Kaiserslautern – Die dringend notwendige Sanierung der historischen Huberkapelle hat begonnen: Das Gerüst an dem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Hauptfriedhof Kaiserslautern ist aufgestellt und die Arbeiten am Dach laufen.

Aufgrund erheblicher Schäden stehen in der ersten Sanierungsphase die Neueindeckung des Dachs mit Naturschiefer und die Instandsetzung des Dachtragwerks an. Ziel der Sanierungsmaßnahmen ist die Substanzerhaltung der Kapelle. Am Mittwoch, 08. April 2026, fand eine Besichtigung der aktuellen Arbeiten vor Ort statt.

Baudezernent Manuel Steinbrenner unterstrich die Bedeutung der Huberkapelle für das baukulturelle Erbe der Stadt:

„Dieses besondere Bauwerk prägt den Hauptfriedhof nicht nur architektonisch, sondern ist auch Teil der Kaiserslauterer Stadtgeschichte. Wir freuen uns sehr, die Sanierung nun angehen zu können. Die Huberkapelle ist ein besonderes Projekt. Das Gebäude spiegelt seine Entstehungszeit wider. Um es zu erhalten, sind die derzeitigen Dacharbeiten die wichtigste Maßnahme.“

Baudezernent Manuel Steinbrenner

Die Sanierung der Huberkapelle wird rund 150.000 Euro kosten, wovon 110.000 Euro durch Spenden und Förderungen zusammengekommen sind. Von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XIII des Bundes hat die Stadtverwaltung jeweils eine Förderung erhalten. Spenden kamen unter anderem von der Hager & Werken GmbH & Co. KG, der Peter Mertes KG und Stark Deutschland, wozu das Unternehmen Raab Karcher gehört, sowie von den Nachfahren der Familie Huber und dem inzwischen aufgelösten „Verein für Baukultur und Stadtgestaltung“. Dank dieser finanziellen Hilfe ist die Sanierung der Huberkapelle nun möglich.

„Ich danke allen Unterstützerinnen und Unterstützern, dass wir dank ihres großartigen Engagements dieses Denkmal erhalten können. Wir wären heute nicht da, wo wir jetzt stehen, wenn nicht Karin Kolb die Initiative ergriffen hätte und beharrlich geblieben wäre.“

Manuel Steinbrenner

Karin Kolb, die bei der Besichtigung am Mittwoch dabei war, war langjährige Vorsitzende des Vereins für Baukultur und Stadtgestaltung. Ihr beharrliches Engagement hat entscheidend zur finanziellen Absicherung der Kapellensanierung beigetragen. Kolb berichtete, dass dies ein Herzensprojekt sei – sowohl für sie persönlich als auch für die Mitglieder des ehemaligen Vereins.

Durch Karin Kolb ist auch der Kontakt zu den Nachfahren der Familie Huber entstanden. So waren Renate Willkomm und ihre Tochter, die der Huber-Familie entstammen, bei der Besichtigung ebenfalls zugegen. Die Huberkapelle sei ein Ort, an dem die Geschichte für die Familie Huber und deren Abkömmlinge wiederauflebe. So habe die ganze Familie geholfen, die Sanierung des Gebäudes, das sich bereits seit mehreren Jahrzehnten in städtischem Besitz befindet, finanziell zu unterstützen.

„Wir sehen uns in der Pflicht, Denkmäler zu erhalten. Umso mehr freut es uns, dass die Huberkapelle trotz der angespannten Haushaltslage durch die Unterstützung so vieler Menschen erhalten werden kann. Das große Engagement der Familie Huber und ihrer Abkömmlinge sowie Bürgerinnen und Bürger Kaiserslauterns ist ein starkes Zeichen für den Erhalt des bauhistorischen Erbes.“

Manuel Steinbrenner

Die Huberkapelle wurde um das Jahr 1925 nach Plänen des damaligen Oberbaudirektors Hermann Hussong errichtet. Die Sanierung des Dachs ist aufgrund gravierender Schäden dringend nötig. Bisher war das Dach mit dem ursprünglichen Naturschiefer sowie mit Asbestplatten aus den 70er Jahren eingedeckt. Unter den Platten ist Wasser eingelaufen, wodurch hölzerne Gebäudeteile erheblich beschädigt wurden. Daher wird nun das schadhafte Gebälk repariert und das Dach wieder rein mit Naturschiefer eingedeckt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Mai abgeschlossen sein. Eine weitere Maßnahme wird die Erneuerung des Außenputzes sein, um die Substanz des Gebäudes zu verbessern und zu erhalten. 

Bei der Besichtigung der Huberkapelle waren auch Udo Holzmann, Leiter des Referats Gebäudewirtschaft, Mira Oliveira von der Bauausführung und Gebäudeerhaltung des Referats Gebäudewirtschaft und Gerhard Prottung, Leiter des Referats Grünflächen, sowie Vertreterinnen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Klaus Meckler von den Architekten und Ingenieuren Meckler+Partner und Carsten Hehrlein von der Dachdeckerei Philipp Hehrlein zugegen.


Quelle: Stadtverwaltung Kaiserslautern