Ludwigshafen – Zwei Weltpremieren, zwei Premieren eigener Schauspielproduktionen und eine Vielzahl an hochkarätigen Vorstellungen präsentierten Intendant Tilman Gersch und sein Team in der Pressekonferenz zu den Festspielen Ludwigshafen 2026.
80 Gastspiele und Eigenproduktionen aus allen Sparten werden in der nächsten Saison präsentiert, darunter mehrere Weltpremieren und Deutsche Erstaufführungen. Das Tanzprogramm der Saison wird von der BASF SE gesponsert und ermöglicht so trotz knapper Finanzen hochkarätige Veranstaltungen.
Im Schauspielprogramm der Festspiele findet sich dieses Mal wieder eine Werkschau. Das Berliner Ensemble kommt mit drei Produktionen nach Ludwigshafen: Regiestar Barrie Kosky rollt in seinem Kafka-Abend K. die jüdischen Wurzeln des Schriftstellers unterhaltsam mit viel Musik und einem brillanten Ensemble auf, Jens Harzer gibt sich in seinem eindrucksvollen Oscar-Wilde-Solo De Profundis mit Leib und Seele dem tragischen Schicksal des Autors hin und Max Hopp präsentiert Zuckmayers Hauptmann von Köpenick als Ein-Personen-Stück und wechselt dabei mühelos zwischen verschiedenen Charakteren und Dialekten. Dazu kommen René Polleschs vergnügliche Manzini-Studien von der Volksbühne Berlin mit Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke sowie Arendt vom Thalia Theater Hamburg mit Corinna Harfouch in der Titelrolle. Sie nimmt die Zuschauenden nicht nur mit auf einen surrealen Trip durch die Zeiten, sondern auch durch die Genres – vom Film noir bis zur Groteske.
Hausherr Tilman Gersch steuert zwei Eigenproduktionen bei: Elfriede Jelineks Prinzessinnen-dramen mit Josephine Thiesen und Tobias Lutze, in denen die Nobelpreisträgerin mit Wortwitz, Ironie und einem guten Maß an Selbstkritik von patriarchalischen Machtverhältnissen und ihren Folgen für das weibliche Selbstverständnis erzählt. Zum Saisonauftakt inszeniert Gersch in der Melanchthonkirche Jewgeni Schwarz‘ Märchenstück Der Drache mit der Bürgerbühne – eine kluge und amüsante Analyse autoritärer Systeme und der gesellschaftlichen Mechanismen, die diese am Laufen halten. Lesungen u.a. von Katharina Thalbach und Edgar Selge, Ursula Krechel und Marie Bäumer sowie Gesprächsformate mit Joschka Fischer und Carolin Emcke vervollständigen das Programm.
Das Tanzprogramm der Festspiele beginnt mit einer Weltpremiere, deren Endproben auf den Pfalzbau Bühnen stattfinden: Die renommierte GöteborgsOperans Danskompani zeigt neben einer Choreographie des britischen Ausnahme-Choreographen Botis Seva die Uraufführung See you Sunday von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson. Die beiden jungen Künstler setzen sich in ihrem Tanzstück mit Humor und Experimentierfreude mit dem Thema Doppelgänger und den damit verbundenen zwiespältigen Empfindungen auseinander. Die Stuttgarter WINNDance Company präsentiert in ihrem in Venedig angesiedelten Tanzstück Scirocco u.a. Choreographien von John Neumeier sowie Imre und Marne von Opstal. Eine weitere Uraufführung steuert die Danza Contemporanéa de Cuba mit The Rain Maiden bei, das sich auf der Grundlage einer Erzählung von Theodor Storm mit Mythen und Naturkräften beschäftigt. Im Hip-Hop-Tanzstück Beauséjour widmet sich Mourad Merzouki mit einem Augenzwinkern dem Älterwerden, das Physical Theatre Mami und die Performance MagecThe Desert illustrieren ebenso einen biographischen Hintergrund. Große Compagnien wie das Ballett der Opera di Roma mit dem Ballettklassiker Giselle und zum glanzvollen Ausklang das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch mit Vollmond setzen Maßstäbe.
After-Show-Konzerte verschiedener Ensembles und Publikumsgespräche lassen die Abende musikalisch ausklingen. Intendant Tilman Gersch informierte außerdem über das neue Kassenvertriebssystem des Theaters.
„Mit zwei internationalen Weltpremieren im Tanz, einer Werkschau des Berliner Ensembles, vielen Schauspielstars und ästhetischer Vielfalt werben wir um die Gunst unseres geschätzten Publikums“,
resümierte der Intendant das abwechslungsreiche Programm.
Informationen über die Festspiele Ludwigshafen: https://www.theater-im-pfalzbau.de/festivals/festspiele-ludwigshafen
Quelle: Theater im Pfalzbau






