Neustadt an der Weinstraße – Mit der Lese der ersten Solaris Trauben für Federweißen ist die Pfalz heute in die Weinlese 2026 gestartet. Die Pfälzische Weinkönigin Anna Antonia Cölsch eröffnete gemeinsam mit Helfer/-innen die diesjährige Lese im Weinberg des Weinguts Nett in Neustadt-Geinsheim. Zum offiziellen Lesestart hatten Pfalzwein e.V. und das Deutsche Weininstitut Gäste aus Weinwirtschaft, Politik und Presse eingeladen.

Vom Weinberg ging es für die frisch gelesenen Trauben direkt ins Weingut, wo sie noch am Vormittag gekeltert wurden. Bei einem Glas neuem Wein stießen die Gäste anschließend auf den Beginn der Lese und den Jahrgang 2026 an. Für die Pfälzer Weinbaubetriebe beginnen damit die arbeitsintensivsten Wochen des Jahres. Je nach Rebsorte, Lage und Reifeentwicklung werden die Trauben nun nach und nach eingebracht.

Ein Vollernter bei der Lese der ersten Trauben (Foto: Pfalzwein e.V.)
Ein Vollernter bei der Lese der ersten Trauben (Foto: Pfalzwein e.V.)

Die ersten gelesenen Trauben präsentierten sich in einem guten gesundheitlichen Zustand. Die Reben sind in diesem Jahr in ihrer Entwicklung weit fortgeschritten. Bereits im Juni sorgten hohe Temperaturen und außergewöhnlich viel Sonnenschein für einen deutlichen Entwicklungsschub. Auch der weitere Sommer war von hohen Temperaturen geprägt, während die Niederschlagsmengen regional stark variierten. Insgesamt hat die warme Witterung die Reifeentwicklung deutlich beschleunigt.

„Der Beginn der Lese ist jedes Jahr ein besonderer Moment für die Pfälzer Weinwirtschaft. Die ersten Trauben zeigen sich gesund und sorgen für einen erfreulichen Auftakt. Für eine Bewertung des Jahrgangs ist es zu diesem frühen Zeitpunkt allerdings noch zu früh. Entscheidend ist, wie sich die Trauben in den kommenden Wochen bis zum jeweiligen Lesezeitpunkt entwickeln.“

Joseph Greilinger, Geschäftsführer von Pfalzwein e.V.

Eine Woche vor fünfjährigem Mittel

Mit einem Lesestart in der zweiten Augustwoche beginnt die Traubenernte für den Jahrgang 2026 nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) rund eine Woche früher als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die Lese für Sektgrundweine wird ebenfalls schon in den nächsten Tagen beginnen und nahtlos in die Ernte frühreifer Rebsorten für die Weinbereitung übergehen.

Sehr gesunde Trauben

Dank der trocken-heißen Witterung der letzten Wochen erfreuen sich die Trauben derzeit in allen deutschen Anbaugebieten bester Gesundheit. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich von daher auf sehr aromatische und fruchtbetonte Federweiße aus heimischen Regionen freuen.

Keine großflächigen Schäden 

Abgesehen von lokal begrenzten Hagelschlägen, die in einigen Regionen wie etwa der Pfalz, Baden oder Württemberg teilweise für erhebliche Schäden in den Weinbergen gesorgt haben, sind die Winzerinnen und Winzer in diesem Jahr bis dato von größeren Unwetterkatastrophen verschont geblieben.

Lesestart 2026: Gerhard Nett vom Weingut Nett in Neustadt/W. bestimmt die Mostgewichte mit dem Refraktometer (Foto: DWI)
Lesestart 2026: Gerhard Nett vom Weingut Nett in Neustadt/W. bestimmt die Mostgewichte mit dem Refraktometer (Foto: DWI)

Junge Reben leiden unter der Dürre 

Die extreme Trockenheit bereitet vor allem jüngeren Weinbergen Probleme, deren Wurzelsystem noch nicht so stark ausgebildet ist. Hier mussten bereits im Sommer Trauben entfernt werden, um die Reben zu entlasten. Wo es ging, wurde auch bewässert. Ältere Weinberge stehen noch vergleichsweise gut da, sofern sie nicht auf leichten Böden wachsen, die nur wenig Wasser speichern können.

Kleine konzentrierte Beeren 

Die Traubenbeeren sind aufgrund des fehlenden Wassers insgesamt kleiner und nicht ganz so saftig wie in normalen Jahren. Dies lässt einerseits die Moste sehr konzentriert und aromatisch werden, andererseits dürfte es sich auch auf die zu erwartenden Erntemengen auswirken.

Kühler, trocken und etwas Regen wären ideal

Für den weiteren Verlauf der Traubenreife sind die prognostizierten kühleren Temperaturen ab der kommenden Woche sehr willkommen. Wenn es zudem leichte Niederschläge zur Behebung des akuten Wassermangels gäbe und es ansonsten während der Leseperiode weitgehend trocken bliebe, wären das die besten Voraussetzungen für einen qualitativ guten Weinjahrgang 2026.


Quelle: Pfalzwein e.V., Deutsches Weininstitut