Neustadt an der Weinstraße – Der Neustadter Kunstverein startet am 13.03.2026 sein Ausstellungsjahr mit einem mittlerweile sehr etablierten Preisträger für Junge Kunst.
Dominik Schmitt studierte Kunstwissenschaft und Bildende Kunst, Biologie und Bildungswissenschaft am Campus Landau der damaligen Universität Koblenz-Landau. Aufgrund der hohen Resonanz auf seine Arbeiten ist er jedoch nie in den Lehrerberuf gegangen und arbeitet seit etwa 2015 mit Galerien in ganz Europa und den USA zusammen.
Der Kunstverein Neustadt an der Weinstraße e.V. zeichnete Schmitt bereits 2010 als Student mit dem „Preis für Junge Kunst“ aus und widmete ihm 2012 in diesem Zusammenhang eine seiner bis dahin ersten großen Einzelausstellungen. Die Schau mit dem Titel „selbstgeburt“ brach den damaligen Besucherrekord des Kunstvereins. Heute, fast vierzehn Jahre später, darf Schmitt erneut die Räume der Villa Böhm bespielen.

Inhaltlich beschäftigt sich Dominik Schmitt – nicht zuletzt auf Grundlage des naturwissenschaftlichen Teils seines Studiums – mit dem Spannungsfeld von Wissen und Glauben. Dies äußert sich in einer offenen Kritik an Glaubenssystemen, Esoterik, alternativen Fakten und Scheinwissenschaften ebenso wie in philosophischen und biologischen Fragen nach dem Ich und dem komplexen Geflecht von Ursachen und Wirkungen, dem alles Leben unterworfen ist. Eingebettet in Tapetenmuster, Symbole und ironische Textfragmente malt Schmitt menschliche und tierische Figuren mit sezierendem Blick auf ihr Inneres. Die meist großformatigen Leinwandarbeiten wirken zunächst düster, offenbaren sich bei genauerer Betrachtung jedoch als inhaltlich vielschichtig, oft überraschend hoffnungsvoll, geprägt von Ironie und einem sehr eigenen Humor.
Diese unverwechselbare Bildsprache findet international großen Anklang. Schmitts Arbeiten werden in Museen und Galerien gezeigt und auf internationalen Messen in New York, Basel, Wien, Kopenhagen, Miami u.a. präsentiert. Zuletzt war er erneut auf der Art Karlsruhe vertreten. Darüber hinaus erreichen insbesondere seine Videoarbeiten ein breites Publikum. So gewann sein Musikvideo zum Song „Hinüber“ der deutschen Elektropop-Künstlerin Mine (Universal Music) in Zusammenarbeit mit Sophie Hunger, 2021 in Berlin den „Preis für Popkultur“ für das beste Musikvideo – gegen Konkurrenz wie K.I.Z, Beatsteaks oder Danger Dan.

Der Ausstellungstitel „MISCHKONSUM“ beschreibt ursprünglich den gleichzeitigen Konsum unterschiedlicher Substanzen und die damit verbundene Überlagerung verschiedener Wirkungen. Im Kontext von Schmitts Malerei verweist der Titel metaphorisch auf die zunehmende Überlagerung von Wissen und Glauben, von überprüfbaren Fakten und persönlichen Überzeugungen in unserer Gesellschaft. Wie eine Droge kann auch subjektiver Glaube problematische Strukturen erzeugen, weil er es ermöglicht, Unbequemes umzudeuten oder aus der eigenen Wahrnehmung zu verdrängen.
Was Schmitt bereits seit 2010 in seinen Arbeiten an religiösen und esoterischen Glaubenssystemen kritisiert – die systematische Immunisierung gegenüber Kritik und die Bevorzugung gefühlter Wahrheiten gegenüber rationaler Evidenz – ist heute zu einem breiten gesellschaftlichen Muster und zu einem der größten Probleme unserer Zeit geworden. Meinungen erscheinen als gleichwertig mit wissenschaftlich fundierten Fakten, individuelle Weltbilder ersetzen überprüfbare Grundlagen.
Schmitts Malerei liefert darauf keine einfachen Antworten. Sie stellt die Zustände infrage und zwingt durch Verwirrung, Provokation, Ironie und Humor zum Nachdenken. Nur so kann Kunst beeinflussen, was Menschen denken – und was Menschen denken, bildet die Grundstruktur jeder Gesellschaft. In diesem Sinne kann, will und sollte Kunst Gesellschaft prägen.
Die Einzelausstellung „MISCHKONSUM“ in den Räumen der Villa Böhm des Kunstvereins Neustadt an der Weinstraße e.V. eröffnet am Freitag, 13. März 2026, um 19:00 Uhr. Der Künstler wird am Abend der Eröffnung anwesend sein.
Faktenblock:
Titel der Ausstellung: „Mischkonsum“
Künstler: Dominik Schmitt
Ort: Villa Böhm, Villenstraße 16 b und Maximilianstraße 25, 67433 Neustadt an der Weinstraße
Ausstellungsdauer: 13. bis 29. März 2026
Öffnungszeiten: Donnerstag u. Freitag: 15.00 – 18.00 Uhr, Samstag u. Sonntag: 14.00 – 18.00 Uhr
Ausstellungseröffnung: Freitag, 13. März 2026, 19.00 Uhr
Musikalische Begleitung: Regina Wilke, Cello
Quelle: Kunstverein Neustadt an der Weinstraße




