Kaiserslautern – Am 23. März um 18:00 Uhr bietet die Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz e.V. anlässlich des Black History Months 2026 einen Online-Vortrag zum Thema Ursprünge und Gegenwart des US-amerikanischen Country-Genres online via ClickMeeting an.
Referieren wird die Amerikanerin Dr. Vanessa Vollmann von der Universität Passau. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit musicRLPwomen* sowie mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts statt.
Die Teilnahme ist kostenlos; Infos und Anmeldung unter www.atlantische-akademie.de/bhm26.
Cowboyhüte, Pickup-Trucks, Stars and Stripes und gebrochene Herzen – viele sehen im Country-Genre heute einen Soundtrack ausschließlich männlicher, weißer konservativer Südstaaten- und Westernromantik. Dabei erzählte diese von persönlichem „Storytelling“, Banjos und Fiddles geprägte Musik in ihren Ursprüngen vor über 100 Jahren noch universelle Geschichten. Wie ist dieser Wandel zu erklären? Die Verschmelzung verschiedener europäischer und afrikanischer Musiktraditionen kam mit den freiwillig oder unfreiwillig eingewanderten und mit den gewaltsam im transatlantischen Sklavenhandel verschleppten Menschen in die USA. Warum sind die nicht-weißen und nicht-männlichen Geschichten „verschwunden“? Kommen sie wieder? Und was hat ein mittelständisches Versicherungsunternehmen aus den 1930er Jahren damit zu tun?
Im Rahmen des diesjährigen Black History Months und vor dem Hintergrund des 250. Jahrestages der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ordnet die Amerikanistin Dr. Vanessa Vollmann die Entwicklung der Countrymusik von den Wurzeln in den Minstrel- und Vaudeville-Traditionen ein. Sie geht der Frage nach, wie die Vielfalt in diesem Genre im Laufe der Zeit unsichtbar gemacht wurde und wer davon profitierte. Anhand historischer Entwicklungen, medialer Inszenierungen und aktueller Beispiele wie Lil Nas X und Beyoncé wird deutlich, dass Countrymusik weit mehr ist als Nostalgie: Sie ist ein umkämpfter kultureller Raum, in dem Fragen von Macht, Identität, Geschlecht, “race” und Patriotismus bis heute neu verhandelt werden.
Vanessa Vollmann ist promovierte Amerikanistin und lehrt Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Passau. In ihrer Forschung und Lehre analysiert sie Machtstrukturen in der US-amerikanischen Gesellschaft und untersucht, wie gesellschaftliche Narrative an der Intersektion von “race”, Gender, Klasse und Geschichte entstehen und auch unterdrückt werden. Zu den kulturellen Skripten und Bewegungen, die sie derzeit untersucht, gehören das Broadway-Musical Hamilton, die Geschichte der „Hexenverfolgung“, die Aufhebung von Roe v Wade, die Politisierung von Taylor Swifts und Beyoncés Kunst, Percival Everetts James als Gegendarstellung von Mark Twains Adventures of Huckleberry Finn, die Geschichte der Gewalt in den USA sowie das Country-Musik-Genre als kulturelle Praxis.
Quelle: Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz e.V.




