Ilbesheim – Wie steht es um die aktuelle Weinlese, welche Qualitäten sind zu erwarten, und vor welchen Herausforderungen steht die Weinwirtschaft? Darüber informierten sich Landrat Dietmar Seefeldt und Torsten Blank, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land, beim traditionellen Weinlesegespräch bei der Deutsches Weintor eG in Ilbesheim.

Im Austausch mit Vertretern der Genossenschaft standen die aktuelle Erntesituation, die Aussichten auf den neuen Jahrgang und die Entwicklung des Weinmarktes im Mittelpunkt. Von Seiten der Deutsches Weintor eG nahmen der Aufsichtsratsvorsitzende Thorsten Schmidt,  Vorstandsvorsitzender Frank Jentzer, Kellermeister Michael Kern sowie Bereichsleiter Technik Stefan Di Cursi an dem Gespräch teil. 

Ein „neidischer Herbst“ mit großen Unterschieden

Bei den Erntemengen zeigt sich in diesem Jahr ein sehr unterschiedliches Bild. Die lange Trockenheit und die geringen Niederschläge haben die Weinberge je nach Standort und Bodenbeschaffenheit unterschiedlich stark beeinflusst. Wo zumindest etwas mehr Regen gefallen ist oder die Böden Wasser besser speichern konnten, macht sich dies deutlich positiv bei den Erträgen bemerkbar.

„Wir erleben in diesem Jahr einen klassischen ‚neidischen Herbst‘. Die Erntemengen können sich selbst auf vergleichsweise kurze Distanz deutlich unterscheiden. Entscheidend sind die Böden und vor allem die Frage, wo die Reben von den wenigen Niederschlägen profitieren konnten.“

Thorsten Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsches Weintor eG

Sehr gesundes Lesegut und beste Aussichten für die Qualität

Während die Mengen regional schwanken, stimmen die Traubenqualitäten ausgesprochen zuversichtlich. Das Lesegut präsentiert sich sehr gesund und bietet beste Voraussetzungen für die weitere Verarbeitung im Keller. Kellermeister Michael Kern zeigt sich entsprechend optimistisch:

„Die Trauben kommen in einem sehr gesunden Zustand bei uns an. Das ist die entscheidende Grundlage für einen hervorragenden Jahrgang. Wir erwarten sehr schöne, ausdrucksstarke Weine und können uns auf hohe Qualitäten freuen.“

Kellermeister Michael Kern

Auch Stefan Di Cursi, Bereichsleiter Technik, hebt das Potenzial des Jahrgangs hervor:

„Besonders bei den roten Rebsorten sehen wir sehr vielversprechende Voraussetzungen. Die Trauben lassen farbintensive Rotweine mit viel Ausdruck und Struktur erwarten.“

Stefan Di Cursi

Herausfordernder Weinmarkt verlangt klare Antworten

Neben der Weinlese war die aktuelle Marktsituation ein zentrales Thema des Gesprächs. Der deutsche Weinmarkt bleibt herausfordernd. Die Deutsches Weintor eG begegnet dieser Entwicklung mit einer konsequenten Qualitätsstrategie und gezielten Innovationen – unter anderem mit neuen Angeboten im wachsenden Segment alkoholfreier Weine.

„Der Markt fordert uns weiterhin stark. Entscheidend ist deshalb, nicht abzuwarten, sondern aktiv Antworten auf veränderte Konsumgewohnheiten zu geben. Mit Innovationen beispielsweise im alkoholfreien Bereich und gleichzeitig einer klaren Ausrichtung auf Qualität wollen wir neue Impulse setzen und die Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft und damit auch unserer Mitgliedsbetriebe sichern.“

Frank Jentzer, Vorstandsvorsitzender von Deutsches Weintor

Bedeutung für Weinbau und Region

Landrat Dietmar Seefeldt würdigte beim Besuch insbesondere die konsequente Qualitätsorientierung von Deutsches Weintor:

„Gerade in einem schwierigen Marktumfeld ist es wichtig, sich mit Qualität und einem klaren Profil zu behaupten. Deutsches Weintor zeigt, wie sich die Stärken unserer Weinregion mit einer zukunftsgerichteten Strategie verbinden lassen.“

Landrat Dietmar Seefeldt

Bürgermeister Torsten Blank hob die Bedeutung der Genossenschaft für die Winzerinnen und Winzer sowie für die gesamte Region hervor:

„Deutsches Weintor ist für zahlreiche Winzerfamilien ein verlässlicher Partner und zugleich ein wichtiger Arbeitgeber in unserer Region. Diese Verbindung von Landwirtschaft, Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vor Ort ist von großer Bedeutung.“

Bürgermeister Torsten Blank

Das traditionelle Weinlesegespräch bietet den politischen Vertretern jedes Jahr die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Situation in den Weinbergen, die Erwartungen an den neuen Jahrgang und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Weinbranche zu informieren. Der diesjährige Austausch machte deutlich: Trotz herausfordernder Mengen- und Marktbedingungen gibt die hohe Qualität des Leseguts allen Grund, mit Zuversicht auf den neuen Jahrgang zu blicken.


Quelle: Landkreis Südliche Weinstraße, Verbandsgemeinde Landau-Land und Deutsches Weintor eG