Germersheim – Die Bundeswehr hatte am Dienstag, 9. Juni 2026, zur feierlichen Übergabe des Luftwaffenausbildungsbataillons (LAB) eingeladen. Im Stadtpark Fronte Lamotte traten rund 420 Soldatinnen und Soldaten an für die Übergabe des Luftwaffenausbildungsbataillon von Oberstleutnant Christian Zerau an Oberstleutnant Frank Wirths.

Zu Beginn der Zeremonie marschierten die Kompanien des Bataillons ein. Beteiligt waren die 1. Kompanie mit 81 Soldaten, die 2. Kompanie mit 90 Soldaten, die 4. Kompanie mit 70 Soldaten sowie die 5. Kompanie mit 11 Soldaten. Hinzu kamen die 6. Kompanie mit 44 Soldaten, die 7. Kompanie aus Roth mit 22 Soldaten und die 8. Kompanie, ebenfalls aus Roth, mit 26 Soldaten. Ergänzt wurde das Aufgebot durch den Stabs- und Versorgungszug mit 50 Angehörigen sowie das Sanitätsversorgungszentrum mit 11 Soldaten.

Im Anschluss zog die Ehrenformation ein, bestehend aus dem Heeresmusikkorps Koblenz (Leitung: Oberstabsfeldwebel Christoph Dissinger), der Fahnenabordnung und dem Ehrenzug. Mit dem feierlich gespielten Regimentsgruß erhielt der Appell einen besonders festlichen Charakter.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Wechsel an der Spitze des Bataillons. Oberstleutnant Christian Zerau, der das Luftwaffenausbildungsbataillon seit dem 29. Oktober 2024 geführt hatte, übergab nach 588 Tagen das Kommando an seinen Nachfolger, Oberstleutnant Frank Wirths. Zerau hatte das Bataillon damals von Oberstleutnant Christoph Kück übernommen.

In seiner Dienstzeit absolvierte das Bataillon (Standorte: Germersheim und Roth) unter Christian Zerau 14 Gelöbnisse in der Südpfalz und in Bayern. Zudem wurden 16 hochrangige Besuche empfangen, darunter der damalige Verteidigungsminister Boris Pistorius, Generalinspekteur Carsten Breuer sowie der damalige Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, ebenso wie zahlreiche Bundes- und Landtagsabgeordnete.

Die Ausbildungsbilanz fällt umfangreich aus: Insgesamt 3.251 Rekrutinnen und Rekruten durchliefen die Grundausbildung, 1.896 Soldaten wurden gezielt auf Auslandseinsätze vorbereitet. Darüber hinaus wurden 50 ukrainische Soldaten im Rahmen internationaler Kooperationen ausgebildet.

Die Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten sei von zentraler Bedeutung für die Sicherheit unseres Landes und gehöre in die Mitte der Gesellschaft, so Brigadegeneral Arnt Kuebart. In seiner Ansprache würdigte er die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten des Bataillons und betonte die Bedeutung einer verlässlichen und modernen Ausbildung für die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe.

Weiteres Luftwaffenausbildungsbataillon

Da die Luftwaffe zusätzliche Ausbildungskapazitäten benötigt, reicht ein Luftwaffenausbildungsbataillon nicht mehr aus. Im Oktober 2026 wird ein zweites Luftwaffenausbildungsbataillon in Dienst gestellt. Neue Standorte sind in Fürstenfeldbruck, Faßberg und Diepholz.

Oberstleutnant Christian Zerau blickte in seiner Ansprache auf eine „intensive und bewegende Zeit“ an der Spitze des Bataillons zurück. Seine Amtszeit sei geprägt gewesen von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Ausbildung sowie einer dynamischen Veränderung der Auftragslage. Trotz einer stetig steigenden Arbeitsbelastung sei die Stimmung im Verband stets positiv geblieben. Zerau wies darauf hin, dass aufgrund der wachsenden Zahl an Rekrutinnen und Rekruten die einsatzvorbereitende Ausbildung zeitweise reduziert werden musste. Abschließend dankte er seinen militärischen Weggefährten im Bataillon für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie seiner Familie für deren Unterstützung während seiner Dienstzeit. Zum Ende seiner Ansprache dankte er seinen Soldatinnen und Soldaten, dass er ihr Kommandeur sein durfte. Die Wirkung seiner Worte „Melde mich ab!“ wurden durch zwei Eurofighter verstärkt, die über den Stadtpark flogen.

Übergabe des Bataillons

Höhepunkt des Appells war die symbolträchtige Übergabe der Truppenfahne. Nachdem die Fahnenabordnung vorgetreten war, nahm Oberstleutnant Christian Zerau die Fahne entgegen und übergab sie an Brigadegeneral Arnt Kuebart. Dieser reichte sie anschließend an Oberstleutnant Frank Wirths weiter, der damit offiziell das Kommando über das Luftwaffenausbildungsbataillon übernahm.

Im Anschluss erklang die Nationalhymne. Der neue Kommandeur wurde von den angetretenen Kompanien mit kräftigen Schlachtrufen begrüßt. Mit dem Ausmarsch der Ehrenformation fand der militärische Teil der Zeremonie seinen Abschluss. Danach verließen Brigadegeneral Kuebart sowie die beiden Oberstleutnante den Stadtpark.


Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht