Pirmasens – Die Entscheidung im Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die neue Sporthalle in der Turnstraße ist gefallen: Das Preisgericht hat den Entwurf „Auf Augenhöhe“ ausgewählt. Die Sieger-Idee stammt von dem in Berlin lebenden freischaffenden Künstler Felix Stumpf. Der 49-Jährige hat den Auftrag zur Realisierung erhalten.

Gesucht wurde eine Skulptur, die zur Identifikation mit dem Ort beiträgt, der in Zukunft dem Breiten-, Vereins- und Schulsport neue Perspektiven eröffnet. Neben den vielseitigen Sportmöglichkeiten für alle Generationen bilden die Themen Inklusion, Integration und Kommunikation tragende Säulen innerhalb des Konzeptes.

Nach Ansicht der Jury erfüllt Stumpfs Entwurf „Auf Augenhöhe“ diese Anforderungen in besonderem Maße. Das Kunstwerk beeindrucke als visueller Blickfang im Stadtraum, interpretiere die Funktion der Sporthalle mit Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft auf spannende Weise und binde den Betrachter positiv ein, heißt es in der Begründung. Die Juroren sehen in dem interaktiven Kunstobjekt einen Mehrwert für den stadtbildprägenden Neubau. 

Die Skulptur besteht aus 113 handbemalten Rundrohren als Aluminium. Die Stäbe in den Kontrastfarben Grün, Magenta und Rot sind in einem Raster angeordnet und ergeben gemeinsam einen Würfel von drei auf drei Metern. Je nach Standpunkt des Betrachters ergeben sich verschiedene Bilder und abstrakte Formen bis hin zu zwei Halbkugeln, die sich auf gleicher Höhe treffen. Dies steht nach Angaben von Felix Stumpf sinnbildlich für den Sport, der Menschen auf Augenhöhe zusammenbringt. Die abstrakte, geometrische Formensprache von rund und eckig solle symbolisieren, dass der Sport Gegensätze und die größten Unterschiede aushalten und sogar überwinden kann.

„Mit dem Kunstwerk, das sinnbildlich für Inklusion, Lebensfreunde und der gemeinsamen Entwicklung steht, möchte ich im öffentlichen Raum einen Akzent setzen“,

freut sich Felix Stumpf über sein erfolgreiches Abschneiden. Beim vorgeschalteten Bewerbungsverfahren hatten sich 65 professionell schaffende Künstler beworben. Der gebürtige Schwabe setzte sich letztendlich gegen fünf Mitbewerber durch. Der Wettbewerb ist mit einer Realisierungssumme von 61 200 Euro dotiert.

Kulturdezernent Denis Clauer lobte hohe Qualität der Beiträge und die eindeutige Entscheidung des Preisgerichtes:

„Die eingereichten Konzepte waren überaus vielfältig und haben völlig unterschiedliche Ideen geliefert. Der Siegerentwurf spiegelt mit den Themen Gemeinschaft, Individualität und Wettkampf die zentralen Aspekte des Sports wider.“

Denis Clauer

Gleichzeitig füge sich die Skulptur in den architektonischen Kontext ein, bilde aber ganz bewusst einen Gegensatz zu den dominierenden Materialien der neuen Halle wie Holz und Beton. Neben Clauer gehörten dem Preisrichtergremium Claudia Simon (Vorstandsmitglied Turnverein Pirmasens), Lara Basso (Ausstellungsleitung Kulturzentrum Forum Alte Post), Elke Pfaffmann (Bündnis Kunsthandwerk Rheinland-Pfalz) und Thomas Brenner (Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz) an.


Stichwort: In Pirmasens entsteht derzeit eine der modernsten Zweifeld-Sporthallen in der Südwestpfalz. Rund 12,1 Millionen Euro investiert die Stadt – mit großzügiger finanzieller Unterstützung von Bund und Land – in den Neubau, der Maßstäbe setzt.

Die Sportstätte in der Turnstraße schafft dringend benötigte Kapazitäten für den Schulsport und bietet optimale Rahmenbedingungen für Unterricht und Wettkampf. Gleichzeitig stellt das Vorhaben einen wichtigen Impuls zur städtebaulichen Entwicklung des Quartiers dar. Auch dem Breiten- und Vereinssport in Pirmasens eröffnet der multifunktionale Komplex neue Perspektiven. Die Themen Inklusion und Integration im und durch den Sport nehmen bei dem Großprojekt einen hohen Stellenwert ein. 

Das Konzept zeichnet sich durch hohe Funktionalität sowie eine moderne, auf das Wesentliche reduzierte Architektur in Holz und Sichtbeton aus. Ein zukunftsweisendes Energiekonzept korrespondiert mit der Verwendung wertbeständiger naturnaher Baustoffe. Die Pläne stammen aus der Feder des Architekturbüros Walter Huber. Im Sommer 2020 war das Unternehmen aus Stuttgart als Sieger aus einem Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Spatenstich war Anfang Juni 2024. Nach dem Richtfest Ende Juni 2025 hat der Innenausbau begonnen. Aktuell sind die Handwerker mit dem Einbau des Sportbodens und der Fußbodenheizung zugange. Als nächstes folgen unter anderem die Schreinerarbeiten mit dem Türeinbau, die Malerarbeiten in den Sanitärbereichen sowie die Endmontage von Elektro und Sanitär. Eine Inbetriebnahme ist für Winter 2026 geplant.


Quelle: Stadtverwaltung Pirmasens