Herxheim – Der Verein „Pfälzische Sportgeschichte“ hat auf seiner Mitgliederversammlung am 30. September 2026 in Herxheim Mireille Giel von der TSG Eisenberg mit der Christian-Löffler-Urkunde ausgezeichnet. Es ist die höchste Auszeichnung des Vereins und wird für besondere Verdienste um die Pfälzische Sportgeschichte verliehen.

„Mireille Giel widmet sich seit vielen Jahren mit bewundernswerter Hingabe der Vereinsgeschichte der TSG Eisenberg.“

Asmus Kaufmann, der erste Vorsitzende in seiner Laudatio

Die Hauptversammlung des 100 Mitglieder starken Vereins fand im Museum in Herxheim statt.

„Wir würdigen eine Frau, die verstanden hat, dass Sportvereine nicht nur Orte der Bewegung sind, sondern auch Orte der Erinnerung, der Identität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.“

Asmus Kaufmann

Mireille Giels Engagement für die TSG Eisenberg reicht Jahrzehnte zurück. Über 20 Jahre war sie in Verantwortung im geschäftsführenden Vorstand, davon 13 Jahre als Erste Vorsitzende und hat in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit bleibende Spuren hinterlassen. Seit vielen Jahren zeigt auch ihr Wirken für die Sportgeschichte eine besondere Qualität.

Unter Mireille Giels Federführung entstand die außergewöhnliche Chronik „Turn- und Sportgemeinde Eisenberg – Geschichte eines Sportvereins in der Pfalz“. Auf mehr als 500 Seiten wurde nicht nur Vereinsgeschichte dokumentiert und somit ein bedeutendes Stück pfälzischer Sport- und Zeitgeschichte für die Nachwelt zugänglich gemacht. Die mühevolle Transkription historischer Protokollbücher, die Zusammenführung von Dokumenten, Zeitungsberichten und Fotografien sowie die wissenschaftlich sorgfältige Aufbereitung dieser Quellen sind eine Leistung von bleibendem Wert.

„Besonders beeindruckend ist Mireille Giels Verständnis von Sportgeschichte als eine gelebte Gemeinschaft. Mit Vorträgen, Gesprächsrunden und der Gründung der Gruppe „TSG-Sportgeschichte Eisenberg“ bringt sie Menschen zusammen, bringt Generationen miteinander ins Gespräch und weckt das Interesse an den Wurzeln des Vereins neu.“

Asmus Kaufmann

Mireille zeigt, dass die Vergangenheit kein verstaubtes Archiv ist, sondern ein Fundament, auf dem Gegenwart und Zukunft entstehen. Mireille Giel bewahrt nicht nur Dokumente. Sie bewahrt Erinnerungen. Sie bewahrt Traditionen. Sie bewahrt die Geschichten der Menschen, die den Sport und das Vereinsleben über Generationen hinweg geprägt haben. 

Was das Wirken von Mireille Giel zudem besonders bemerkenswert macht, ist die internationale Perspektive, die sie in all ihr Tun einbringt. Geboren in Frankreich, seit Jahrzehnten in Eisenberg zuhause und heute gleichermaßen Französin wie Deutsche, verkörpert sie auf beeindruckende Weise den europäischen Gedanken. Sie hat nie zwischen ihren Wurzeln und ihrer Wahlheimat wählen müssen – vielmehr hat sie Brücken gebaut. Brücken zwischen Menschen, zwischen Kulturen und zwischen den Geschichten zweier Nationen. Gerade in einer Zeit, in der Grenzen in Europa wieder stärker wahrgenommen werden, erinnert uns Mireille Giel daran, dass Geschichte verbindet. Ihr Wirken ist auch ein Beitrag zur europäischen Erinnerungskultur. Denn die Geschichte des Sports kennt keine nationalen Grenzen. Sie lebt vom Austausch, von Begegnungen und von gemeinsamen Werten. So bewahrt Mireille Giel nicht allein die Geschichte der TSG Eisenberg. Sie bewahrt zugleich ein Stück deutsch-französischer Verständigung und damit einen wichtigen Teil dessen, was Europa heute ausmacht.

Christian-Löffler-Urkunde

Die „Christian-Löffler-Urkunde“ ist die höchste Auszeichnung des Vereins Pfälzische Sportgeschichte und ehrt Personen, die sich über viele Jahre der heimischen Sportgeschichte widmen oder gewidmet haben. Namensgeber für den Ehrenpreis ist Christian Löffler (1886-1976), der erste Vorsitzende in der Geschichte des Sportbundes Pfalz. Löffler wurde 1949, im Gründungsjahr des Sportbundes zum Vorsitzenden gewählt und führte das Amt bis ins Jahr 1965 aus. 1945, direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Löffler mit der Neuorganisation des Sports in der Pfalz beauftragt. 1965 wurde Löffler zum Ehrenpräsidenten des Sportbundes Pfalz ernannt.

Der Verein „Pfälzische Sportgeschichte“ besteht seit 2009 und wurde aus dem Sportbund Pfalz heraus gegründet. Zweck des Vereins ist die Erforschung, Sicherung und Dokumentation der Sportgeschichte der Pfalz sowie die Unterstützung sporthistorischer Vorhaben. Dem Verein können sowohl Einzelmitglieder als auch Vereine, Institutionen, Organisationen, Fachverbände oder Firmen etc., also juristische Personen beitreten.


Verleihung der Christian-Löffler-Urkunde an Mireille Giel (Mitte) durch den Vorstand des Vereins. Von links: Martin Jüllig, Carina Neumann, Asmus Kaufmann, Tristan Werner, Helmut Flöser, Thomas Schramm. Es fehlt auf dem Bild: Eric Lindon.


Quelle: Verein Pfälzische Sportgeschichte e.V.