Karlsruhe / Schweigen-Rechtenbach – Die Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz e.V. hat gemeinsam mit 27 deutschen und französischen Partnern eine neue grenzüberschreitende Wanderkarte entwickelt. 45 ausgewählte Tourentipps laden dazu ein, Baden, das Elsass und die Pfalz Schritt für Schritt zu entdecken – von Rheinauen über Weinberge und Streuobstwiesen bis in die Wälder des Schwarzwalds, des Pfälzerwaldes und der Nordvogesen.

Mehrere Monate hat die Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz e.V. mit 27 Partnern aus Deutschland und Frankreich an der neuen Wanderkarte gearbeitet. Das Ergebnis ist ein gemeinsamer Überblick über die Wandervielfalt einer Region, die nicht an Landesgrenzen endet. Die Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz hat die neue Wanderkarte am Dienstag, 13.10.2026, in Schweigen-Rechtenbach erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die 45 ausgewählten Wege verbinden Natur, Kultur und Geschichte und zeigen die Besonderheiten im deutsch-französischen Grenzraum.

„Diese gemeinsame Wanderkarte zeigt ganz konkret, was grenzüberschreitende Zusammenarbeit bedeutet: Grenzen zu überwinden und einen Raum gemeinsam zu gestalten, in dem wir tagtäglich leben. Baden, das Elsass und die Pfalz bilden einen gemeinsamen Lebensraum im Herzen Europas, mit einem bemerkenswerten Natur-, Kultur- und Geschichtserbe sowie einer reichen Gastronomie. Dass 27 Partner aus Deutschland und Frankreich gemeinsam an diesem Projekt gearbeitet haben, ermöglicht es uns heute, ein echtes gemeinsames touristisches Angebot vorzustellen, das die Vielfalt und die Besonderheiten unserer Region auf beiden Seiten der Grenze sichtbar macht. Genau das ist für mich der Sinn grenzüberschreitender Zusammenarbeit: gemeinsam konkrete Projekte zu verwirklichen und Einheimische wie Gäste dazu einzuladen, diesen gemeinsamen Lebensraum zu entdecken – ohne an der Grenze Halt zu machen.“

Vorsitzende Stéphanie Kochert

Wandern ohne Grenzen

Besonders deutlich wird der grenzüberschreitende Charakter bei den Touren, die tatsächlich über die deutsch-französische Grenze führen. So verläuft die Rheinauen-Runde sowohl durch die Auenlandschaft auf badischer als auch auf elsässischer Seite. Auf die jeweils andere Seite kommt man bequem mit der Rheinfähre.
Aber auch der Deutsch-französische Burgenweg führt immer wieder über die Grenze – von Burg zu Burg im Dahner Felsenland und im Vallée de la Sauer. Der Grenzüberschreitende 4 Burgenweg verbindet ebenfalls die beiden Länder und führt zu den Ruinen dervier mittelalterlichen Felsenburgen Fleckenstein, Loewenstein, vier mittelalterlichen Felsenburgen Fleckenstein, Loewenstein, Hohenbourg und Wegelnburg.

Dabei wird deutlich: Wandern macht nicht an Grenzen Halt. Die Wege führen durch eine Region, die durch gemeinsame Geschichte, kulturelle Nähe und eine abwechslungsreiche Landschaft miteinander verbunden ist.

Natur erleben

Die Vielfalt der Landschaft zeigt sich auf den Touren besonders deutlich: Heuhüttentäler, Felsen und Wälder prägen die 110 Kilometer lange Murgleiter von Gaggenau bis in den Nationalpark Schwarzwald. Der Panoramaweg Baden-Baden verbindet Naturerlebnisse mit historischen Ruinen, während die Große Loffenauer Runde durch Wälder und Streuobstwiesen führt und weite Blicke ins Murgtal, auf die Vogesen und den Pfälzerwald eröffnet.

Vom 580 Meter hohen Grand Wintersberg reicht der Blick über die Nordvogesen und die elsässische Ebene bis zum Schwarzwald. Auch vom Baumwipfelpfad Elsass kann man einen herrlichen Ausblick genießen. In der Pfalz führt die Hinterweidenthaler Teufelstisch-Tour zu einem markanten Buntsandsteinfelsen, dem gleichnamigen „Teufels-Tisch“. Der Napoleon-Steig führt auf naturbelassenen Pfaden durch eindrucksvolle Felsenlandschaften mit weiten Ausblicken. Schöne Ausblicke bietet auch die Pfälzer Hüttentour, die zur Wallfahrtskapelle St. Anna und fünf Pfälzerwald-Hütten mit ihren Aussichtsterrassen führt. Beim Storchenwanderweg stehen Naturbeobachtung und -vermittlung im Mittelpunkt; Infotafeln, Aussichtsplattform, Wassertretbecken, Barfußpfad und Actionbound-Rallye ergänzen das Angebot.

