Neustadt an der Weinstraße – Die Villa Böhm entstand zwischen 1886 und 1889 nach Entwürfen des Karlsruher Architekten Ludwig Levy für den Bankier Adolf Dacqué. Das Gebäude wurde später mehrfach umgebaut und von 1996 bis 2003 umfassend saniert. Die zweigeschossige Villa mit flachem Schieferdach orientiert sich stilistisch an italienischen Vorbildern.

Ursprünglich diente sie der Familie Dacqué als Wohnsitz. Nach dem frühen Tod des Bauherrn wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, unter anderem an die Familien Culmann und Hoch. Durch die Familie Böhm, die das Haus über eine Erbschaft nutzte, erhielt die Villa ihren heutigen Namen.

1935 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Neustadt über. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es von Josef Bürckel als Verwaltungssitz genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa zunächst den alliierten Behörden, später unter anderem dem Lastenausgleichsamt.

Foto: Holger Knecht

Kultur und Museumsort

Heute hat die Villa Böhm vor allem eine kulturelle und öffentliche Bedeutung für die Stadt Neustadt. Als denkmalgeschütztes Gebäude ist sie ein wichtiges Zeugnis der regionalen Architekturgeschichte des späten 19. Jahrhunderts und erinnert zugleich an die wechselvolle Geschichte ihrer Nutzung.

Gegenwärtig dient die Villa nicht mehr als Wohnhaus, sondern als Ort für Kultur und Begegnung. Im Erdgeschoss befindet sich das Stadtmuseum, das Besuchern Einblicke in die Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung bietet. Darüber hinaus wird das Gebäude von kulturellen Einrichtungen wie dem Kunstverein Neustadt genutzt, wodurch regelmäßig Ausstellungen, Veranstaltungen und künstlerische Projekte stattfinden.

Damit ist die Villa Böhm heute ein lebendiger Teil des kulturellen Lebens in Neustadt: Sie verbindet historische Bedeutung mit moderner Nutzung und trägt dazu bei, Geschichte für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

Das Stadtmuseum Villa Böhm hat Mittwochs und Freitags von 16 bis 18 Uhr sowie Samstags und Sonntags von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Stadtmuseums.

Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht