Landau – Was passiert, wenn ein schweres Unwetter innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Einsatzstellen entstehen lässt? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Samstag, 26. September 2026, Einsatzkräfte in ganz Rheinland-Pfalz. Beim zweiten Landesübungstag für den Brand- und Katastrophenschutz wurde eine großflächige Unwetterlage simuliert. In Landau fand eine organisationsübergreifende Übung auf der Großbaustelle der Sparkasse Südpfalz in der Ostbahnstraße statt.
Von etwa 9.30 Uhr bis gegen 12 Uhr konnte die Übung in Landau vor Ort verfolgt werden. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungs- und Katastrophenschutz sowie weitere Führungs- und Spezialkomponenten arbeiteten dabei Hand in Hand.
Das Szenario basierte auf einer dynamischen Unwetterlage. Landesweit wurde ein schweres Starkregenereignis mit Sturmböen und Gewittern angenommen. Nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sollte eine fiktive Kaltfront Rheinland-Pfalz erfassen. Vorgesehen waren unter anderem heftiger Starkregen, Sturmböen mit bis zu 90 bis 120 Stundenkilometern in exponierten Lagen und eine erhöhte Blitzaktivität.


Vier Verletzte und zahlreiche Betroffene
In Landau entwickelte sich daraus auf der Großbaustelle der Sparkasse Südpfalz eine Reihe unterschiedlicher Schadenslagen. Insgesamt mussten vier Verletzte versorgt bzw. gerettet werden. Hinzu kamen 20 Betroffene, die im Rahmen des Szenarios betreut werden mussten.
Eine der anspruchsvolleren Aufgaben war die Rettung einer verschütteten Person. Die Einsatzkräfte mussten dabei zunächst einen Zugang zu der vom Erdreich eingeschlossenen Person schaffen und anschließend die Rettung möglichst schonend durchführen. Dabei wurde das Rettungsplattensystem Biber mit einem Kran in die Grube abgelassen. Mit den Rettungsplatten wurde das Erdreich gegen Nachrutschen gesichert, die verletzte Person mittels Schaufeln vom Sand befreit und mit einem Rettungskorb gerettet.
Ein weiteres Szenario spielte sich an einem Container ab. Hier war ein Baum auf einen Container gestürzt und hatte eine Person verletzt. Auch diese Lage erforderte das koordinierte Vorgehen der Einsatzkräfte, um die verletzte Person aus dem Gefahrenbereich zu bringen.
Spektakulär gestaltete sich die Rettung einer weiteren Person aus größerer Höhe. Nach dem angenommenen Einschlag eines Blitzes musste eine Person von der Höhenrettungsgruppe von einem Kran gerettet werden. Dabei waren nicht nur medizinische Versorgung und Absicherung gefragt, sondern auch spezielle rettungstechnische Fähigkeiten.
Bei einer weiteren Übungslage wurde eine reanimationspflichtige Person versorgt. Hier stand das koordinierte medizinische Handeln der Einsatzkräfte im Mittelpunkt.


Zusammenspiel verschiedener Organisationen
Die Übung zeigte dabei nicht nur einzelne Rettungsszenarien. Ein wesentlicher Bestandteil des Landesübungstags war das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen und Führungsebenen.
In Landau waren unter anderem Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Landau, des Technischen Hilfswerks (Ortsverband Landau), der Höhenrettungsgruppe Wernersberg, des Abschnitts Gesundheit mit Einheiten des Sanitäts- und Betreuungsdienstes (MHD und DRK) sowie weitere Führungs- und Spezialkomponenten der Stadt Landau und des Landkreises Südliche Weinstraße beteiligt.
Die Großbaustelle der Sparkasse Südpfalz bot dafür eine besondere Kulisse. Bereits im Vorfeld war angekündigt worden, dass bewusst möglichst realistische Bedingungen geschaffen werden sollten. Die Sparkasse stellte das Gelände für die Übung zur Verfügung. Gleichzeitig konnten auch die internen Melde- und Alarmierungswege des Unternehmens bzw. der Baufirma unter realistischen Bedingungen überprüft werden.


Landesweite Übung mit gemeinsamem Lagebild
Der Einsatz in Landau war nur ein Teil des zweiten Landesübungstags. Rheinland-Pfalzweit fanden am Samstag zahlreiche Übungen unterschiedlicher Größe statt. Das Land hatte ein gemeinsames Rahmenszenario vorgegeben, in das die einzelnen Übungen vor Ort eingebunden wurden.
Dabei ging es nicht allein darum, einzelne Verletzte zu retten oder Schadensstellen abzuarbeiten. Auch die Kommunikation zwischen den örtlichen Einsatzstellen, Landkreisen und kreisfreien Städten, Integrierten Leitstellen und der Landesebene sollte erprobt werden. Die einzelnen Übungslagen sollten zu einem möglichst realistischen landesweiten Lagebild zusammengeführt werden.
Der Landesübungstag findet seit 2025 jährlich am letzten Samstag im September statt. Beim ersten Landesübungstag im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Landes mehr als 5.000 Beteiligte im Einsatz. Auch 2026 wurden aus allen Landesteilen Übungen unterschiedlicher Größenordnung angemeldet.
Für die Zuschauer in Landau bot sich während des Vormittags ein eindrucksvolles Bild: Blaulicht und Martinshorn, Einsatzfahrzeuge, Rettungskräfte und technische Spezialisten bestimmten das Geschehen auf der Großbaustelle. Was im Ernstfall unter erheblichem Zeitdruck bewältigt werden müsste, konnte hier kontrolliert und dennoch möglichst realitätsnah trainiert werden.


























Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht






