Ludwigshafen – Mit der Ausstellung „Richard Paul Lohse. Retrospektive“ widmet das Wilhelm-Hack-Museum einem der bedeutendsten Schweizer Maler, Grafiker und Theoretiker eine umfassende Werkschau. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Richard Paul Lohse-Stiftung, Zürich sowie dem MASI Lugano, dem Museum Haus Konstruktiv Zürich und dem Josef Albers
Museum Quadrat Bottrop. Erstmals seit zwanzig Jahren wird Richard Paul Lohses Schaffen damit in einer institutionenübergreifenden Retrospektive beleuchtet.
Richard Paul Lohse (1902 bis 1988) gehörte zu der Gruppe der Zürcher Konkreten und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der konstruktiv-konkreten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.
In seinen abstrakt-geometrischen Arbeiten dienen Farbe, Form und Struktur nicht länger als Mittel zur Darstellung einer äußeren Wirklichkeit, sondern bilden autonome Elemente eines offenen visuellen Systems. Seine Gemälde entstehen aus seriellen Ordnungen, mathematisch präzisen Proportionen und exakt definierten Farbkonstellationen. Dabei folgt Lohse einer künstlerischen Methode, die sich über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich weiterentwickelte. Bereits in den 1940er-Jahren entwarf er zahlreiche Kompositionen, die er oftmals erst viele Jahre oder sogar Jahrzehnte später malerisch umsetzte. Diese Entwürfe geben nicht nur Einblick in seine außergewöhnliche konzeptionelle Arbeitsweise. Sie zeigen auch, wie Lohse das Bild schon vor seiner materiellen Ausführung als ein System vielfältiger Möglichkeitenbegriffen hat.;
Die Ausstellung verfolgt Lohses künstlerische Entwicklung von den frühen konstruktiven Entwürfen der 1940er-Jahre über die systematischen Farbmodule der Nachkriegszeit bis zu den großformatigen seriellen Bildzyklen seines Spätwerks. Dabei werden nicht nur stilistische Entwicklungen sichtbar, sondern auch die innere Genealogie seines Schaffens. Viele Werkgruppen greifen früh entwickelte Bildideen auf, variieren sie und führen sie über Jahrzehnte hinweg weiter. Die Retrospektive eröffnet damit einen seltenen Einblick in den langfristigen Denk- und Arbeitsprozess eines Künstlers, dessen Werk weniger aus einzelnen Meisterwerken als aus einem kontinuierlich wachsenden Netzwerk visueller Systeme besteht.
Zur Sonderausstellung „Richard Paul Lohse. Retrospektive“ gibt es einen begleitenden Ausstellungskatalog, erschienen im Hatje Cantz Verlag.
Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 20. November 2026, um 18 Uhr. Zur Eröffnung sprechen Prof. Dr. Klaus Blettner, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Dr. Tobia Bezzola, Präsident der Richard Paul Lohse-Stiftung sowie René Zechlin, Direktor des Wilhelm-Hack-Museums. Eine Einführung in die Ausstellung geben die Kuratorinnen Dr. Astrid Ihle und Can Cihanbeyli. Für musikalische Begleitung sorgt Claus Boesser-Ferrari an der Gitarre.
Richard Paul Lohse. Retrospektive Ausstellung vom 21. November 2026 bis 04. April 2027.
Quelle: Wilhelm-Hack-Museum






