Landau – Das Jahr 2025 war für den Zoo Landau in der Pfalz ein insgesamt sehr ereignisreiches Jahr, das eindrucksvoll zeigte, wie eng moderner Zoobetrieb, Artenschutz, Umweltbildung und bürgerschaftliches Engagement miteinander verbunden sind. Zoo, Zooschule und Zoofreundeskreis konnten gemeinsam erneut Akzente setzen und sowohl regional als auch international wirksame Impulse geben. So sehen es Bürgermeister und Zoodezernent Lukas Hartmann und Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel anlässlich der Zoobilanz 2025.

Ein besonderer Höhepunkt des Jahres war das 50-jährige Bestehen des Zoofreundeskreises. Seit fünf Jahrzehnten unterstützt der Verein den Zoo ideell, finanziell und durch ehrenamtlichen Einsatz. Das Jubiläum wurde im Mai mit einem Festakt gefeiert. Besonderer Fokus der Vereinsarbeit lag auf der Mobilisierung von Ehrenamtlichen, der Beteiligung an Förderprojekten und der Unterstützung verschiedener Baumaßnahmen im Zoo. Dank des Freundeskreises konnte der Zoo auch seine Programme im Bereich Artenschutz weiter stärken. Darüber hinaus begleitete der Arbeitskreis einige Veranstaltungen im Jahresverlauf. Ob bei Aktionstagen, beim Deutschen Zooförderertag oder durch organisierte Exkursionen: Der Freundeskreis präsentierte sich als eine der tragenden Säulen des Zoos und als Beispiel für nachhaltiges bürgerschaftliches Engagement. Dass dies so bleibt, ist Ziel des durch neue Akteure ergänzten Vorstandes. Der langjährige und sehr verdiente Vorsitzende San.-Rat. Dr. Helmut Back und Geschäftsführer Gerhard Blumer übergaben den Staffelstab im Jahr 2025 an ihre Nachfolger, Alexander Grassmann und Sabine Heil.

Auch im Bereich des Natur- und Artenschutzes setzte der Zoo Landau 2025 wichtige Zeichen. Als langjähriger Förderer der bundesweiten Kampagne „Zootier des Jahres“ unterstützte der Zoo gezielt den Schutz der Gürteltiere in Mittel- und Südamerika. Parallel engagierte sich der Zoo in der Artenschutzkampagne „Vietnamazing“, die auf die dramatisch bedrohte Tierwelt Vietnams aufmerksam macht. Einen festen Platz im Jahresprogramm nahm zudem der Pinguin-Aktionstag anlässlich des Welt-Pinguintags ein, der gemeinsam mit der Artenschutzorganisation Sphenisco gestaltet wurde. Die diesjährige Aufnahme des Zoos als Nichtregierungsmitglied in die Welt-Naturschutz-Union (IUCN) belegt eindrucksvoll, dass dieses Wirken bis in höchste Ebene auch international anerkannt wird. Von besonderer Bedeutung war auch 2025 die internationale Partnerschaft mit der Rwanda Wildlife Conservation Association. Zoo, Zoofreundeskreis und Zooschule begleiten dieses Projekt bereits seit 2017 kontinuierlich. Die Erfolge beim Schutz der Östlichen Grauen Kronenkraniche sind bemerkenswert: Die Population in Ruanda konnte in wenigen Jahren deutlich gesteigert werden. Große Würdigung fand diese Arbeit durch die Auszeichnung des Projektleiters Dr. Olivier Nsengimana mit dem Whitley Award. Auch im 10. Jubiläumsjahr der ruandischen Partnerorganisation wurde deutlich, wie wichtig langfristige, vertrauensvolle Kooperationen im globalen Naturschutz sind. Eine positive Artenschutzbilanz wird auch bei der Kiebitz-Aufzucht und -Auswilderung gezogen. Ein Projekt, das von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) und dem Zoo Landau umgesetzt wird. Seit 2024 wurden über 150 Kiebitzeier aus gefährdeten Nestern in den Zoo gebracht, viele davon dort erfolgreich ausgebrütet und an zwei Standorten in der Region in die Natur entlassen. Ein Drittel der 2024 ausgewilderten Kiebitze überlebte den Winter und kehrte zurück, einige nahmen 2025 sogar am Brutgeschäft teil. 

Ein weiteres prägendes Element des Jahres waren die zahlreichen Tiergeburten bei in der Natur gefährdeten Arten. Besonders hervorzuheben sind die Nachzuchten bei den Prinz-Alfred-Hirschen, für die der Zoo Landau das Internationale Zuchtbuch führt, sowie bei den von Ausrottung bedrohten Visayas-Mähnenschweinen. Große Aufmerksamkeit erregte zudem die erstmalige erfolgreiche Nachzucht von fünf Waldhunden. Auch bei Humboldt-Pinguinen, Soccorotauben¸ Bartlett-Dolchstichtauben oder Ekuadoramazonen und einigen Affenarten wie den Zwergseidenäffchen gab es erfreulichen und wichtigen Nachwuchs. Bundesweit Beachtung fand die sehr aufwendige Handaufzucht der einzeln und lebensschwach geborenen Sudan-Gepardin Assama, die das Zooteam von Anfang an gesundheitlich vor große fachliche und emotionale Herausforderungen stellte. Individuen dieser Unterart sind in der Natur wie auch im Zoozuchtprogramm so rar, dass die Aufzucht per Hand erfolgte. Assama beschäftigt das Zooteam allerdings mit gesundheitlichen Baustellen bis heute. 

Im Januar 2025 konnte zudem eine neue Sibirische Tigerin namens Dária aus dem Zoo Debrecen in Ungarn aufgenommen werden. Zum sehr großen Bedauern des Landauer Zooteams reiste Dária jedoch ohne ihre Schwester Dana an. Sie hatte sich im Zuge von Transportvorbereitungen verletzt und verstarb bei einer Nachuntersuchung in Ungarn in Narkose. Leider musste das Zooteam auch Abschied vom 16 Jahre alten Sudan-Gepardenkater Claude nehmen, der im hohen Alter aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert wurde. Claude war nicht nur genetisch wertvoll für das Zuchtprogramm, sondern auch Vater von Assama. 

Die Zooschule Landau blickt mit erneut über 13.000 betreuten Nutzenden ebenfalls auf ein intensives und erfolgreiches Jahr zurück. Mit zahlreichen Einzelveranstaltungen, Unterrichtsprogrammen und Sonderformaten erreichte sie Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene. Neben dem regulären Zooschulunterricht und bewährten Angeboten wie Kinder-Uni, Traumnacht im Zoo oder Oma-Opa-Enkeltag wurden auch neue inklusive Formate etabliert. Erlebnisführungen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen sowie neu entwickelte Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen erweiterten das pädagogische Spektrum deutlich. Große Resonanz fand zudem die neue Unterrichtseinheit „Umusambi – Vogelschutz in Ruanda und Landau“, die durch eine Förderung des Landes Rheinland-Pfalz kostenfrei angeboten werden konnte und internationale Bildungsarbeit mit regionalem Lernen verknüpft. Für die Präsentation des gemeinsam mit ruandischen Partnern entwickelten Kartenspiels „Vogel-Memo“, besuchte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer erneut den Zoo. Er hob in seinem Grußwort das herausragende Engagement der Zooschule besonders hervor.

Noch weitere Anlässe nutzte der Ministerpräsident für Besuche im Zoo: Bei einem Aktionstag legte er praktisch Hand bei Verschönerungsarbeiten im Zoo an; und im November übergab der Ministerpräsident schließlich noch einen Förderbescheid des Landes Rheinland-Pfalz über 1,17 Millionen Euro zur Neugestaltung des Flamingo-Geheges. Zusammen mit 750.000 Euro an Mitteln des Zoofreundeskreises ist damit die Finanzierung eines der größten Bauprojekte in der 120-jährigen Geschichte des Zoos gesichert. Die neue vollständig übernetzte Anlage mit großer Lagune, Brutbereich, barrierefreien Besucherbereichen und verbesserten Schutzmaßnahmen wird ab 2026 realisiert. 

Wie wichtig das sein wird, zeigte gegen Jahresende der Ausbruch von Geflügelgrippe im Landkreis Südliche Weinstraße. Auch der Zoo Landau war von einer vorübergehenden Aufstallungspflicht seines wertvollen Vogelbestandes betroffen.

Besonders erfreulich ist hingegen, dass seit dem Jahr 2025 ein neues touristisches Hinweisschild an der A65 Richtung Karlsruhe auf den Zoo Landau hinweist. Es soll Autofahrende dazu ermuntern, den Zoo zu besuchen. Zoodezernent Lukas Hartmann und Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel freuen sich über die Umsetzung, die gemeinsam mit dem Stadtbauamt und der Firma reproTECH erfolgte. Das Design des Schildes zeigt eine typische Zoo-Szene.

„Der Zoo Landau in der Pfalz blickt auf ein Jahr zurück, das eindrucksvoll gezeigt hat, wie vielfältig und wirkungsvoll moderner Zoobetrieb sein kann“, sagt Zoodirektor Dr. Jens-OveHeckel. Er verspricht: „Auch in Zukunft will der Zoo seiner Verantwortung für Tiere in Menschenobhut gerecht werden und gleichzeitig aktiv zum Schutz bedrohter Arten, zur Umweltbildung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.“ 

Zoo-Dezernent Lukas Hartmann ist überzeugt: „Unser Zoo bleibt eine attraktive Freizeit- und Bildungsstätte in der Region, beliebt bei Familien, Schulen und Tierfreundinnen und Tierfreunden. Das zeigen erneut eindrucksvoll fast 173.000 zahlende Besucherinnen und Besucher – plus unter anderem noch zahlreiche Mitglieder des Freundeskreises. Mit dem geplanten Umbau des Flamingogeheges, der Weiterentwicklung des Zooschulangebots und der fortgesetzten Beteiligung an internationalen Schutzprojekten kann unser Zoo optimistisch auf ein spannendes Jahr 2026 blicken.“


Quelle: Zoo Landau in der Pfalz