Speyer / Neustadt/W. / Wien / Santiago de Compostela – Rund 5.000 Kilometer, etwa 120.000 Höhenmeter, die Alpen und Pyrenäen, zahlreiche legendäre Radsportpässe – und am Ende eines der berühmtesten Pilgerziele der Welt: Santiago de Compostela. Am 20. Juni 2027 startet in Wien mit der MountainPilgrimage 2027 eine außergewöhnliche Premiere im europäischen Ultra-Cycling.

120.000 Höhenmeter entsprechen rund 13,5 Mount-Everest-Besteigungen

Mit rund 5.000 Kilometern erreicht MountainPilgrimage die Distanz der bekanntesten internationalen Ultra-Radrennen. Bei der Kletterleistung geht sie weit darüber hinaus: Die vorgesehenen 120.000 Höhenmeter entsprechen rechnerisch rund 13,5 Besteigungen des Mount Everest vom Meeresspiegel bis zum Gipfel.

Extreme Strecke ohne Diktat der Bestzeit

Die MountainPilgrimage stellt außergewöhnliche Anforderungen an Ausdauer, Selbstorganisation und mentale Stärke. Die schnellstmögliche Zeit ist nicht der alleinige Maßstab. Die Teilnehmenden entscheiden selbst, wie sie sich der Strecke stellen. Über Tage und Wochen konzentriert sich ihr Leben auf wenige elementare Dinge: fahren, essen, schlafen, orientieren und weiterfahren. Alltagsroutinen treten zurück. Natur, Wetter, Einsamkeit, Begegnungen und die eigenen körperlichen und mentalen Grenzen rücken in den Vordergrund.

Der Pilgergedanke entsteht aus dem Unterwegssein

Darin liegt das besondere Profil der MountainPilgrimage: Die extreme Strecke wird zum Erfahrungsraum. Es geht darum, eigene Grenzen kennenzulernen, mit Unvorhersehbarem umzugehen und das Leben auf das Wesentliche zu reduzieren. Santiago de Compostela gibt dem Weg einen besonderen Zielpunkt. Der Pilgergedanke entsteht aus dem Unterwegssein selbst: aus der Dauer, der Reduktion, den Begegnungen und der Auseinandersetzung mit sich selbst.

Christoph Fuhrbach, Marco Fraleoni und Markus Kroell (Foto: Pilgerverlag)
Christoph Fuhrbach, Marco Fraleoni und Markus Kroell (Foto: Pilgerverlag)

„5.000 Kilometer und 120.000 Höhenmeter führen jeden an Grenzen“

„Die MountainPilgrimage ist bewusst extrem, aber sie definiert sich nicht über die Bestzeit. 5.000 Kilometer und 120.000 Höhenmeter führen jeden irgendwann an Grenzen. Entscheidend ist, was unterwegs daraus entsteht: die Begegnung mit der Natur, mit anderen Menschen und mit sich selbst. Wenn sich das Leben über Wochen auf wenige elementare Dinge reduziert, wird aus einer sportlichen Herausforderung eine persönliche Erfahrung“,

sagt Markus Kroell, der die MountainPilgrimage 2027 als Veranstalter organisiert.

Der äußere Weg über Länder und Grenzen kann zum inneren Weg werden

Für die komplette Strecke benötigen die Teilnehmer – abhängig von Leistungsniveau und persönlicher Gestaltung – voraussichtlich zwei bis vier Wochen. Neben der Langdistanz wird eine kürzere Variante über etwa 1.000 Kilometer angeboten. Es gilt das Self-Supported-Prinzip: Die Teilnehmer organisieren ihre Fahrt eigenverantwortlich, fahren ohne Windschatten und beachten die lokalen Regeln. Verpflegung und Übernachtungen bleiben Sache der Fahrerinnen und Fahrer.

Dreiklang: Organisator, Ideen- und Impulsgeber kommen aus der Pfalz

Hinter dem Konzept stehen drei Menschen aus Neustadt an der Weinstraße und der Pfalz: Markus Kroell verantwortet die MountainPilgrimage als Veranstalter. Christoph Fuhrbach ist Ideengeber, Teilnehmer und erfahrener Langstreckenradfahrer. Marco Fraleoni, Buchautor und Achtsamkeitslehrer, bringt den Pilger- und Reflexionsgedanken ein. Gemeinsam verbinden sie die Organisation extremer Langstreckenfahrten mit persönlicher Raderfahrung und der Frage, was ein langer Weg jenseits sportlicher Leistung mit einem Menschen macht.

„Mein Weg – Meine Reise“ als besonderer Begleiter

Angemeldete Teilnehmer erhalten Marco Fraleonis Buch „Mein Weg – Meine Reise“ mit ihren Unterlagen – als Inspiration für die Vorbereitung und möglichen Begleiter unterwegs. Es behandelt Achtsamkeit, Dankbarkeit, Freundlichkeit, Bewegung und Natur sowie die Erfahrung, mit einfachen Dingen auszukommen. Dabei versteht es sich als Einladung zur persönlichen Reflexion. Die Medienpartnerschaft mit dem Pilgerverlag schlägt zusätzlich eine Brücke zwischen modernem Ultra-Cycling und dem jahrhundertealten Gedanken des Pilgerns.

MountainPilgrimage (Foto: Carla Kroell)
MountainPilgrimage (Foto: Carla Kroell)

Weitere Informationen zur MountainPilgrimage 2027

Daten und Fakten

Start: 20. Juni 2027, Wien
Ziel: Santiago de Compostela, Spanien
Distanzen: ca. 1.000 / 2.600 / 5.000 Kilometer
Langdistanz: ca. 5.000 Kilometer und 120.000 Höhenmeter
Charakter: Ultra-Cycling, Bikepacking, Randonnée und Pilgerfahrt
Reglement: Self-Supported, kein Windschattenfahren, verpflichtende Ruhezeiten
Gesamtzeitlimit: keines

Information und Anmeldung: mountainpilgrimage.de

Internationaler Vergleich

Das Race Across America (RAAM) führt über knapp 5.000 Kilometer durch die USA und weist je nach Route rund 50.000 bis 54.000 Höhenmeter auf. Die Tour Divide, eines der bekanntesten Self-Supported-Bikepacking-Rennen, umfasst rund 4.400 Kilometer und etwa 61.000 Höhenmeter. Die rund 7.460 Kilometer lange Strecke NorthCape–Tarifa kommt auf etwa 78.100 Höhenmeter.

Organisation

Markus Kroell veranstaltet auch die MittelgebirgeClassique, ein Unsupported-Ultracycling-Event mit Start in Neustadt an der Weinstraße. 2026 fand die fünfte Ausgabe statt. Je nach Austragung führt die Strecke durch Pfälzerwald, Schwarzwald, Vogesen und Jura. 2023 umfasste sie rund 1.100 Kilometer, 24.000 Höhenmeter und etwa 40 Pässe. Mit der MountainPilgrimage bekommt diese Erfahrung eine neue Dimension: eine Reise quer durch Europa mit einem Pilgerziel als Abschluss.


Weitere Informationen zu „MEIN WEG – Meine Reise“

„MEIN WEG – Meine Reise: Achtsam unterwegs“ von Marco Fraleoni ist im Pilgerverlag in Speyer erschienen. Das Hardcover hat 168 Seiten und ist zum Preis von 19,95 Euro im Buchhandel (ISBN: 978-3-946777-39-7) sowie beim Pilgerverlag (c/o Peregrinus GmbH, E-Mail info@pilgerverlag.de, 06232 31830) zzgl. Versand erhältlich. Weitere Informationen zu Autor und Buch finden Interessierte unter: www.helden-im-jetzt.de.


Quelle: Bistum Speyer