Die Rheinlandschaft wiederum ist geprägt von Auen, Altrheinarmen und Flussläufen. Die Wanderung Entlang der Rheinufer führt durch Rheinauen-Wälder und vorbei an Altrheinarmen, der Treidlerweg führt durch die geschützte Hördter Rheinaue mit Eisvogel, Schwertlilien und weiten Auenlandschaften. Und die Rheinauen-Runde verbindet die Entdeckung des „Badischen Dschungels“ mit einer Fährfahrt ins Elsass.

Kultur und Geschichte entdecken

Auf vielen der 45 Wegen liegen Geschichte und Kultur direkt am Wegesrand. Der Rundwanderweg Gochsheim eröffnet immer wieder neue Perspektiven auf das mittelalterlich geprägte Städtchen im Kraichgau. In Gambsheim führt die Rundtour durch die Gassen des Dörfchens mit seinen mehr als 70 ungewöhnlichen Fachwerkhäusern. Die Tour Auf den Spuren der Glasmacher gibt Einblicke in die traditionsreiche Welt der Glasberufe und verbindet Handwerksgeschichte mit der Landschaft der Nordvogesen.

Auch Burgen und historische Stätten prägen die Touren. Die Wandertour Auf den Spuren der Barone von Fleckenstein erinnert an die einst bedeutende Adelsfamilie und führt zu ihren ehemaligen Ländereien. Bei der Tour um Graufthal kann man die in Felsgehauenen Felsenhäuser entdecken, während der Rundweg zur Grotte Saint-Vit mit Blick auf die Burgen Château du Haut-Barr und Château de Grand Geroldseck durch die historische Landschaft der Nordvogesen führt.

Von der römischen Vergangenheit bis zur Festungsgeschichte reicht das Spektrum in der Pfalz. Der Römerweg im Bienwald folgt den Spuren einer ehemaligen Römerstraße, an der historische Meilensteine, sogenannte Leugensteine, an die römische Vergangenheit erinnern. Der Festungsrundweg Germersheim macht mit Toren, Mauern und Festungsanlagen wie dem Weißenburger Tor, dem Ludwigstor und der Carnot’schen Mauer die jüngere Geschichte der Stadt erlebbar. Der Wasgau-Felsenweg führt schließlich zur Ruine Lindelbrunn, die im 12. Jahrhundert als Reichsburg zur Verteidigung des Trifels errichtet wurde.

Für jeden Anspruch

Die 45 Tourentipps richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und Wandererfahrungen. Das Angebot reicht von familienfreundlichen Erlebniswegen und kurzen Wanderungen über abwechslungsreiche Rundwege und aussichtsreiche Premiumwanderwege bis hin zu anspruchsvolleren und mehrtägigen Fernwanderungen. Auch bekannte Fernwanderwege wie der Westweg oder die Vogesendurchquerung sind Teil der Auswahl. Damit bietet die Karte sowohl Inspiration für einen spontanen Ausflug als auch Anregungen für längere Wanderabenteuer.

Die neue Wanderkarte bringt zwei Länder und drei Regionen auf einer gemeinsamen Karte zusammen. Sie zeigt, wie eng Baden, das Elsass und die Pfalz durch Landschaft, Geschichte und Kultur miteinander verbunden sind – und lädt dazu ein, diese Vielfalt Schritt für Schritt zu entdecken.

Die Vis-à-Vis-Wanderkarte wurde erstellt mit finanzieller Unterstützung des Staatsministeriums Baden-Württemberg, finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat und mit finanzieller Unterstützung der Collectivité européenne d’Alsace.

„Die Umsetzung der Vis-à-Vis-Wanderkarte war nur durch das Engagement unserer 27 Partner aus Deutschland und Frankreich sowie mit finanzieller Unterstützung des Staatsministeriums Baden-Württemberg und der Collectivité européenne d’Alsace möglich. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Gemeinsam ist ein Angebot entstanden, das die Wandervielfalt unserer Region sichtbar macht und die Menschen zusammenbringt.”

Geschäftsführer Matthias Proske
Die neue Wanderkarte ist ab sofort in vielen Touristinformationen im PAMINA-Raum erhältlich. Alle Touren findet man auch auf der Internetseite der Touristik-Gemeinschaft.

Auf dem Foto v.l.: Arno Reither (Burg Berwartstein), Anne Beger (Vis-à-Vis), Matthias Proske (Vis-à-Vis), Sandrine Sehmer (Office de Tourisme de l’Alsace Verte), Thomas Storz (Land-gut-Hotel Schweigener Hof), Stéphanie Kochert (Vis-à-Vis)


Quelle: Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz e.V