Edenkoben – Mikael Vogel spürt in seinen Gedichten Fallgeschichten und Singularitäten nach, legt mit seiner Sprache vergessene Wissensbestände frei. Nach “Morphine” und “Massenhaft” Tiere widmet er sich in “Dodos auf der Flucht” ausgestorbenen Arten: Ein Requiem für ein verlorenes Bestiarium.

Vogel nähert sich den Arten mit dem empathischen Blick eines Naturforschers und bewahrt damit nicht nur Namen, sondern zugleich die Persönlichkeit, die Stimme und das Federkleid jedes Tiers. Die akribisch recherchierten Gedichte falten den sprachlichen Naturkosmos ihrer Protagonisten auf: Pflanzen, Nahrung, Gewohnheit, Habitat. Eingebettet in die Fallgeschichten des letzten Vertreters einer Art dokumentiert Vogel als Kontrapunkt den Aufstieg des Menschen. So spinnt er ein Netz aus Naturbeobachtung und Kapitalismus-, Kolonial- und Machtgeschichte – ein Spiel mit der Form von Lexikoneinträgen, das diese an Eleganz und Dichte weit übertrifft. So entsteht ein Wissen, das die ausgestorbenen Tiere nicht als Objekt begreift, sondern lebendig macht. Die Gedichte sind Monumente, die vor dem Vergessen bewahren.

Björn Hayer moderiert die Veranstaltung.


Donnerstag, 22. Oktober 2026, 19 Uhr 
Aus der Reihe Mensch-Tier-Beziehungen
Mikael Vogel: „Dodos auf der Flucht“
Lesung und Gespräch
Eintritt: 10 Euro/6 Euro (ermäßigt für Schüler und Studenten)

Kartenreservierung unter 06323-2325 oder buero@kuenstlerhaus-edenkoben.de

Quelle: Künstlerhaus Edenkoben


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