Landau – Überall in Landau wird es wieder lebendig: Vögel balzen, tragen Nistmaterial zusammen und beziehen ihre angestammten Plätze an Häusern, Scheunen und Dächern. Zur Brutsaison ruft die Stadt erneut dazu auf, diese gefiederten Nachbarn im Gebäudebrüterkataster zu melden.
Das Projekt wurde 2024 vom städtischen Umweltamt gemeinsam mit der Abteilung Vermessung und Geoinformation im Stadtbauamt auf Wunsch des Naturschutzbeirats ins Leben gerufen. Über das Geoportal der Stadt können Bürgerinnen und Bürger ganz unkompliziert Nistplätze von Vögeln oder Quartiere von Fledermäusen und anderen gebäudebewohnenden Arten melden. Die Meldungen werden geprüft und anschließend veröffentlicht – und liefern eine wichtige Grundlage für den Artenschutz in der Stadt.
„Viele Menschen bemerken gar nicht, wie viele Tiere direkt an unseren Gebäuden leben. Genau deshalb ist das Kataster so wertvoll: Es macht sichtbar, was sonst oft übersehen wird, und hilft uns, diese Arten besser zu schützen.“
Umweltdezernent Lukas Hartmann
Dass sich das Mitmachen lohnt, zeigt der Blick auf das vergangene Jahr: 2025 gab es 127 Meldungen für 267 Brutplätze. Besonders häufig vertreten waren Mehlschwalben mit 151 Brutplätzen, gefolgt von Haussperlingen (56) und Hausrotschwänzen (20). Auch Rauchschwalben (18), Mauersegler (13), Bachstelzen (3), Turmfalken (3) und Stare (2) wurden gemeldet.
„Wir haben uns sehr über die vielen Rückmeldungen gefreut. Gleichzeitig sind wir sicher: Da draußen gibt es noch deutlich mehr zu entdecken.“
Doreen Scheu vom Umweltamt
Ein großer Teil der Beobachtungen ist engagierten Ehrenamtlichen zu verdanken. Besonders der NABU Landau hat im vergangenen Jahr gezielt nach Nestern von Mehl- und Rauchschwalben sowie Mauerseglern gesucht. So zeigt sich, dass Mehlschwalben vor allem im Horst sowie in Dammheim, Godramstein und Mörzheim vorkommen. Rauchschwalben wurden unter anderem im Süden Landaus, an der Landkommissärstraße sowie in Dammheim und Mörzheim gesichtet. Mauersegler hingegen sind vor allem in der Innenstadt unterwegs.
Auffällig: Einige Arten wie Dohle, Schleiereule oder Weißstorch wurden im Kataster 2025 nicht gemeldet – obwohl sie weiterhin in und um Landau vorkommen. Auch bei den gebäudebewohnenden Säugetieren gibt es noch Nachholbedarf: Lediglich ein Fledermaus-Sommerquartier wurde gemeldet, Hinweise auf Garten- oder Siebenschläfer blieben aus.
Besonders erfreulich waren dagegen die zahlreichen Meldungen zum Hausrotschwanz – dem „Vogel des Jahres 2025“. „Der Hausrotschwanz zeigt perfekt, wie eng Natur und Stadt zusammengehören“, so Doreen Scheu. „Er ist ein typischer Gebäudebrüter – und gleichzeitig ein Sympathieträger, den viele Menschen direkt vor ihrer Haustür beobachten können.“
Wichtig ist der Stadt dabei: Auch bereits bekannte Nistplätze sollten erneut gemeldet werden.
„Nur so können wir nachvollziehen, ob Brutstandorte dauerhaft genutzt werden oder verschwinden. Jede Meldung zählt.“
Lukas Hartmann
Das Gebäudebrüterkataster ist im Geoportal der Stadt Landau unter https://maps.landau.de/brut zu finden.
Quelle: Stadt Landau in der Pfalz




