Lindenberg – Er stammt aus Wolfratshausen (bei München), hat 50 cm Webbreite und ist damit ein kleiner, aber feiner Vertreter unter den Handwebstühlen. Mit vier Schäften und sechs Tritten kann er sich durchaus mit größeren Webstühlen messen, auch wenn er zum Heben und Senken der Kettfäden mit einem nostalgischen Rollenzug aufwartet, der als solcher schon im Mittelalter verwendet wurde. Seine Erscheinung und Verarbeitung prägt solide schwedische Handwerksqualität seines Herstellers Gesta SNICKERIFABRIK, so dass der kleine Webstuhl als Neuzugang eine echte Bereicherung des Webermuseums darstellt.

Mit aufgebäumter Kette und kleinem Anfangsstück ist der Webstuhl auch bereits zum Weben eingerichtet. Beim hierfür eingesetzten Kett- und Schussgarn handelt es sich um so bezeichnetes Möbeltygsgarn der schwedischen Firma Berga, das besonders zum Weben von Polsterstoffen Verwendung findet und in größerer Menge dem Webstuhl beigegeben wurde. Das Garn besteht aus 100% Wolle und wird nach der deutschen Nummerierung der Spezifikation von Garnen mit 6/1 angegeben, was bedeutet, dass 6 m von diesem Garn ein Gramm wiegen und dasselbe einfach gezwirnt wurde. Das Garn wurde nicht wie sonst konisch oder zylindrisch gespult, sondern aus Strängen zu Zöpfen gebunden.

Zuletzt befand sich der Webstuhl in seinem Herkunftsort in einem Möbelgeschäft, wo er wohl zum Weben von Bezugsstoffen für Polstermöbel benutzt wurde. Wahrscheinlich waren die Ergebnisse aber nicht zufrieden stellend. Im Webermuseum wird er nach Modifikation dem Weben von Musterstücken dienen und da er von seiner geringeren Größe her gut zu transportieren ist, gelegentlich auch außerhalb des Museums seinen Dienst tun. Etwa bei einem geplanten Tag der Tuchmacherei in der ehemaligen Tuchfabrik Gebr. Haas bzw. Firma Jola Spezialschalter in Lambrecht, wo das Webermuseum ein Weben für Kinder anbieten möchte und wozu der Webstuhl als bestens geeignet erscheint.


Quelle: Webermuseum Lindenberg