Lambrecht – Der „Tag der Tuchmacherei“ in Lambrecht ist am Sonntag, 13. September 2026, auf großes Interesse gestoßen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ mit der Geschichte der Lambrechter Tuchmacherei und ihrer Bedeutung für die Entwicklung des Ortes zu beschäftigen.
Eröffnet wurde der Veranstaltungstag mit einem Themengottesdienst in der protestantischen Kirche, der ehemaligen Klosterkirche. Kirchenrat i.R. Frank-Matthias Hofmann stellte seine Predigt unter das Thema „Wo Fremde Heimat gefunden haben“. Dabei erinnerte er an die wallonischen Glaubensflüchtlinge, die im 16. Jahrhundert nach Lambrecht kamen und als Tuchmacher wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gaben. Gleichzeitig schlug er den Bogen zu den Themen Flucht, Heimat und Zusammenleben in der Gegenwart.

In der ehemaligen Klosterkirche erwartete die Besucher anschließend ein abwechslungsreiches Programm. Ausstellungen und Führungen boten Einblicke in die Geschichte des Gotteshauses, z.B. die Führungen „Turmaufbau & Glocken“ (Harald Henrich und Thomas Wagner), die Erläuterungen und Vorführungen der historischen Geib-Orgel von 1777 (Simone Weber) und die Führungen „Zur Geschichte und geplante Restaurierung der mittelalterlichen Seccos“ (Robert Westerberger). In der Vorhalle wurde eine Bilderausstellung „Die protestantische Lambrechter (Kloster-)Kirche auf historischen Bildern“ (Harald König) gezeigt.
Von der Kirche in die Industrie
Zweiter Veranstaltungsort war die ehemalige Tuchfabrik Gebrüder Haas in der Klostergartenstraße, heute Jola Spezialschalter GmbH & Co. KG. Unter dem Motto „Von der Klosterkirche zur Tuchfabrik“ wurde dort die Entwicklung vom handwerklichen Tuchmachergewerbe zur industriellen Produktion vermittelt. Originalgegenstände und historische Bilder, Führungen von Jola-Geschäftsführer Lars Mattil durch das über 100 Jahre alte Verwaltungsgebäude, Informationen über Weben, Spinnen und Färben sowie ein Tuchfabrik-Quiz machten die Geschichte anschaulich.

Auch die jüngeren Besucher kamen auf ihre Kosten. Neben textilen Bewegungsspielen konnten sie selbst weben, Stoffe erkunden oder an Maltischen kreativ werden.
Für musikalische Unterhaltung sorgte Hermann Dietrich. Mit Liedern über Textil- und andere Berufe, begleitet auf der Gitarre, ergänzte er das Programm um eine musikalische Zeitreise.
Eine besondere Attraktion war die Ausstellung des Lambrechter Künstlers Walter-Heinz Glaß. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens seiner „Glaß Art Collection“ präsentierte er eigens für die Veranstaltung geschaffene Arbeiten zur Geschichte der Lambrechter Tuchmacherei unter dem Titel „Bewegte Zeiten der Lambrechter Tuchmacherei“.
Mit dem Aktionstag wurde die historische Entwicklung Lambrechts von der Ansiedlung der wallonischen Tuchmacher bis zur industriellen Tuchproduktion anschaulich dargestellt. Die gute Resonanz und die zahlreichen Besucher zeigten, dass die Geschichte der Tuchmacherei auch heute noch auf großes Interesse stößt.















































Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht






