Grünstadt – Müllauto fahren, Fahrzeugschau, eine ganz besondere Torwand und vieles mehr: Beim Tag der offenen Tür am Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) in Grünstadt wartet am Samstag, 13. Juni, von 10 bis 16 Uhr ein kunterbuntes Programm auf die Besucherinnen und Besucher. Mit dem Aktionstag möchte der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) sich und seine Arbeit, vor allem aber auch das AWZ nach zehn Jahren Standortentwicklung präsentieren.

„Wir wollen mit den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises beim Tag der offenen Tür am Abfallwirtschaftszentrum gemeinsam feiern, dass unser AWB in Sachen Entsorgung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz wirklich gute Arbeit leistet, auf die wir stolz sein können. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihr Interesse am AWB. Denn Müll und seine Entsorgung oder Wiederverwertung ist ein Thema, das uns alle angeht. Stellen Sie Fragen, schauen Sie sich die Fahrzeuge und den Standort an. Es wird auf jeden Fall ein spannender und interessanter Tag werden“,

sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld anlässlich des Aktionstags mit vielen verschiedenen Stationen auf dem AWZ-Gelände. 

Für die Großen haben die AWB-Mitarbeiter eine besondere Torwand gebaut. Das Unikat ist am ehesten mit Tonnentorwand zu beschreiben.

„Ziel ist es, Fußbälle in geöffnete Mülltonnen zu versenken, die in eine mit Kunstrasen bespannte Wand eingebaut sind.“

AWB-Werkleiter Klaus Pabst
Tonnentorwand (Foto: Kreisverwaltung Bad Dürkheim)
Tonnentorwand (Foto: Kreisverwaltung Bad Dürkheim)

Und noch ein Highlight steht für Erwachsene an: der LKW-Parcours. Mit einem Fahrlehrer dürfen Interessierte, die einen PKW-Führerschein haben, selbst am Steuer eines Abfallsammelfahrzeugs Platz nehmen, den LKW durch einen Parcours lenken und im Wortsinne erfahren, wie groß so ein Gefährt ist.

„Damit wollen wir auch um Verständnis für unsere Fahrer werben. Denn es ist definitiv nicht einfach mit so einem Fahrzeug in engen Gassen oder zugeparkten Straßen zu manövrieren.“

AWB-Werkleiter Klaus Pabst

Die Besucherinnen und Besucher können sich außerdem bei Führungen über den Standort informieren. An verschiedenen Stellen gibt es einiges zu erleben: Der Fuhrpark mit Abfallsammel- und Containerfahrzeugen kann unter die Lupe genommen werden und: Ja – man darf auch mal auf den Knopf drücken, der die Leerung einer Mülltonne startet. Außerdem gibt es Infos zu Sicherungs- und Scan-Systemen, Kameras und Bildschirmen am Fahrzeug und im Führerhaus. Auch der neue E-LKW ist zu sehen, der für Transportfahrten bereitsteht und an einer Ladesäule auf dem AWZ-Gelände mit Energie versorgt wird. Der Weg führt auch vorbei an den zwei großen Photovoltaik-Anlagen – einer auf der Freihalle des Wertstoffhofs und eine an der Wand des Gebäudes für den Bioabfall-Umschlag. 

Der AWB stellt seine Wertstoffhöfe vor – nicht nur das AWZ selbst, sondern auch die Betriebe in Grünstadt, Haßloch und Esthal. Weitere Informationen gibt es über die Deponien im Kreis und das Klimaschutzprojekt der Deponieentgasung. Zugleich sind die ehemaligen Deponien ebenfalls Standorte von großen Photovoltaik-Anlagen. 

Beim Tag der offenen Tür sind sowohl die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) als auch die Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen GmbH (GML) als wichtige Kooperationspartner des AWB (siehe „Die Historie des Standorts“) mit Infoständen vor Ort. Die ZAK stellt ein spezielles Transportfahrzeug vor, einen sogenannten Walking Floor. 

Außerdem sind Anbieter von Upcycling-Produkten vor Ort. Sie nehmen weggeworfene Dinge und werten sie kreativ zu etwas Neuem, wieder Nutzbaren auf. 

