Bad Dürkheim / Kallstadt – Waldwege, eindrucksvolle Sandsteinformationen und Ausblicke auf die Burgruinen der Region prägten unsere Wanderung am Mittwoch, 28. Oktober 2026. Ausgangspunkt war der Parkplatz Weilach auf der Gemarkung Kallstadt. Von dort führte die Tour durch den herbstlichen Wald zur Schlagbaum-Wegkreuzung, weiter zur Kaiser-Wilhelm-Höhe, zur Steingrotte mit Bank und Tisch und zum historischen Steinbruch Kriemhildenstuhl.
Durch den Wald zur Kaiser-Wilhelm-Höhe
Vom Parkplatz Weilach aus folgten wir zunächst einem Waldweg in Richtung Schlagbaum-Wegkreuzung. Unterwegs bot sich ein Blick auf den Herzogweiher, in dessen Umgebung sich das Pfalzmuseum für Naturkunde befindet. Der Weg führte weiter durch den Wald zur Kaiser-Wilhelm-Höhe, einem Aussichtspunkt mit geschichtlichem Hintergrund.
Der Aussichtsturm wurde vom Drachenfels-Club anlässlich des 90. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. errichtet. Der preußische König und erste deutsche Kaiser wurde 1797 geboren und starb 1888. An der Südseite des turmartigen Aufbaus befindet sich eine kleine Schutzhöhle. Der Aussichtsturm wurde 1976 saniert.
Von der Plattform reicht der Blick über den Pfälzerwald bis nach Bad Dürkheim und in die umliegende Landschaft. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Limburg, deren markante Ruine weithin sichtbar über dem Isenachtal liegt. Auch die Hardenburg und die Bad Dürkheimer Stadtteile Grethen und Hardenburg gehören zum Panorama. Der Aussichtspunkt ist damit ein lohnendes Ziel für Wanderer, die Natur und regionale Geschichte miteinander verbinden möchten.

Der Kriemhildenstuhl: Einblicke in die römische Geschichte
Ein weiterer Höhepunkt der Wanderung war der historische Steinbruch Kriemhildenstuhl. Das Kulturdenkmal gehört zu den bedeutenden Zeugnissen römischer Steinbruchtechnik in der Pfalz. Die heute sichtbare Anlage wurde zwischen 1937 und 1939 in ihrer jetzigen Form freigelegt.
Bereits vor rund 1.800 Jahren wurde hier Buntsandstein abgebaut. Nach den überlieferten Inschriften war der Steinbruch etwa zwischen 200 und 220 n. Chr. in Betrieb. Soldaten der in Mainz stationierten 22. Legion waren am Abbau beteiligt. Schätzungen zufolge wurden rund 10.000 Kubikmeter Steinblöcke abtransportiert, vermutlich für ein Bauvorhaben in Mainz.
Noch heute lassen sich an den Felswänden zahlreiche Spuren der damaligen Arbeit erkennen. Hinzu kommen Inschriften, Weihezeichen und Felsbilder, die teilweise religiösen Zwecken dienten oder mit dem Betrieb des Steinbruchs in Verbindung standen. Einige Darstellungen geben der Forschung bis heute Rätsel auf.
Auch geologisch ist der Kriemhildenstuhl interessant. Der helle Sandstein gehört zu den Rehbergschichten des Mittleren Buntsandsteins, der vor rund 220 Millionen Jahren entstand. Seine ungewöhnlich helle Färbung geht auf natürliche Bleichungsvorgänge zurück. Dabei wurden eisenhaltige Farbstoffe aus dem Gestein gelöst. Entlang des Haardtrandes finden sich mehrere solcher Steinbrüche, in denen über Jahrhunderte ein begehrter Werkstein gewonnen wurde. Der Sandstein eignete sich aufgrund seiner Festigkeit und gleichmäßigen Körnung für Wohnhäuser ebenso wie für Kirchen, Burgen und Schlösser. Schon die Römer schätzten das Material.

Lebensraum für seltene Tiere
Neben seiner historischen und geologischen Bedeutung besitzt der Steinbruch auch einen besonderen Wert für die Natur. In kleinen Wasseransammlungen finden verschiedene Amphibien geeignete Bedingungen für ihre Fortpflanzung. Dazu gehören Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch, Fadenmolch und Feuersalamander.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gelbbauchunke. Die Art ist in der Pfalz stark zurückgegangen und europaweit gefährdet. Sie benötigt für ihre Fortpflanzung kleine, häufig nur vorübergehend wasserführende Pfützen und Kleinstgewässer. Solche Lebensräume sind vielerorts selten geworden. Auch die Geburtshelferkröte ist in der Region bedroht.
Darüber hinaus bietet das Gebiet Lebensraum für Schmetterlinge und verschiedene Reptilien, darunter Ringelnatter, Mauereidechse und Blindschleiche. Uhu und Wanderfalke gehören ebenfalls zu den Arten, die im Zusammenhang mit dem Gebiet genannt werden. Der Steinbruch ist damit nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Tiere, die auf besondere Bedingungen angewiesen sind.

Gemütlicher Abschluss im Schützenhaus
Nach den Eindrücken am Aussichtspunkt und im historischen Steinbruch führte unser Weg zurück durch den Wald. Zum Abschluss kehrten wir in der Waldgaststätte Schützenhaus Bad Dürkheim ein. Dort ließen wir die Wanderung in gemütlicher Atmosphäre ausklingen, bevor es zurück zum Parkplatz Weilach ging.
Die Tour zeigt, wie abwechslungsreich die Landschaft am Haardtrand ist. Waldwege, weite Ausblicke, geologische Besonderheiten und römische Geschichte liegen hier nah beieinander. Wer eine Wanderung mit Naturerlebnis und kulturhistorischen Entdeckungen verbinden möchte, findet rund um Bad Dürkheim ein lohnendes Ziel.

























Quelle: Treffpunkt-Pfalz






