Neustadt an der Weinstraße – Die mediale Berichterstattung in diesem Sommer kannte nur ein Thema: die große Hitze, den Klimawandel und seine Folgen. Dass 2026 ein heißer Weinjahrgang würde, war früh absehbar. Mit lediglich 214 bis 368 mm Niederschlag verzeichnete die Pfalz den trockensten und mit 22 Tagen über 35 °C zugleich den heißesten Jahrgang seit Beginn der Aufzeichnungen.
Das verdeutlicht die außergewöhnlichen Bedingungen. Dennoch präsentierten sich die Trauben bei der Lese in der ganzen Pfalz in sehr gesundem Zustand. Unterschiede gibt es aber bei den Erntemengen: Im Süden der Pfalz sorgten Niederschläge zum richtigen Zeitpunkt für weitgehend normale Mengen im Keller, während an der Mittelhaardt und im Norden die Erntemengen geringer ausfielen. Erste Schätzungen gehen von -15% zu den Vorjahren aus.

Dazu beigetragen haben das professionelle Management im Weinberg und die Erfahrung der Pfälzer Winzerinnen und Winzer im Umgang mit heißen und trockenen Jahren. Auf die frühe Reife reagierten die Betriebe mit einem historisch frühen Hauptlesebeginn am 20. August 2026.
„Natürlich konnten wir nicht überall die gleichen Erntemengen wie in regenreicheren Jahren erzielen. Dafür ist es uns allen aber gelungen, frische, sortentypische und aromatisch profilierte Weine zu erzeugen. Die Top-Lagen überzeugen schon jetzt in der Fassprobe durch Komplexität und Tiefe. Dass die Pfälzer Weine trotz Hitze und Trockenheit aromatisch frisch geblieben sind und die Mostgewichte nicht übermäßig hoch ausfielen, liegt auch an der Erfahrung, die wir in den vergangenen Jahren mit heißen und trockenen Bedingungen gesammelt haben.“
Boris Kranz, 1. Vorsitzender von Pfalzwein e.V.
Das weinbegeisterte Publikum darf sich auf charaktervolle 2026er Weine mit Eleganz und viel Trinkfluss freuen. Die Rotweine, insbesondere der Spätburgunder, profitieren von der frühen Reife der Traubenkerne und der Konzentration in den kleineren Beeren. Sie zeigen eine feinnervige Säurestruktur und eine ausgeprägte sortentypische Aromatik. Bei den Weißweinen steht die Pfälzer Leitrebsorte Riesling im Fokus: Die sehr gesunden Trauben bringen klare, frische und sortentypische Weine hervor. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Jahrgang 2026 sowohl in der Breite als auch in der Spitze viel zu bieten hat.
Quelle: Pfalzwein e.V.