Für Kinder gibt es einen Bobbycar-Parcours, bei dem Hindernisse zu umkurven sind. Außerdem wartet eine Hüpfburg auf die kleinen Gäste. Für alle gibt’s zur Stärkung Essen, Trinken, Kaffee und Kuchen. 

Auf eine Sache will AWB-Werkleiter Klaus Pabst aber noch hinweisen:

„Wenn alle mit dem Auto kommen und auf dem AWZ parken wollen, haben wir keinen Platz mehr für unsere ganzen Aktivitäten an dem Tag. Wir bitten deshalb darum, Autos auf dem Parkplatz der Verbandsgemeinde Leiningerland, Industriestraße 11, in Grünstadt oder am Parkplatz des SV Obersülzen, Grünstadter Straße 25, in Obersülzen abzustellen. Ein Shuttleservice mit Kleinbussen ist eingerichtet, von beiden Parkplätzen wäre das AWZ aber auch zu Fuß gut zu erreichen.“ 

AWB-Werkleiter Klaus Pabst

Die Historie des Standorts

Ein Blick zurück: In der Obersülzer Straße in Grünstadt hat die Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen GmbH (GML) ab 1992 ein Biokompostwerk betrieben. Auf 2,7 Hektar standen Rottehalle, Lager, Biofilter und weitere technische Anlagen, Büroräume und alles, was sonst noch zum Biokompostwerk dazugehörte. Verwertet wurden dort die Bioabfälle der Kommunen in der Vorderpfalz. Gesellschafter der GML sind die Landkreise Bad Dürkheim, Alzey-Worms, der Rhein-Pfalz-Kreis, die Städte Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer, Neustadt, Mannheim, der Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Worms und die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK), eine gemeinsame kommunale Anstalt der Stadt und des Landkreises Kaiserslautern.

2015 änderte sich das Vorgehen bei der Weiterverarbeitung des Biomülls. Im Rahmen einer Kooperation mit der ZAK wurde vereinbart, dass deren Restmüll ins Müllheizkraftwerk nach Ludwigshafen gebracht wird. Im Gegenzug gehen die Bioabfälle aus der Vorderpfalz in die neue Bioabfallverwertungsanlage in Kaiserslautern. Mit diesem Vorgehen war die Auslastung der Anlagen in Ludwigshafen und Kaiserslautern gesichert. Die technisch veraltete Rottehalle konnte abgerissen werden. 

Im gleichen Jahr übernahm der AWB die operative Tätigkeit am Standort. Seit 2016 schlägt der AWB dort die Bioabfälle aus der Vorderpfalz um und betreibt eine Grünschnittsammelstelle. 2017 kam der Umschlag von Altpapier und Altglas hinzu. 

Seit 2019 befindet sich am AWZ ein Wertstoffhof. Seit Ende 2022 werden von dort ie betriebseigenen Transporte der Wertstoffhöfe mit eigenen Container-Fahrzeugen organisiert, eins davon rein elektrisch betrieben. 

Der letzte große Schritt in Sachen Standortentwicklung folgte ab Januar 2024, als der AWB die Abfallsammlung für Papier, Rest- und Biomüll eigenverantwortlich übernommen hat. Am AWZ sind der Fuhrpark mit den 20 Sammelfahrzeugen und Personal – Fahrer, Lader, Disponenten – untergebracht, seit Anfang 2026 im nagelneuen, hochmodernen Betriebsgebäude. Es ist in nur einer Woche aus vorgefertigten, maßgeschneiderten Holzbauelementen errichtet worden. Die inzwischen verputzten Holzaußenwände sind mit Holzfasern gedämmt, die Fenster dreifachverglast. Zwei redundante Wärmepumpen mit Fußbodenheizung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgen für ein angenehmes Raumklima in den verschiedenen Nutzungsbereichen.

Das Gebäude verfügt über eine individuell steuerbare Haustechnik mit Wassermanagement, LED-Beleuchtung und variablem Sonnenschutz. All das macht den Bau zum Niedrigenergiehaus der Energieeffizienzklasse A.

„Damit ist die Fläche jetzt voll ausgelastet und alle Bauarbeiten sind abgeschlossen. Das nehmen wir zum Anlass, um den Menschen zu zeigen, was wir am AWZ in Grünstadt, aber auch insgesamt im Landkreis alles machen.“

AWB-Werkleiter Klaus Pabst

Quelle: Kreisverwaltung Bad Dürkheim


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