Lambrecht – „Wir haben einen Impuls gegeben, sich über die Grenze hinweg auszutauschen und Gartenkunst mit lebendiger Artenvielfalt zu kombinieren. Seit Projektstart haben wir Privatleute und Gemeinden ebenso für unserer Vorhaben begeistert wie Schulkinder. Jetzt lebt die Idee eigenständig weiter!“, resümierte Biosphärenreservats Direktorin Friedericke Stakelbeck zum Abschluss des Interreg-geförderten Projekts „Gärten für die Artenvielfalt“.

Von Oktober 2022 bis Juni 2026 setzte sich das deutsch-französischer Biosphärenteam mit einem umfassenden Programm, das von Praxisworkshops bis zu Exkursionen und Kinodebatten reichte, für eine naturnahe Umgestaltung von Grünflächen im privaten und öffentlichen Bereich ein. Herzstück war der jährlich stattfindende Gartenwettbewerb für Privatleute.

Mit einem Festtag feierte das Biosphärenteam nun zusammen mit zahlreichen Projektteilnehmerinnen und Gartenfans die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Als Austragungsort der Feierlichkeiten öffnete Lilo Helfferich ihren Privatgarten am Sonnenweg in Neustadt, den sie in dritter Generation bewirtschaftet und mit dem sie sich beim Gartenwettbewerb beteiligt hatte. Zu den Ehrengästen zählte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Christine Schneider. Sie betonte in ihrer Festrede die Bedeutung des Schutzgebietes und lobte die wertvolle Arbeit zur Bewahrung der Biodiversität. Im Rahmen der Feierlichkeiten hatte sie an einer Gartenführung teilgenommen und sich selbst ein Bild vom Engagement der Gärtnerin und des Projektteams gemacht.

Auch für Menschen bietet eine naturnah angelegte Grünfläche Raum für Erholung und Genuss: Zwei Gartenbesucherinnen genießen die Atmosphäre beim Abschlussfest. (Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller)
Auch für Menschen bietet eine naturnah angelegte Grünfläche Raum für Erholung und Genuss: Zwei Gartenbesucherinnen genießen die Atmosphäre beim Abschlussfest. (Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller)

Auch der Vorsitzende des Bezirkstags der Pfalz, Hans-Ulrich Ihlenfeld, unterstrich die Reichweite des Projekts, indem er auf die lösungsorientierte Arbeit im Biosphärenreservat aufmerksam machte:

„Der Rückgang der Artenvielfalt ist – neben dem beschleunigtem Klimawandel – eines unserer großen globalen Probleme in der heutigen Zeit. Biosphärenreservate als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sind Erfahrungsräume, um Projekte wie ‚Gärten für die Artenvielfalt‘ anzustoßen.“

Hans-Ulrich Ihlenfeld

Die Bilanz von „Gärten für die Artenvielfalt“ zeigt nach rund dreieinhalb Jahren Laufzeit beachtliche Zahlen: 86 Gärten im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen stellten sich der deutsch-französischen Wettbewerbsjury, 29 Gärten wurden prämiert, 230 grenzüberschreitende Veranstaltungen richteten sich an die breite Öffentlichkeit, 22 Tageslehrgänge und Fachsymposien fanden für Expertinnen und Experten statt, 9 deutsch-französische Schulaustausche luden zum gemeinsamen Gärtnern ein und erreichten mehr als 350 Kinder, 4 öffentliche Grünflächen wurden als nachhaltige Lebensräume für Pflanzen und Tiere umgestaltet.

Als Ehrengäste würdigten sie das Engagement im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“: (v.l.n.r.): die Präsidentin des Parc naturel régional des Voges du Nord (Sycoparc), Nathalie Marajo-Guthmuller, der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd,  Prof. Dr. Hannes Kopf, die rheinland-pfälzische Umweltministerin Christine Schneider, der Vorsitzender des Bezirkstags der Pfalz, Hans-Ulrich Ihlenfeld, die Beigeordnete Johanna Kunzendorff als Vertretung für die Stadt Neustadt, Janosch Nieden; Programmleiter Interreg Oberrhein und die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Stakelbeck. (Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen)
Als Ehrengäste würdigten sie das Engagement im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“: (v.l.n.r.): die Präsidentin des Parc naturel régional des Voges du Nord (Sycoparc), Nathalie Marajo-Guthmuller, der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Prof. Dr. Hannes Kopf, die rheinland-pfälzische Umweltministerin Christine Schneider, der Vorsitzender des Bezirkstags der Pfalz, Hans-Ulrich Ihlenfeld, die Beigeordnete Johanna Kunzendorff als Vertretung für die Stadt Neustadt, Janosch Nieden; Programmleiter Interreg Oberrhein und die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Stakelbeck. (Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen)

„Mit Ende des Projekts endet keineswegs unser Engagement für die Artenvielfalt. Gärtnerinnen und Gärtner sind nach wie vor mit Ihren Fragen bei uns willkommen“,

betonte Stakelbeck und wies darauf hin, dass weiterhin Workshops zum naturnahmen Gärtnern geboten werden. So bietet die Biosphärenakademie in Lambrecht beispielsweise Anleitungen zum Bau von Minigewässern für Garten und Balkon, Wildkräuterexkursionen oder Kurse zum Bau von Nistkästen und Futterstationen für Wildtiere. In Biosphärenpartnerbetrieben wie dem Freiluftatelier in Hermersbergerhof oder unterwegs mit den Biosphären-Guides gibt es Hintergrundinformationen zu heimischen Tier- und Pflanzenarten wie auch konkrete Praxisseminare zu Themen wie Permakultur, Fermentation oder Kräuterküche.

Gebündelte Informationen, Videos und weiterführende Links zum Projekt „Gärtner für die Artenvielfalt“ finden sich unter www.pfaelzerwald.de.

Quelle: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen