Neustadt an der Weinstraße – Einen Förderbescheid über 10,12 Millionen Euro für Grünmaßnahmen zur Landesgartenschau 2028 hat Ministerpräsident Gordon Schnieder am Freitag, 23. Oktober 2026, an Oberbürgermeister Marc Weigel und LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper übergeben. Wegen einer Unwetterwarnung fand die Übergabe nicht wie ursprünglich geplant auf dem Panoramaberg, sondern in der Geschäftsstelle der Landesgartenschau in der Roßlaufstraße 20 statt.
Mit der Förderung werden zentrale Maßnahmen auf dem Gelände unterstützt. Dazu gehören der Panoramapark mit Panoramabar und Naturtribüne, die Sportlandschaft sowie Teile der Neubachwiesen und der Dr.-Welsch-Terrasse. Die Mittel stammen aus Förderprogrammen des Landes, insbesondere des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima.

Stadtentwicklung über die Gartenschau hinaus
Oberbürgermeister Marc Weigel begrüßte die Gäste in der Geschäftsstelle. Eingeladen waren auch die Nachbarn des Landesgartenschaugeländes, die im Anschluss an die Förderbescheid-Übergabe zu einer Führung eingeladen waren. Weigel erinnerte daran, dass vor dreieinhalb Jahren die Weichen für das Projekt gestellt worden seien. Nach anfänglichen Herausforderungen wachse die Vorfreude inzwischen zunehmend. Mit einem überzeugenden Konzept habe Neustadt den Zuschlag für die Landesgartenschau erhalten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umgestaltung des bisherigen Deponiegeländes. Die ehemalige Müll- und Bauschuttdeponie, die den Bürgern bislang nicht zur Verfügung stand, soll rekultiviert und zu einem attraktiven Erholungsraum mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt werden. Dieses Vorhaben könne die Stadt nicht allein stemmen, betonte Weigel.
Die Landesgartenschau sei nicht dazu da, die Bürger lediglich ein halbes Jahr lang zu unterhalten. Vielmehr handle es sich um ein Stadtentwicklungsprojekt, mit dem zahlreiche Bereiche neu gestaltet und langfristig aufgewertet werden könnten. Als Beispiel nannte Weigel das Hotel, das derzeit am Hauptbahnhof entsteht und nach seiner Einschätzung ohne die bevorstehende Landesgartenschau nicht gebaut würde. Er dankte allen Beteiligten, die das Projekt voranbringen.
Bis zum Ende der Landesgartenschau sollen nach den Angaben des Oberbürgermeisters rund 42,1 Millionen Euro in die bauliche Entwicklung des Geländes investiert werden. Davon entfallen 28,3 Millionen Euro auf Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz. Hinzu kommen weitere Ausgaben für die Durchführung der Gartenschau. Insgesamt werde damit ein Finanzvolumen von rund 64 Millionen Euro bewegt, an dem die Stadt mit etwa 20 Millionen Euro beteiligt sei. Weigel sieht darin einen erheblichen Mehrwert für Neustadt und einen Impuls für die weitere Entwicklung der Stadt.

„Weit mehr als Blumen und Beete“
Ministerpräsident Gordon Schnieder unterstrich die Bedeutung der Landesgartenschau für die Stadtentwicklung. Er komme gerne in die Pfalz, die ihn mit ihrer Gastfreundschaft und Kulturlandschaft überzeuge. Neustadt zeige Entschlossenheit, die Stadt neu zu gestalten und die sich bietenden Chancen zu nutzen.
Der Förderbescheid über 10,12 Millionen Euro sei der größte, den er bislang als Ministerpräsident habe überreichen dürfen. Zugleich bezeichnete Schnieder die Förderung als zentralen Baustein für die Umsetzung der Landesgartenschau.
Auf rund 30 Hektar soll ein neuer Landschaftspark entstehen. Dazu gehören die Renaturierung des Reh- und des Speyerbachs sowie neue Wege, die Stadt und Natur dauerhaft besser miteinander verbinden sollen. Die Maßnahmen dienten dazu, natürliche Lebensräume zu stärken, die biologische Vielfalt zu fördern und Neustadt besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Ziel sei es, die Lebensqualität der Menschen nachhaltig zu verbessern.
„Es geht um weit mehr als Blumen und Beete“,
machte Schnieder deutlich. Entscheidend sei, dass die positiven Auswirkungen über das Ende der Veranstaltung hinaus Bestand hätten. Das Land wolle seine Kommunen dabei unterstützen, solche Chancen für eine langfristige Entwicklung zu nutzen. Lebenswerte Städte seien das Fundament einer Region: Sie schafften Heimat, förderten das gesellschaftliche Miteinander, stärkten die regionale Identität und böten zugleich Chancen für Wirtschaft und Tourismus.
Schnieder richtete seinen Dank auch an die Anwohner, die während der Bauarbeiten mit Straßensperrungen, Schmutz und Lärm zurechtkommen müssen. Nach Abschluss der Arbeiten werde sich das Umfeld deutlich attraktiver präsentieren. Zugleich hob er die Bedeutung der Unterstützung durch die Bevölkerung hervor:
„Ein solches Großprojekt gelingt nur, wenn viele Akteure an einem Strang ziehen und ihnen die Akzeptanz in der Bevölkerung den Rücken stärken.“
Ministerpräsident Gordon Schnieder

Austausch mit den Nachbarn
Im Anschluss an die Bescheidübergabe erhielten die eingeladenen Nachbarn Gelegenheit, sich bei einer Führung über das Gelände und die geplanten Maßnahmen zu informieren. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Herrenkombo. Kulinarisch begleitet wurde die Veranstaltung mit Fingerfood sowie Wein und Sekt vom Weingut Peter Stolleis aus Gimmeldingen.
Mit der Landesgartenschau 2028 verfolgt Neustadt das Ziel, ein bislang wenig zugängliches Areal in einen dauerhaft nutzbaren Landschafts- und Erholungsraum zu verwandeln. Die jetzt bewilligte Förderung ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg dorthin.
Neuigkeiten und Informationen über die Landesgartenschau 2028 sind auf der Webseite lgs.neustadt.eu zu finden.








Quelle: Treffpunkt-Pfalz






