Pirmasens – Der Oratorienchor Pirmasens stimmt auf die Kar- und Ostertage ein. Am Sonntag, 10. März 2024, bringt der Musikverein anlässlich seines 140-jährigen Bestehens Johann Sebastian Bachs Johannespassion in der Festhalle zur Aufführung. Unterstützung erhalten die Sänger von Kammerphilharmonie Karlsruhe und international renommierten Solisten.

Leiden, Sterben, Tod und Trauer, aber auch Sehnsucht, Gottessuche und Reue hat Johann Sebastian Bach in Musik übersetzt.  Die Johannespassion gilt neben der noch umfangreicheren Matthäuspassion als die einzige vollständig erhaltene authentische Passion des Komponisten. Von dem ehemaligen Thomas-Kantor für den Gottesdienst geschrieben, wurde sie am Karfreitag 1724 in der Leipziger Nikolaikirche uraufgeführt.

Bach erzählt die bewegende Geschichte der Gefangennahme, Verleumdung und Kreuzigung Jesus und spendet gleichzeitig Zuversicht auf dessen Rückkehr. Die Passion folgt dabei den Worten des Johannesevangeliums. Sie beginnt mit einem großen Chorus, dessen harmonische Dissonanzen Ausdruck des Leiden Jesu sind, und endet mit einem Grabgesang und einem Choral. Dazwischen übernimmt der Tenor, genannt der Evangelist, die Aufgabe des Bibelerzählers. Wo das Johannesevangelium Jesus und Pilatus in wörtlicher Rede zitiert, beteiligten auch sie sich an den Rezitativen des Evangelisten. Auf der Bühne entsteht so ein spannender gesungener Dialog.

Der besonderen Atmosphäre der Johannespassion kann sich kaum ein Hörer entziehen. Bachs Meisterwerk hat auch fast 300 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von der Magie eingebüßt. Als Solisten wirken neben Ingeborg Danz (Alt) und Sibylla Rubens (Sopran) außerdem mit: Christopher Jähnig (Bass), Julian Habermann (Tenor) und Klaus Häger (Bass). An der Orgel ist Maurice Croissant zu erleben. Die Leitung des Abends liegt in Händen von Dirigent Christoph Haßler. 

Auf einen Blick: Der Oratorienchor Pirmasens führt am Sonntag, 10. März 2024, die Johannespassion in der Festhalle auf. Das Konzert beginnt um 18 Uhr. Die Konzerteinführung findet um 17 Uhr im Carolinensaal statt. Eintrittskarten zum Preis zwischen zwölf und 23 Euro, ermäßigt zwischen sechs und 11,50 Euro, sind im Vorverkauf beim Kulturamt im Forum Alte Post (Telefon: 06331/2392716; E-Mail: kartenverkauf@pirmasens.de) oder im Internet unter www.pirmasens.de/kultur erhältlich. Die Abendkasse in der Festhalle öffnet um 17 Uhr. 

Mitwirkende:

Julian Habermann (Tenor) wurde in Freising geboren und war Mitglied der Regensburger Domspatzen. Er studierte an den Hochschulen in Würzburg und Frankfurt. Er war Stipendiat der Lied-Akademie des Internationalen Musikfestivals „Heidelberger Frühling“, Teilnehmer beim „Kissinger Sommer“ und Ensemblemitglied des Staatstheater Wiesbaden. Heute ist Julian Habermann ein europaweit gefragter Konzertsolist. 

Ingeborg Danz (Alt) studierte zunächst Schulmusik an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich Konzert- und Liedgesang. Ihre Zusammenarbeit mit Dirigenten wie etwa Riccardo Muti, Herbert Blomstedt und Heinz Hollinger führte sie an die Mailänder Scala, zu den Luzerner- und Salzburger Festspielen und zu den großen Orchestern der Welt. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit der Internationalen Bachakademie Stuttgart und dem Collegium Vocal Gent. Ingeborg Danz ist Direktoriumsmitglied der Neuen Bachgesellschaft Leipzig.

Sibylla Rubens (Sopran) erhielt ihre Ausbildung an den Hochschulen für Musik in Trossingen und Frankfurt. Als herausragende Bach-Interpretin hat sie bereits mit internationalen Barockensembles und den großen Klangkörpern musiziert. Auch Liederabende sind ihr ein besonderes Anliegen. Derzeit unterrichtet Sibylla Rubens Sänger im Rahmen von Meisterkursen.

Klaus Häger (Bass) wurde in Köln und Freiburg ausgebildet. Heute lehrt er an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und gastweise an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin. Seine Opernengagements und Konzertreisen führen ihn regelmäßig zu den Musikmetropolen in Europa, Asien und Amerika. Die großen Werke Bachs und Mozarts liegen ihm besonders am Herzen.

Christopher Jähnig (Bass) wuchs in Stralsund auf und erhielt dort seinen ersten Gesangsunterricht. Nach dem Studium der Schulmusik in Rostock und Frankfurt hatte er Engagements am Staatstheater Wiesbaden, bei den Salzburger Festspielen und an der Oper Frankfurt. Im Konzertfach gehören die Bass-Partien der Oratorien von Bach, Mendelssohn und anderen zu seinen bevorzugten Rollen.

Christoph Haßler hat im Pandemiejahr 2021 die Leitung des Oratorienchors Pirmasens übernommen. Seine Premiere feierte er Ende November 2022 mit der Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium (Kantaten 1-3). Häufig wird er als Fortbildner, als Juror und als Gastdirigent angefragt. Im Hauptberuf ist er Fachleiter für Musik am Studienseminar. Er leitet außerdem den

Südwestpfälzer Kinderchor Münchweiler und den Frauenkammerchor ex-semble. Wiederholt reiste er mit beiden Chören zu Konzerten in europäische und außereuropäische Musikzentren. Es ist sein erklärtes Ziel, dass der 1884 gegründete Musikverein Oratorienchor Pirmasens auch in Zukunft als Kulturträger die Schätze klassischer Chorliteratur einem breiten Publikum zu Gehör bringt.


Quelle: Stadt Pirmasens