Germersheim – Die touristischen Kräfte bündeln, über kommunale Grenzen hinausdenken und die Pfalz gemeinsam als attraktive Urlaubsregion positionieren: Wie wichtig das Miteinander für die Zukunft des Pfälzer Tourismus ist, wurde bei der Mitgliederversammlung des Pfalz Touristik e.V. mit anschließender Feier zum 30-jährigen Bestehen im Bürgerhaus in Germersheim deutlich. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte, neue Impulse für das touristische Marketing und die Frage, wie die Pfalz im Wettbewerb der Urlaubsregionen sichtbar bleibt.
„Die Gäste nehmen die Pfalz als eine Urlaubsregion wahr, nicht als einzelne Verwaltungsgebiete. Deshalb müssen auch wir über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinausdenken und unsere Stärken zusammenbringen. Nur gemeinsam erreichen wir eine Sichtbarkeit, die einzelne Orte und Regionen alleine nicht schaffen könnten.“
Tobias Kauf, Geschäftsführer des Pfalz Touristik e.V.
Wie die Mitglieder von dieser Zusammenarbeit konkret profitieren, zeigt sich unter anderem bei den digitalen Angeboten der Pfalz Touristik.
„Gemeinsam mit dem Land und unseren Mitgliedern entwickeln wir digitale Angebote, die wir allen Beteiligten zu einem Bruchteil der Kosten zur Verfügung stellen können.“
Tobias Kauf
Beispiele dafür sind die regionalen Ableger der Plattform www.pfalz.de sowie ein gemeinschaftliches Lizenzmodell für die Präsenz auf der Tourenplattform Outdooractive.

Gemeinsames Marketing für mehr Sichtbarkeit
Um die Pfalz im Wettbewerb der Urlaubsregionen weiterhin gut zu positionieren, setzt die Pfalz Touristik auf eine noch engere Abstimmung mit ihren Partnern. Künftig sollen jährlich vier bis sechs touristische Schwerpunktthemen gemeinsam aufgegriffen und über Social Media, Öffentlichkeitsarbeit und alle Marketingkanäle aufeinander abgestimmt beworben werden. Wie wichtig es ist, an einem Strang zu ziehen, zeigt sich auch bei Wettbewerben wie „Deutschlands schönster Wanderweg“, bei dem in diesem Jahr gleich zwei Pfälzer Wanderwege auf dem Siegertreppchen standen. Künftig möchte man die Einreichungen noch stärker koordinieren, damit sich die Pfälzer Regionen nicht gegenseitig Konkurrenz machen, sondern gemeinsam ihre Erfolgschancen erhöhen.
Dass die Zusammenarbeit längst über klassische Marketingmaßnahmen hinausgeht, verdeutlichen zahlreiche Gemeinschaftsprojekte: Die Pfalzcard vernetzt Gastgeber und Freizeiteinrichtungen und trägt nachweislich dazu bei, Gäste über die gesamte Pfalz zu verteilen. Weitere Betriebe sind eingeladen, sich dem System anzuschließen. Auch digital wächst das gemeinsame Angebot kontinuierlich: Die Plattform „360.pfalz.de“ macht die Region mit rund 80 Panoramen erlebbar, darunter neuerdings auch das neue Mitglied der Pfalz Touristik, die Stadt Frankenthal. Die gemeinsame Pfälzer Bilddatenbank stellt zudem rund 4.000 Bilder kostenlos zur Verfügung.
Wie erfolgreich das Denken über kommunale Grenzen hinweg ist, zeigen auch die großen Infrastrukturprojekte: Bei der Weiterentwicklung des Rundwanderwegenetzes im Pfälzerwald haben 24 Kommunen an einem Strang gezogen. Der Förderbescheid des Landes Rheinland-Pfalz wurde erst kürzlich übergeben. Auch das Projekt Radreiseregion Pfalz befindet sich bei der Infrastrukturentwicklung auf der Zielgeraden. Beide Vorhaben zeigen beispielhaft eine kommunenübergreifende Zusammenarbeit.
30 Jahre Zusammenarbeit als Erfolgsmodell
Bei der anschließenden Jubiläumsfeier blickte Landrat des Landkreises Bad Dürkheim Hans-Ulrich Ihlenfeld, 1. Vorsitzender des Pfalz Touristik e.V., auf die Entwicklung seit der Gründung 1996 im Ritter von Böhl in Deidesheim zurück. Zu den prägenden Meilensteinen zählen der Aufbau einer gemeinsamen touristischen Dateninfrastruktur, die Schärfung des touristischen Profils rund um unter anderem Wandern, Radfahren, Wein und Wellness sowie die Eröffnung der drei Pfälzer Fernwanderwege im Jahr 2011.
Mit rund 70 Teilnehmern bei der Mitgliederversammlung, bot die Jubiläumsfeier im Anschluss Gelegenheit, auf drei Jahrzehnte gemeinsamer Tourismusentwicklung zurückzublicken. Vor allem aber wurde deutlich: Die Zukunft des Pfälzer Tourismus liegt darin, die Stärken der einzelnen Regionen weiterhin gemeinsam zu nutzen und weiterzuentwickeln.
Quelle: Pfalz Touristik e.V.






