Drachenbronn-Birlenbach – Am 07. September 2026 führte uns ein Ausflug nach Drachenbronn-Birlenbach mitten in das Herz des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Ziel des Tages war der „Chemin des Cimes Alsace“, der Baumwipfelpfad Elsass. Bei spätsommerlichem Wetter bot das Ausflugsziel perfekte Bedingungen für ein beeindruckendes Naturerlebnis.
Anfahrt aus Deutschland
Der Baumwipfelpfad liegt im nördlichen Elsass und ist auch von deutscher Seite gut erreichbar. Wer aus der Südpfalz anreist, kann beispielsweise über Schweigen-Rechtenbach und den Grenzübergang nach Frankreich fahren. Eine weitere Möglichkeit führt von der südwestpfälzischen Seite über Schönau (Pfalz) in Richtung Elsass.
Vom Parkplatz nahe dem Schwimmbad „7 Fontaines“ (Link in Google Maps) kann der Shuttlebus genutzt werden. Nach einer drei Kilometer langen Fahrt ist der Eingang zu Fuß erreichbar.



Der Pfad-Rundweg: Perspektivwechsel im Wald
Direkt hinter dem Einstiegsportal öffnete sich uns eine völlig neue Perspektive. Der hölzerne Pfad-Rundweg führt auf einer Gesamtlänge von genau 1.050 Metern sanft ansteigend durch die verschiedenen Etagen des Waldes. Mit einer maximalen Steigung von nur 6 % ist der gesamte Pfad vollkommen barrierefrei gestaltet, sodass er mühelos begangen werden kann. Menschen mit Rollstuhl dürfen nach Anmeldung beim Busfahrer dem Bus mit dem eigenen Fahrzeug folgen und am Baumwipfelpfad parken.
Während wir zu Beginn noch auf Höhe der soliden Baumstämme wanderten, befanden wir uns schon bald auf Augenhöhe mit den Baumkronen von Buchen, Eichen und Kiefern. Entlang des Weges luden verschiedene Lern- und Erlebnisstationen zum Mitmachen ein. Besonders die Balancierelemente in luftiger Höhe forderten unseren Gleichgewichtssinn heraus, während die Infotafeln Wissenswertes über die Flora und Fauna der Nordvogesen vermittelten. Der Pfad führt von einer Höhe von 5 Meter über Grund auf ca. 24 Meter.



Tiere des Waldes im Mittelpunkt
Wer aufmerksam durch den Baumwipfelpfad geht, kann einiges über die heimische Tierwelt und die verschiedenen Baumarten erfahren. Thematisiert werden in Lehrstationen unter anderem Baummarder, Reh, Luchs, Waldkatze und Ameisen sowie Laub- und Nadelbäume.
Auch die Vogelwelt spielt eine wichtige Rolle. Mit etwas Glück lässt sich im Wald der Gesang verschiedener Vogelarten hören. Zu den vorgestellten Bewohnern gehören beispielsweise Eulen und der Trauerschnäpper.
Immer wieder laden Sitzgelegenheiten dazu ein, eine Pause einzulegen, die Umgebung auf sich wirken zu lassen und vielleicht einfach einmal dem Vogelgesang zu lauschen.
Der Aussichtsturm: Das architektonische Highlight
Das unumstrittene Herzstück des Pfades kam nach etwa der Hälfte der Strecke in Sicht: der spektakuläre, kreisrunde Aussichtsturm. Die Architektur fügt sich erstaunlich harmonisch in die umgebende Natur ein. Die spiralförmige Rampe führte uns Schritt für Schritt nach oben.
Auf der obersten Plattform angekommen, befanden wir uns auf stolzen 29 Metern Höhe. Der Rundumblick an diesem klaren Septembertag war schlicht atemberaubend: Ein perfektes 360-Grad-Panorama eröffnete uns die scheinbar endlosen Wälder des Pfälzerwalds und der Nordvogesen, die sanften Hügel des elsässischen Vorlandes und in der Ferne das weite Band der Rheinebene.



Ein rasanter Abschluss
Für den Rückweg bietet sich ein besonderer Nervenkitzel: Im Inneren des Turms befindet sich eine 75 Meter lange Tunnelrutsche. Nach der ruhigen und Aussichtsreichen Wanderung über den Wipfeln sorgt die rasante Rutschpartie hinab zum Waldboden für den perfekten, actionreichen Abschluss eines gelungenen Ausflugstages. Die Nutzung der Rutsche kostet 2 Euro und kann beim Ticketkauf mitgebucht werden.
Abenteuerwald direkt am Parkplatz
Wer mit Kindern unterwegs ist, muss sich nicht auf den Baumwipfelpfad beschränken. Direkt am Parkplatz befindet sich der Abenteuerwald Elsass.
Auf einer Fläche von rund 14.000 Quadratmetern warten mehr als 20 Spielgeräte und Lernspiele darauf, entdeckt zu werden. Hier können sich die jüngeren Besucher nach Herzenslust austoben, klettern, spielen und gleichzeitig etwas über die Natur lernen.
Damit bietet das Gelände gleich zwei unterschiedliche Erlebnisse: Während es auf dem Baumwipfelpfad hoch hinausgeht, steht im Abenteuerwald Bewegung und spielerisches Entdecken im Mittelpunkt. Gerade für Familien lässt sich der Besuch beider Bereiche gut miteinander verbinden.
Weitere Baumwipfelpfade in der Nähe
Zu den zwölf Baumwipfelpfaden gehören unter anderem der Baumwipfelpfad Schwarzwald in Bad Wildbad und der Baumwipfelpfad Saarschleife bei Mettlach.
Weitere Pfade gibt es im Bayerischen Wald, auf Usedom und Rügensowie in Österreich, Frankreich, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Irland und Kanada. Damit bietet sich für Naturliebhaber auch über die Region hinaus eine große Auswahl, die Wälder einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.
Der Baumwipfelpfad Elsass ist von April bis 1. November geöffnet. Karten für den Baumwipfelpfad und den Abenteuerwald gibt es als Kombiticket oder jeweils getrennt. Onlinetickets sind günstiger.




























Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht






