Worms – Infrastrukturthemen standen bei der 78. Versammlung des Zweckverbandes ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd am 11. Juni 2026 in Worms im Vordergrund. Außerdem wurde der stellvertretende Verbandsvorsteher neu gewählt. Staatsekretär Markus Wolf des neuen Ministeriums des Innern, für Integration und Verkehr stellte die neuen Aufgabenverteilungen zu Verkehrs- und Mobilitätsthemen innerhalb der Landesregierung vor.
Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza wiedergewählt
Zu Beginn der Versammlung wurde der Oberbürgermeister von Zweibrücken, Dr. Marold Wosnitza, im Amt des stellvertretenden Verbandsvorstehers bestätigt. Die Wahl erfolgte einstimmig.
Anschließend stellte Staatssekretär Markus Wolf des neugebildeten Ministeriums für Ministeriums des Innern, für Integration und Verkehr die neuen Aufgabenverteilungen zu Verkehrs- und Mobilitätsthemen vor. Danach werden die beiden bisherigen Abteilungen Verkehr und Mobilität in den bisherigen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität zu einer Abteilung zusammengefasst.
Positive Indikationen für den Ausbau der Strecken Wörth – Kandel und Mainz – Alzey – Zweckverband wird die Vorentwurfsplanungen beauftragen
Inhaltlich standen bei der Verbandsversammlung Infrastrukturthemen im Mittelpunkt. Das Gutachterbüro ptv stellte die Ergebnisse zweier indikativer Nutzen-Kosten-Untersuchungen vor. Sowohl der zweigleisige Ausbau des südpfälzischen Streckenabschnitts Wörth – Kandel als auch ein abschnittsweiser Ausbau der Strecke Mainz – Alzey mit Begegnungsabschnitten und Oberleitungsinselanlagen zum Aufladen von Akku-Triebwagen konnten auf Basis einer Nachfrageprognose und einer ersten Baukostenschätzung mit einem Faktor von rund 1,4 positiv bewertet werden. Der Zweckverband hat auf dieser Basis einstimmig beschlossen, die Vorentwurfsplanungen für beide Strecken zu beauftragen.
Für einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Strecke Wörth – Kandel – Winden konnte auf Basis einer ausschließlichen Nutzung durch den Regionalverkehr leider kein ausreichend positiver Nutzen ermittelt werden. Für weitergehende Untersuchungen, zum Beispiel auch durch Berücksichtigung von durchgehenden Güterzügen, fehlen dem ZÖPNV Süd die planerischen Grundlagen. Diese liegen nur dem Bundverkehrsministerium vor:
„Aus Sicht des Zweckverbandes sollte der Vollausbau der Strecke als Lückenschluss einschließlich einer Vollelektrifizierung weiterverfolgt werden. Deshalb werden wir beim Bund weiter dafür werben, die Strecke Neustadt/W – Wörth in geeignete Ausbauprogramme des Bundes aufzunehmen. Dass hierfür kein Sprint, sondern eher eine marathonähnliche Ausdauerleistung benötigen, ist uns völlig klar.“
Landrat Dietmar Seefeldt, Verbandsvorsitzender
Gleiches gilt für die Vollelektrifizierung der Strecke Mainz – Alzey – Kirchheimbolanden, auch hier ergab die Prüfung kein ausreichend belastbares Ergebnis.
„Auf Basis aufwärtskompatibler Oberleitungsinselanlagen kann nach meiner Auffassung der qualifizierte Einstieg in den elektrischen Zugbetrieb gelingen, weshalb auch hier weiterer Planungsschritte beauftragt werden sollen. Das Büro ptv ermittelte für die Kombination von weiteren Begegnungsabschnitten und dem Einsatz von batterieelektrischen Zügen Fahrzeitersparnisse, die bis zu rund 10 Minuten betragen können. Die aktuelle Fahrzeit zwischen Mainz und Alzey beträgt bei Regional-Expresszügen rund 40 Minuten, bei Regionalbahnen rund 50 Minuten“.
Verbandsdirektor Heilmann
Generalsanierungen der DB InfraGO stellen eine hohe Belastung dar – Zweckverband schließt sich der Resolution der Stadt Kaiserslautern an und legt eigene Vorschläge vor
Weniger erfreulich stellt sich aus Sicht des ZÖPNV Süd die Entwicklung bei den bevorstehenden Generalsanierungen im südlichen Rheinland-Pfalz dar. Die DB hält daran fest, die linke Rheinstrecke Anfang 2028 sowie die Pfalzstrecke im Herbst 2028 und im zweiten Halbjahr 2029 insgesamt rund 7,5 Monate zu sperren. Deshalb hat der Zweckverband einstimmig beschlossen, sich der Resolution der Stadt Kaiserslautern anzuschließen, die eine Änderung der Sanierungspläne zum Ziel hat, um die Pfalz nicht von der Schiene abzuhängen.
„Wir haben als ZÖPNV der DB InfraGO einen Vorschlag unterbreitet, wie mit Bauen unter eingleisigem Betrieb zuzüglich Vollsperrungen in den Ferien die Pfalz nicht abgehängt würde. Wir möchten die Berufspendlerinnen und – pendler als treue Kunden und auch den rein kapazitiv anspruchsvollen Schülerverkehr möglichst wenig beeinträchtigen. Deshalb sollte ein Grundangebot auf der Schiene verbleiben können. Durch das von der DB vorgesehene Abhängen von der Schiene befürchten wir Nachteile unter anderem für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Kaiserslautern und damit für die gesamte Pfalz. Eine Vollsperrung im Herbst 2028 während der Endphase der Landesgartenschau in Neustadt/W würde für diese landesweit bedeutsame Veranstaltung eine erhebliche Einschränkung bedeuten, weil eine Anreise mit der Bahn in den Schlusswochen nicht möglich wäre und somit die Besucherpotenziale nicht ausgeschöpft werden könnten.“
Landrat Dietmar Seefeldt
Quelle: Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd





