Thallichtenberg – 2018 hatten sich die beiden Landkreise Kusel und Kaiserslautern mit Unterstützung des Landes im Rahmen des Förderprogramms „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ beworben. Das von der Kulturstiftung des Bundes ausgelobte Programm war gezielt darauf ausgelegt, das kulturelle Leben in ländlichen Regionen zu stärken.
Zum Abschluss des Programms erläuterten die beiden Landräte Johannes Huber und Ralf Leßmeister gemeinsam mit Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck am 3. Februar in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg die Ergebnisse der Umsetzung des Förderprogramms. Das Projekt „Westpfälzer Musikantenland“ kann eine herausragende Erfolgsbilanz vorweisen. Es zeigen sich nicht nur sichtbare, zukunftsweisende Veränderungen in den beiden Museen, die Teil des Projekts waren, sondern es macht sich auch eine nachhaltige Stärkung des kulturellen Lebens in den Dorfgemeinschaften bemerkbar.
„Das Projekt ‚Westpfälzer Musikantenland‘ ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen der Kulturstiftung des Bundes und dem Land Rheinland-Pfalz. Die vielen vielleicht nicht offensichtlichen Gegenwartsbezüge des Wandermusikantentums, wie die Reaktion auf klimatische Herausforderungen und aktuelle, gesamtgesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Bedürfnisse, machen dieses zu einer wichtigen identitätsstiftenden und inspirierenden Quelle für die Region. Um das Potential dieses historischen Erbes bestmöglich auszuschöpfen, engagierte sich das Land Rheinland- Pfalz zusätzlich zu der Förderung des Bundes von 1.196.473,10 € mit insgesamt über 483.000 Euro im Projekt, z.B. durch die Kofinanzierung von Personalkosten oder die Bereitstellung von Mitteln für die Umgestaltung des Pfälzer Musikantenlandmuseums auf Burg Lichtenberg.“
Staatssekretär Jürgen Hardeck
Landrat Johannes Huber betonte, dass durch das Projekt „Westpfälzer Musikantenland“ wichtige Impulse gesetzt wurden, um die Kulturarbeit im ländlichen Raum für zukünftige Herausforderungen zu stärken. Er dankte Elaine Neumann, die seit 2021 das Projekt leitet, für ihre hervorragende Arbeit. Durch die Transformation des Pfälzer Musikantenlandmuseums auf Burg Lichtenberg konnte im Rahmen des Projekts sowohl ein neuer touristischer Leuchtturm als auch ein Raum für kulturelle Bürgerbeteiligung geschaffen werden. Ein neu gegründeter Förderverein wird die Arbeit des Pfälzer Musikantenlandmuseums in Zukunft unterstützen. Er freue sich jetzt schon auf die Wiedereröffnung des neu gestalteten Museums am 10. Mai.
Auch die Museumsarbeit im Westpfälzer Musikantenmuseum Mackenbach sei durch das Projekt nachhaltig mit einem Kreativpavillon ausgestattet worden, der neue Möglichketen für kreative Museumsarbeit biete, ergänzte Landrat Ralf Leßmeister. Er dankte auch Dr. Georgia Matt-Haen, die seitens des Landkreises Kaiserslautern das Projekt von Beginn an kontinuierlich in der Lenkungsgruppe begleitet hat.
„Es zeigt sich wieder einmal, dass interkommunale Zusammenarbeit nicht nur dem jeweiligen Kreis, sondern der gesamten Region zugutekomme und sich daraus auch nachhaltige Projekte entwickeln lassen.“
Landrat Leßmeister
Durch den langfristig angelegten Prozess „Musikantenlanddorf“ konnten im Kreis Kusel in den Gemeinden Brücken, Jettenbach, Eßweiler und Herschweiler-Pettersheim und im Landkreis Kaiserslautern in den Gemeinden Niederkirchen, Enkenbach-Alsenborn und Reichenbach-Steegen vielfältige Projekte realisiert werden und sich nachhaltige ehrenamtliche Strukturen etablieren.
Darüber hinaus formierte sich im Rahmen der Projektarbeit eine Gruppe, die sich auch weiterhin mit der Erforschung des Wandermusikantentums beschäftigen wird. Dieses Vorhaben wird zukünftig vom Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde betreut, unter dessen Dach während der Projektlaufzeit mit dem Aufbau eines Archivs des Musikantenlandes begonnen wurde. Ebenfalls in Kooperation mit dem Institut mit Sitz in Kaiserslautern konnte eine Fachtagung etabliert werden, die auch in Zukunft alle zwei Jahre einen wissenschaftlichen Blick auf das Wandermusikantentum wirft.
Aus der Projektarbeit hervorgegangen sind unter anderem Noteneditionen originaler Wandermusikantenkompositionen, CDs und eine Printpublikation im Rahmen des Musikantenlanddorfprozesses in Jettenbach.
Neben den bereits genannten Erfolgen des Projekts lassen sich noch einige andere nennen: So bereichern drei neue thematische Wanderwege den Landkreis Kusel, außerdem macht eine Plakettenaktion die baulichen Spuren des Wandermusikantentums sichtbar.
Durch die gemeinsam neu gegründete Verbundstiftung „Gemeinsam Zukunft schaffen – Kulturstiftung Westpfälzer Musikantenland“ geht dieser Prozess auch nach dem Ende der Förderung durch die Initiative TRAFO in den beiden Landkreisen für eine lebenswerte weltoffene Westpfälzer Kulturlandschaft und Gesamtregion weiter.
Quelle: Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration




