Speyer – Am Sonntag, 13. September, geht für das Bistum Speyer eine Ära zu Ende. Bischof emeritus Dr. Karl-Heinz Wiesemann, dessen Rücktrittsgesuch bereits am 19. August durch Papst Leo XIV. angenommen wurde, wird sich an diesem Tag mit einem Gottesdienst um 15 Uhr im Speyerer Dom von seiner Diözese verabschieden. Der Bischof hatte aufgrund gesundheitlicher Probleme um seine vorzeitige Entlassung aus dem Amt gebeten.

Zu der Gottesdienstfeier werden neben zahlreichen Gläubigen aus der Region Abordnungen der kirchlichen Verbände, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Mitarbeitende des Bistums sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Gesellschaft erwartet. Unter anderem haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, der Metropolit der Kirchenprovinz Bamberg, Erzbischof Herwig Gössel, und der Leiter von Wiesemanns Heimaterzbistum Paderborn, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, ihr Kommen angekündigt. Im Zeichen der Ökumene werden Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst und die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, Dr. Verena Hammes, am Gottesdienst teilnehmen. Grußworte kommen von Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz, des Bistums Speyer, der Ökumene, der rheinland-pfälzischen und saarländischen Landesregierungen sowie der Stadt Speyer. Die Predigt wird Bischof Wiesemann selbst halten.

Musikalisch gestalten den feierlichen Gottesdienst im Dom der KathedralJugendChor, der Domchor und die Dombläser, unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller. Es erklingen unter anderem Teile der Missa „Salve Regina“ von Wolfram Menschick, „Tota pulchra es, Maria“ von Anton Bruckner und „Ave verum corpus“ von Edward Elgar. Die Orgel spielt Domorganist Bastian Fuchs.

Der Gottesdienst wird live auf den YouTube Kanälen von Bistum und Dom übertragen und ist dort auch im Nachgang abrufbar.

Das für den 13. September am Dom geplante Programm im Rahmen des bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ entfällt aufgrund der Gottesdienstfeiern. Die Besichtigungszeiten sind ebenfalls eingeschränkt und der Dom ist an diesem Tag ausschließlich von 11:30 Uhr bis 14 Uhr und von 18 Uhr bis 19 Uhr zur Besichtigung geöffnet.


Bischof em. Dr. Karl-Heinz Wiesemann

Bischof em. Dr. Karl-Heinz Wiesemann war der 96. Bischof von Speyer. Er stammt aus dem Erzbistum Paderborn, wo er am 1. August 1960 in Herford, Ostwestfalen, geboren wurde.

Die Priesterweihe empfing er am 10. Oktober 1985 in Rom. Nach der Kaplanszeit und der Promotion (Titel der Doktorarbeit: „Zerspringender Akkord. Das Zusammenspiel von Theologie und Mystik bei Karl Adam, Romano Guardini und Erich Przywara als theologische Fuge“) wirkte er ab 1994 als Pfarrer in Menden-Bösperde und als Propst der Pfarrei St. Petrus und Andreas in Brilon.

Am 4. Juli 2002 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof. Die Bischofsweihe empfing er am 8. September 2002 im Paderborner Dom. Danach war er in seiner Heimatdiözese als Bischofsvikar für Priesterfortbildung und Berufungspastoral sowie für die Bereiche Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur zuständig.

Am 19. Dezember 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. Weihbischof Wiesemann zum Nachfolger von Bischof Dr. Anton Schlembach, der das Bistum Speyer von 1983 bis 2007 geleitet hatte. Die Amtseinführung folgte am 2. März 2008 im Speyerer Dom.

In der Deutschen Bischofskonferenz führte Bischof Wiesemann die Jugend-Kommission von 2011 bis 2016. Von 2016 bis 2021 hatte er den Vorsitz der Glaubenskommission inne. Seit 2021 war er stellvertretender Vorsitzender der Liturgie-Kommission und zugleich Mitglied der Ökumene-Kommission. Von 2013 bis 2019 leitete Bischof Wiesemann die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf Bundesebene.

Für die Zeit der Vakanz des Bischöflichen Stuhls wurde der bisherige Generalvikar Markus Magin vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt.


Quelle: Bistum Speyer


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