Speyer – Georg von Neumayer war ein herausragender deutscher Geophysiker, Meteorologe und Polarforscher mit pfälzischen Wurzeln. In der Antarktis ist die deutsche Forschungsstation „Neumayer III“ nach ihm benannt. Das Landesbibliothekszentrum (LBZ) in Speyer widmet ihm anlässlich seines 200. Geburtstags am 21. Juni 2026 eine Ausstellung unter dem Titel „Georg von Neumayer zum 200. Geburtstag: Seine Werke und seine Netzwerke“. Sie wird am 6. Mai um 19 Uhr eröffnet und ist bis 29. August in der Pfälzischen Landesbibliothek zu sehen.
Die Ausstellung arbeitet heraus, wie der renommierte Wissenschaftler weltweit vernetzt war. Neben von Neumayers bedeutenden Werken aus dem LBZ-Bestand werden Bücher und Sonderdrucke aus seiner eigenen Sammlung mit handschriftlichen Widmungen an ihn in den Blick genommen. Sie sind eine herausragende Quelle für das umfangreiche deutsche und internationale naturwissenschaftliche Netzwerk Neumayers.
Neben seinen Auslandsaufenthalten brachte sich der Wissenschaftler auch hierzulande ein. So wählte ihn 1867 die POLLICHIA, der pfälzische Verein für Naturforschung und Landespflege, zu ihrem Vorsitzenden. 1906 gründete Georg von Neumayer eine Stiftung zur Förderung junger Wissenschaftler, die später in die Georg von Neumayer Stiftung der POLLICHIA überführt wurde.
Die Pfälzische Landesbibliothek in Speyer, seit 2004 Teil des LBZ, besitzt seit 1958 Neumayers beachtliche naturwissenschaftliche Fachbibliothek mit einem Umfang von etwa 8.000 Bänden sowie eine große Sonderdrucksammlung. Neben alten Drucken finden sich vor allem Bücher der Fachgebiete Meteorologie, Hydrographie, Nautik, Geologie sowie viele Expeditionsberichte.
Über Georg von Neumayer
Am 21. Juni 1826 wurde Georg Neumayer (ab 1900 Georg von Neumayer) in Kirchheimbolanden geboren. Er besuchte Gymnasien in Frankenthal, Speyer sowie Kaiserslautern und studierte Ingenieurwissenschaften, Physik und Astronomie in München.
Seine Forschungsarbeit führte Neumayer in den 1850er Jahren nach Australien, wo er das Flagstaff-Observatorium gründete.
Auf seine Initiative hin wurde die Norddeutsche Seewarte 1875 als Deutsche Seewarte in ein Reichsinstitut umgewandelt (heute Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), die er im Folgejahr als Direktor dreißig Jahre lang leitete. In dieser Zeit organisierte einen Sturm-Warndienst und die 10-Tage-Wettervorhersage.
Die Erforschung der Antarktis war ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit. Von 1874 bis 1876 plante und organisierte Neumayer die ozeanographische Expedition des deutschen Forschungsschiffes Gazelle. Er war ebenfalls an den Vorbereitungen für die erste deutsche Antarktisexpedition (1901 bis 1903) beteiligt.
Am 24. Mai 1909 starb Georg von Neumayer als weltweit anerkannter Forscher und Wissenschaftler im heutigen Neustadt an der Weinstraße.
Veranstaltungsübersicht
Ausstellung: „Georg von Neumayer zum 200. Geburtstag: Seine Werke und seine Netzwerke“. In Kooperation mit der Georg von Neumayer-Stiftung und der Pollichia, Verein für Naturforschung, Naturschutz und Umweltbildung.
Eröffnung: Mittwoch, 6. Mai 2026, 19 Uhr; Einführung: Dr. Armin Schlechter, Leiter der Abteilung Sammlungen im LBZ
Laufzeit: 6. Mai bis 29. August 2026
Ort: Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek, Otto-Mayer-Str. 9, 67346 Speyer
Eintritt frei.
Quelle: Landesbibliothekszentrum




