. Von dort folgt man zunächst dem gut ausgeschilderten Weg in Richtung Moltkefelsen. Der Pfad führt durch lichten Mischwald, sanft absteigend, auf einigermaßen begehbarem Untergrund. Bereits nach kurzer Zeit trifft man auf den „Keltischen Skulpturenweg“, der den Abstieg kulturell bereichert.
Nach etwa 30 Minuten gemütlichen Gehens, teils über Felsenboden, öffnet sich der Wald – und der Weg mündet schließlich in das Plateau am Moltkefelsen. Von hier sind es nur noch wenige Schritte bis zum Adlerbogen.



Höhenlage und Aussicht
Der 12,50 Meter lange stählerne Adlerbogen befindet sich unterhalb des 545 Meter ü.N.N. hohen Moltkefelsen und liegt damit im Bereich des höchsten Berges der Pfalz, des Donnersbergs.
Der Blick nach Osten ist besonders beeindruckend: Bei klarem Wetter reicht die Aussicht weit über die Rheinebene hinweg bis in den Odenwald. Die Landschaft breitet sich wie ein Relief aus – Felder, Ortschaften und sanfte Hügel zeichnen sich plastisch im Licht ab. An diesem Februartag lag eine fast meditative Ruhe über der Szene.

Der „Keltische Skulpturenweg“
Der Skulpturenweg greift die keltische Vergangenheit des Donnersbergs auf, der einst ein bedeutendes keltisches Oppidum beherbergte. Die modernen Skulpturen entlang des Weges interpretieren Motive wie:
- Kraft und Naturverbundenheit
- Mythische Tiergestalten
- Schutz- und Kultsymbole
- Übergänge zwischen Mensch, Tier und Geistwelt
Am Adlerbogen selbst setzen die Skulpturen dieses Thema fort: Sie stehen sinnbildlich für Wachsamkeit, Schutz und den Übergang – der Adler als Himmelswesen verbindet Erde und Weite. Der Bogen wirkt wie ein Tor zwischen Wald und Horizont.
Weitere Informationen zum Keltischen Skulpturenweg sind hier zu finden.





Geschichte des Adlerbogens
Der Adlerbogen wurde im 19. Jahrhundert errichtet und ist Teil der historischen Gestaltung des Moltkefelsens als Aussichtspunkt. Er diente weniger als Bauwerk im funktionalen Sinne, sondern vielmehr als symbolischer Rahmen für den Blick in die Landschaft.
Im Jahr 2016 wurde der Adlerbogen umfassend renoviert. Diese Renovierung wurde maßgeblich durch das Engagement von Hermann Braun organisiert. Ihm ist auch eine Sitzbank gewidmet – liebevoll genannt „Hermann’s Plätzchen“. Sie steht etwas abseits und lädt dazu ein, still zu verweilen. Von dort lässt sich der Ausblick in Ruhe genießen – ganz ohne Hast, nur mit Wind, Weite und vielleicht einem Gedanken, der weiterzieht als der Blick.
Der Adlerbogen wurde zu Ehren von Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) und der Leistungen des Generalfeldmarschalls Graf Helmuth von Moltke (1800-1891) errichtet. Ihre beiden Skulpturen sind Bestandteil des Adlerbogens.



Fluggelände am Moltkefelsen
Der Moltkefelsen ist außerdem ein bekanntes Fluggelände für Gleitschirm- und Drachenflieger. Bei geeigneten Windverhältnissen starten hier regelmäßig Sportler in die Rheinebene. Es ist beeindruckend zu beobachten, wie sich die bunten Schirme lautlos in die Thermik heben und langsam über die Landschaft gleiten. Das Zusammenspiel aus Fels, Wind und Weite macht diesen Ort besonders geeignet für diesen Sport.

Fazit unseres Besuchs
Unser Besuch am 28. Februar 2026 war geprägt von klarer Luft, weiter Sicht und einer Atmosphäre zwischen Geschichte und Gegenwart. Der Adlerbogen ist kein lautes Ziel – er wirkt eher still. Die Verbindung aus Natur, keltischer Symbolik, historischem Bauwerk und weiter Aussicht macht den Ort zu einem besonderen Erlebnis. Er ist zu Fuß erreichbar, aber nicht barrierefrei.
Ein Platz für Menschen, die nicht nur schauen, sondern auch sehen möchten.
Weitere Informationen über den Adlerbogen ist bei Kuladig zu finden.











Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht




