Neustadt an der Weinstraße – Staatsminister Sven Teuber (Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz) hat am Dienstag, 27. Oktober 2026, in Neustadt an der Weinstraße die Freiherr-vom-Stein-Plakette an 41 engagierte Rheinland-Pfälzer verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Land den langjährigen ehrenamtlichen Einsatz in der Kommunalpolitik.
Die Geehrten wurden von Landkreisen, kreisfreien Städten und großen kreisangehörigen Städten vorgeschlagen. Ihr Engagement steht beispielhaft für den Einsatz vieler Menschen, die sich neben Beruf und Familie für ihre Kommunen einsetzen und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen.
Die Freiherr-vom-Stein-Plakette erinnert an den preußischen Staatsmann und Reformer Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein. Sie ist eine Anerkennung für Menschen, die sich über viele Jahre in der kommunalen Selbstverwaltung engagiert haben.


Grußwort von Oberbürgermeister Marc Weigel
Oberbürgermeister Marc Weigel begrüßte die Anwesenden als Teil der kommunalen Familie“ im Saalbau und erinnerte an die besondere Bedeutung Neustadts für die deutsche Demokratiegeschichte als Geburtsort der Nationalfahne.
Mit Blick auf die internationale Lage schilderte er die schwierige Situation der Neustadter Partnerstädte Mersin-Yenişehir in der Türkei und Mâcon in Frankreich. Sein türkischer Amtskollege sitze im Gefängnis, weil er der „falschen“ Partei angehöre, so Weigel. Der französische Amtskollege sehe sich angesichts von Angriffen und Brandstiftungen in einer angespannten Lage und könne die Stadt kaum verlassen.
Weigel äußerte die Hoffnung, dass sich solche Verhältnisse nicht auf Deutschland übertragen und das Vertrauen der Bürger in die Politik erhalten bleibe. Zugleich appellierte er an die Landesregierung, die Kommunen durch eine auskömmliche Finanzierung und entsprechende Wertschätzung handlungsfähig zu halten.


Minister Teuber: „Der Staat sind wir alle“
Staatsminister Sven Teuber würdigte in seiner Rede das langjährige ehrenamtliche Engagement der Ausgezeichneten in der Kommunalpolitik. Er betonte, dass kommunalpolitische Arbeit viel Zeit, Verzicht und Leidenschaft erfordere und ohne die Unterstützung von Familie und persönlichem starkem Umfeld kaum möglich sei. Dafür sprach er sowohl den Geehrten als auch deren Angehörigen seinen Dank aus.
Teuber hob die Bedeutung von Freiheit, Meinungsvielfalt und gegenseitigem Respekt hervor. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sei es wichtig, parteiübergreifend zusammenzuarbeiten und Gemeinsamkeiten stärker zu betonen als Unterschiede. Vertrauen in die Politik entstehe vor allem durch Menschen, die sich vor Ort engagierten und Verantwortung für ihre Mitbürger übernähmen.
Mit Blick auf den preußischen Reformer Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, auf den die Auszeichnung zurückgeht, unterstrich der Minister die Bedeutung der kommunalen Selbstverwaltung. Menschen, die sich vor Ort einbringen, könnten Veränderungen anstoßen und die Gesellschaft positiv gestalten.
Zugleich mahnte Teuber, mehr Menschen für das kommunalpolitische Ehrenamt zu gewinnen. Insbesondere junge Menschen müssten stärker für eine Mitarbeit begeistert und ein Generationenwechsel in den kommunalen Gremien ermöglicht werden. Mit Blick auf die Kommunalwahl 2029 sei es eine gemeinsame Aufgabe, die demokratischen Kräfte zu stärken und die Zukunft des kommunalen Ehrenamts zu sichern.
Abschließend dankte der Staatsminister den Ausgezeichneten für ihren langjährigen Einsatz und würdigte ihr Engagement als wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft und die Demokratie.











Dankwort von Ute Klenk-Kaufmann
Ute Klenk-Kaufmann, Kreisbeigeordnete im Landkreis Alzey-Worms, bedankte sich stellvertretend für alle für die besondere Auszeichnung und betonte, dass diese nicht nur den persönlichen Einsatz würdige, sondern auch die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für Städte, Gemeinden und das Gemeinwohl hervorhebe. Sie dankte dem Land Rheinland-Pfalz sowie allen, die sie auf ihrem kommunalpolitischen Weg unterstützt und begleitet haben. Besonders hob sie die Rolle der Familien und Partner hervor, die häufig auf gemeinsame Zeit verzichten müssten und den Einsatz in der Kommunalpolitik mittrügen.
Kommunalpolitisches Engagement sei keine Einzelleistung, sondern lebe vom Miteinander, gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamen Überzeugungen. Auch der Austausch mit Kollegen, Ausschüssen, Verwaltungen und Bürgern sei wichtig. Dabei gehörten konstruktive Diskussionen ebenso dazu wie Anregungen und Kritik aus der Bevölkerung.
Die Auszeichnung sei Anerkennung und zugleich Ansporn, sich weiterhin mit Herzblut und Tatkraft für die Heimat und die Menschen vor Ort einzusetzen. Zudem äußerte sie die Hoffnung, junge Menschen für ein politisches Ehrenamt begeistern zu können.

Die feierliche Veranstaltung wurde musikalisch von einem deutsch-französischen Ensemble der Kreismusikschule des Landkreises Südliche Weinstraße umrahmt: Jennifer Beyer (Gesang), begleitet von Jean-Yves Bender am Saxophon und Adrian Rinck am Klavier.


Eine weitere Verleihung findet am 4. November in Kirchberg statt. Dort sollen 48 weitere Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer die Auszeichnung erhalten. Insgesamt werden damit 89 Personen für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz in der Kommunalpolitik geehrt.
Quelle: Treffpunkt-Pfalz






